Donnerstag, 14. Dezember 2017

Bistum Trier / Köllerbach / Banneux: in eigener Sache - Buchfund

Anfang Juli diesen Jahres erhielt ich einen Anruf aus dem belgischen Wallfahrtsort Banneux. Ein älterer Herr gab an, das nachfolgende Buch gefunden zu haben. Da das Buch einen Zettel enthielt, auf dem meine vollständige Anschrift zu lesen war, kontaktierte er mich und bat mich darum, den Eigentümer dieses "Goldenen Buches" ausfindig zu machen. 

Der Eigentümer dieses "Goldenen Buches" kann sich also gerne an mich wenden (Claudia Adams).










"Köllerbach, September 2006 
(zur Deutschlandweihe an das Unbefleckte Herz Mariä)"





auf der Vorderseite eines innenliegenden Zettels 
meine vollständige Anschrift 



auf der Rückseite des Zettels u.a. folgende Namen:



Schweizer Pius-Bruder in Brüssel wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

Ein Schweizer Mitglied der Priesterbruderschaft St. Pius X (FSSPX) aus dem Wallis wurde am 13. Dezember in Brüssel wegen sexuellen Missbrauchs eines Knaben verurteilt.

Das Berufungsgericht in Brüssel hat den Priester der traditionalistischen Priesterbruderschaft zu fünf Jahren Haft  verurteilt, drei Jahre davon unbedingt, berichtet die Agentur «Belga». Der Missbrauch an einem Knaben ereignete sich zwischen 2010 und 2011 in einem Internat der Bruderschaft in der belgischen Hauptstadt. In erster Instanz war der Angeklagte freigesprochen worden.

Die Richter in Brüssel folgten der Anklage des Generalstaatsanwalts, der auf schuldig sprach und eine fünfjährige Freiheitsstrafe forderte, einen Teil davon unbedingt. Aus Mangel an Beweisen wurde der Priester in zwei weiteren Fällen freigesprochen. Die beiden betroffenen Personen hatten keine Zivilklage beim Berufungsgericht eingereicht.

Der Priester war bereits im Wallis der Pädophilie verdächtigt worden. Er wurde 2006 von einem kirchlichen Gericht freigesprochen. Allerdings war ihm verboten worden, während zehn Jahren Kontakt zu Kindern zu haben.

den vollständigen Artikel auf "kath.ch" lesen


Bistum Trier / Klosterneuburg: nach Missbrauchsvorwürfen gegen ehemaligen Priesterseminaristen aus dem Bistum Trier: Stift Klosterneuburg beschließt Einsetzung einer Expertengruppe um Vorwürfe lückenlos aufzuklären

Hintergrund: Das Stift Klosterneuburg sieht sich mit Vorwürfen im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall aus dem Jahr 1993 konfrontiert. Konkret wird dem Stift Klosterneuburg vorgeworfen, den Beschuldigten, einen ehemaligen Priesterseminaristen aus dem Bistum Trier, nicht der staatlichen Justiz zugeführt zu haben, über Jahre hinaus für seinen Unterhalt aufgekommen zu sein und ihn in seinem weiteren kirchlichen Karriereweg unterstützt zu haben.

„Wenn Vorwürfe gegenüber dem Stift Klosterneuburg im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch erhoben werden, dann hat das Stift die Verpflichtung, diesen lückenlos nachzugehen und diese aufzuarbeiten,“ begründet der Propst des Stiftes Klosterneuburg, Bernhard Backovsky, den heutigen Beschluss des Kapitelrates über die Einsetzung einer weisungsfreien Expertengruppe zur Aufarbeitung der in den letzten Wochen erhobenen Vorwürfe. Dabei gehe es einerseits um eine umfassende Beleuchtung des Geschehenen sowie um den Gewinn von Erkenntnissen für das zukünftige Tun des Stiftes Klosterneuburg.

Propst Bernhard Backovsky abschließend: „Als im Jahre 1993 erste Vorwürfe geäußert wurden, hat das Stift konsequent im Sinne des Betroffenen gehandelt und den Beschuldigten umgehend aus dem Kloster entfernt. Wenn es zum weiteren Umgang mit diesem Fall – wie in den Medien aufgebracht – offene Fragen gibt, stehen wir nicht an, den aufgeworfenen Fragen in aller Aufrichtigkeit nachzugehen. Wir wollen jedoch auch darüberhinausgehend bestmöglich und umfassend Klarheit schaffen, um jedenfalls für die Zukunft die richtigen Schlüsse im Sinne der Prävention ziehen zu können.“

den vollständigen Artikel auf "stift-klosterberg.at" lesen


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Bistum Würzburg: Diözese Würzburg zeigt Ruhestandspriester wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an Schutzbefohlenen an


Würzburg (POW) Die Diözese Würzburg hat am Mittwoch, 13. Dezember, einen Ruhestandspriester der Diözese Würzburg bei der Staatsanwaltschaft Würzburg wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Schutzbefohlenen angezeigt.

Gleichzeitig informierte sie die römische Glaubenskongregation. Der Missbrauch soll sich in der ersten Hälfte der 1970er Jahre ereignet haben. Erste Hinweise auf den Missbrauch waren vom mutmaßlichen Opfer an die stellvertretende Missbrauchsbeauftragte der Diözese Würzburg, Dr. Claudia Gehring, herangetragen worden. Die Diözese Würzburg handelt damit gemäß den „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener“ im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.

zum vollständigen Artikel auf "pow.bistum-wuerzburg.de" (Pressestelle Ordinariat Würzburg).

Dienstag, 12. Dezember 2017

Bistum Trier / Kirn: neue Aufgabe für Kirner Pfarrer




Quelle: Pfarrblatt der Pfarrei Hl. Christopherus, 12/2017 "kirchen-in-kl.de"




"Das Wirken des Pfarrers sei in der Pfarrei zuletzt von vielen Konflikten überschattet gewesen. Unter anderem (!) wurde auch der Vorwurf laut, sein Umgang mit Kindern und Jugendlichen sei unangemessen."




Quelle: "Westricher Rundschau", 14.12.2017


Möge sich jeder sein eigenes Bild von dieser Inszenierung machen.  (ca)



Dienstag, 5. Dezember 2017

Bistum Trier: Nach Absprache mit Bischof Ackermann: Kirner Priester kommt Disziplinarverfahren durch Verzichtserklärung zuvor - Künftiger Einsatzort bleibt offen

Der in der Pfarreiengemeinschaft Kirn tätige Pfarrer ist seit über einem Jahr erkrankt. Offenbar kannten viele Gläubige in der Pfarreiengemeinschaft nicht die wirklichen Hintergründe, die der 52-Jährige im aktuellen Pfarrbrief nun freimütig schildert. In seinem öffentlichen Schreiben an die Gremien und Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft ist zu lesen, es habe sich auch "körperliche Intimität mit dem Flüchtling ergeben", der Pfarrer selbst schreibt, er habe die Distanz, die seine Rolle als Priester geboten hätte, nicht gewahrt. Konkreter wird der gebürtig von der Mosel stammende Priester nicht.

In einer seinerzeit veröffentlichten Meldung der Polizei ist davon die Rede, dass bei einem tödlichen Unfall in Kirn ein 23-jähriger Fußgänger „plötzlich und unvermittelt vom rechten Gehweg aus die Fahrbahn“ betreten habe und dort von einem Auto erfasst worden sei. Der junge Mann sei schwer verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben. - "Nach allem, was wir wissen", schreibt der Priester weiter, gebe es keinen Zusammenhang zwischen "unserem Kontakt und der Entscheidung des Mannes, sich das Leben zu nehmen". Die Gründe für den Suizid seien nach Angaben des Priesters vermutlich in der Traumatisierung des Flüchtlings zu suchen. - Belege für diese Einschätzung werden allerdings nicht genannt.

Das Bistum Trier hat nach Angaben von Sprecherin Judith Rupp im Februar „über sich verdichtende Gerüchte“ von dem Fall erfahren. Nach Gesprächen mit dem Betroffenen und der Staatsanwaltschaft hätten sich die Gerüchte bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt war laut Judith Rupp das staatsanwaltschaftliche Verfahren bereits wieder eingestellt.

Inzwischen ist nach Bistumsangaben auch das Disziplinarverfahren gegen den Priester beendet, indem er seinem Amtsverzicht zugestimmt habe. Zudem sei ihm auferlegt worden, künftig nicht mehr in der Flüchtlingsarbeit tätig zu werden, sagte Judith Rupp unserer Zeitung. 

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Montag, 4. Dezember 2017

Bistum Trier: Bischof Ackermann erneut in Erklärungsnot - Syrer sollte vor seinem Suizid noch einmal vernommen werden

Der Pfarrer schreibt, dass der 23-Jährige, der sich im vergangenen Jahr das Leben genommen hatte, ein Flüchtling aus Syrien gewesen sei, der bei ihm Hilfe wegen einer schweren Traumatisierung gesucht habe. Weiter schreibt er: „Hier hat sich schließlich eine auch körperliche Intimität ergeben, die dieser Situation nicht angemessen war.“ Er habe die Distanz, die seine Rolle als Priester geboten hätte, nicht gewahrt. „Ich habe das Vertrauensverhältnis in nicht angemessener Weise ausgenutzt.“

Offenbar sah das auch der 23 Jahre alte Syrer so: „Kurz vor seiner Selbsttötung hat der Mann Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen mich erstattet“, schreibt der Pfarrer. Diese habe das Verfahren jedoch kurz darauf eingestellt, weil kein Straftatbestand vorgelegen habe. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach bestätigte das am Montag auf Anfrage. Der 23-Jährige habe eine sehr allgemein gehaltene Anzeige wegen sexueller Aktivitäten erstattet. „Er fühlte sich wohl ausgenutzt“. Man habe ihn noch mal vernehmen wollen, dazu sei es aber nicht mehr gekommen, weil sich der Mann schon das Leben genommen hatte. „Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Pfarrer sich in irgendeiner Form strafbar gemacht hat“, sagte der Sprecher. Weder habe der 23-Jährige von Gewalt berichtet, noch habe ein Abhängigkeitsverhältnis im strafrechtlichen Sinne bestanden: „Ein Pfarrer ist rechtlich betrachtet nicht der Betreuer seiner ganzen Gemeinde.“

Auch wenn strafrechtlich kein Abhängigkeitsverhältnis besteht: Ein Seelsorger und ein hilfesuchender Mensch sind nicht gleichberechtigt, sagt die Psychiaterin Maya Schuppli-Delpy. In ihrem Vortrag zu „Sexuellen Grenzüberschreitungen in Therapie, Pflege und Seelsorge“ heißt es, wer seelischen Beistand suche, sei „a priori in einer unterlegenen, verletzlichen und abhängigen Position“ – und auf die persönliche Integrität, die Uneigennützigkeit und die Kompetenz der hilfeleistenden Person angewiesen.

„Mit dem Bischof habe ich vereinbart, dass wir über meinen künftigen Einsatz als Priester erst gegen Ende der Therapie sprechen werden.“ Eine Sprecherin des Bistums Trier bestätigt das auf Anfrage. Es habe ein persönliches Gespräch mit dem Bischof gegeben, nach dem Ende der Therapie werde man schauen, wo der Pfarrer künftig eingesetzt werde. Die Frage, warum ein Mann, der das Vertrauensverhältnis zu einem schwer traumatisierten Mann „in nicht angemessener Weise ausgenutzt“ hat, weiter für das Bistum arbeiten darf, will sie dann lieber schriftlich gestellt bekommen. Die Antwort stand am Montagnachmittag noch aus.

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Bistum Trier: ein Jahr nach Suizid von syrischem Flüchtling - Pfarrer lässt verwirrendes Schreiben veröffentlichen, welches weitere Fragen aufwirft

Heribert B., Pfarrer der katholischen Pfarreiengemeinschaft Kirn, hat sich im Pfarrbrief an die Öffentlichkeit gewandt.  Er habe sich im letzten Jahr mit einem schwer traumatisierten Flüchtling aus Syrien eingelassen, der seine Hilfe und auch den persönlichen Kontakt zu ihm gesucht habe. Aus dem Vorfall wurde eine Tragödie: Der Mann begeht im Dezember 2016 Suizid. - Kurz nachdem er den Pfarrer bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat und diese das Verfahren nicht weiter verfolgte.

"Heute möchte ich Ihnen die Hintergründe meiner Erkrankung nennen und die Konsequenzen, die sich daraus für mich ergeben.
Als vor nunmehr zwei Jahren die vielen Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hat auch unsere Pfarreiengemeinschaft mit einer bis dahin nicht gekannten Hilfsbereitschaft reagiert. Viele haben sich in der Begleitung der geflüchteten Menschen persönlich sehr engagiert. Auch ich habe mich hier eingebracht. Nach und nach sind mir dabei immer mehr Aufgaben zugewachsen und schließlich -so kann ich es heute im Rückblick sagen -auch über den Kopf gewachsen. 
In besonderer Weise hat damals ein 23-jähriger Mann aus Syrien, der durch seine Erfahrung von Krieg und Vertreibung schwer traumatisiert war, meine Hilfe und auch den persönlichen Kontakt zu mir gesucht. Hier hat sich schließlich eine auch körperliche Intimität ergeben, die dieser Situation nicht angemessen war.
In dieser Situation habe ich die Distanz, die meine Rolle als Begleiter eines geflüchteten Menschen und auch meine Rolle als Priester geboten hätte, nicht gewahrt. Ich habe das Vertrauensverhältnis in nicht angemessener Weise ausgenutzt.
Wie manche von Ihnen vielleicht wissen, hat sich dieser Mann im Dezember vergangenen Jahres das Leben genommen. Zwar gibt es nach allem, was wir wissen, keinen direkten Zusammenhang zwischen unserem Kontakt und der Entscheidung des Mannes, sich das Leben zu nehmen; die Gründe sind vermutlich in seiner Traumatisierung zu suchen. Dessen ungeachtet belastet mich die Tatsache sehr.
Kurz vor seiner Selbsttötung hat der Mann Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen mich erstattet. Diese hat das Verfahren jedoch kurz darauf eingestellt, weil kein Straftatbestand vorlag.
Dennoch bedauere und bereue ich das Vorgefallene zutiefst. Natürlich missbilligt auch unser Bischof mein Verhalten. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen des Bistums bin ich zu der Entscheidung gekommen, als eine Konsequenz dem Bischof meinen Verzicht auf die Pfarrstelle in der Pfarreiengemeinschaft Kirn anzubieten.
Der Bischof hat diesen Verzicht inzwischen angenommen.
Ich möchte nach vorne schauen, und deshalb werde ich meine Therapie, die ich Ende November des vergangenen Jahres begonnen habe, mit einem längeren stationären Aufenthalt in einer Klinik fortsetzen. Teil dieser Therapie ist es, das Erlebte und mein Verhalten zu reflektieren und zu bearbeiten, um eine gefestigte Handlungssicherheit für die Zukunft zu gewinnen. Ich werde kommenden Freitag, am 1. Dezember 2017, meinen zweiten stationären Klinikaufenthalt beginnen.
Mit dem Bischof habe ich vereinbart, dass wir über meinen künftigen Einsatz als Priester erst gegen Ende der Therapie sprechen werden.
Mir ist es wichtig, Sie heute in dieser Offenheit zu informieren, gerade weil ich weiß, wie viele von Ihnen in den letzten Monaten an meiner Situation Anteil genommen haben.
Darüber hinaus möchte ich Sie bitten, sofern Ihnen das möglich ist, mir das Vorgefallene zu verzeihen - auch weil dadurch mein priesterliches Zeugnis verdunkelt wurde.
Für die Zukunft der Pfarreiengemeinschaft Kirn, in der ich gerne Ihr Pfarrer und Seelsorger war, und in der ich mich wohlgefühlt habe, wünsche ich allen Gottes Segen.

H. B."

Quelle: "pfarreiengemeinschaft-kirn.de"


  • "Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ermittelte, kam aber zu dem Schluss, dass es sich um ein Verhältnis zwischen zwei erwachsenen Männern handele und weil zwischen ihnen auch kein Abhängigkeitsverhältnis bestanden habe, hätten sie die Ermittlungen gegen den Priester eingestellt." (swr.de)
  • "Pfarrer beichtet Verhältnis zu 23-jährigem Flüchtling - Kontakt endete in Tragödie"(rheinzeitung.de)
  • "Unfall in Kirn: 23-jähriger Fußgänger tödlich verletzt" (11.12.2016, rheinzeitung), " Warum der 23-Jährige unvermittelt auf die Straße trat, ist nach Angaben der Polizei noch nicht klar." (swr.de), "Verkehrsunfall mit tödlich verletztem Fußgänger" (polizei rlp)
  • "Ein Jahr später sind neue Informationen zu dem Suizid bekannt geworden: Zu finden sind sie in dem Gemeindebrief der katholischen Pfarreiengemeinschaft Kirn. Der Brief beginnt mit einem Hinweis auf die Weihnachtskollekte 2017, es folgt ein Adventsgedicht („Sehet auf, ihr, deren Blick schuldbeladen sich nicht erheben kann“), und schließlich ein persönlicher Brief des Pfarrers, der offenbar seit mehr als einem Jahr krankgeschrieben ist. Es ist eine Art Beichte, die der Mann ablegt – und mit der er auch den Verzicht auf seine Pfarrstelle erklärt." (faz.net)

Freitag, 1. Dezember 2017

Bistum Augsburg / Nördlingen: Zahl der mutmaßlich Betroffenen steigt auf fünf an

Nach den Missbrauchs-Vorwürfen gegen den bisherigen Nördlinger Stadtpfarrer haben Kirchenvertreter die Gemeinde zu einem nichtöffentlichen Gesprächsabend geladen. 

Wie berichtet, soll Paul E.  in seiner Zeit am Maristenkolleg in Mindelheim einen Jungen über mehrere Jahre immer wieder unsittlich berührt haben. Inzwischen sind dem Bistum weitere Missbrauchsfälle bekannt. Darunter ist das Opfer, das sich zunächst an die Redaktion unserer Zeitung gewandt hat. Diesen Fall, der sich in E.  Kaplanzeit ereignet haben soll, hat der Geistliche zunächst abgestritten. Generalvikar Monsignore Harald Heinrich bestätigte allerdings am Donnerstag die Vorwürfe und sagte, dass E. einen weiteren Bub in dieser Zeit sexuell missbraucht hätte. Außerdem überprüft die Staatsanwaltschaft Mindelheim im Zuge der bereits berichteten Umfeldermittlungen, ob es zwei weitere mögliche Opfer aus der Zeit am Maristenkolleg in Memmingen gibt. Diese soll  E. wohl im Gespräch mit der Missbrauchsbeautragten erwähnt haben. Insgesamt sind also bislang fünf mögliche Opfer bekannt.

Viele Gläubigen kritisierten das Bistum über die Vorgehensweise: dass der Fall E. vor dem Sonntagsgottesdienst so öffentlich gemacht worden ist, beispielsweise. Der Generalvikar entgegnete den Gläubigen, die Kirchengemeinde sollte die Nachricht als erstes vom Bischof erfahren und nicht aus der Presse. Es ginge der Kirche inzwischen „um die Wahrheit“. Er führt die Kritik aus der Bevölkerung unter anderem darauf zurück, dass allein der Begriff „sexuell missbraucht“ die Leute erschlagen hätte. „Dieses Thema klingt nie nett“, sagte er weiter.

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  • Das Bistum ruft weitere mögliche Opfer auf, sich beim Bistum, der Polizei oder der Staatsanwaltschaft Memmingen zu melden. Jetzt gelte es, sowohl auf Täterseite als auch auf Opferseite die Aufarbeitung zu unterstützen. Der Gesprächsabend in Nördlingen sei ein erster Schritt dazu gewesen, so Heinrich. Ob nochmals so ein Abend stattfinden werde, stehe noch nicht fest. Von kirchlicher Seite gehe der Fall jetzt an die Glaubenskongregation. Man erwarte dann eine Weisung, wie der Bischof weiter verfahren solle. ("br.de")

Mittwoch, 29. November 2017

Bistum Augsburg: Offenbar weitere Missbrauchsopfer von Nördlinger Pfarrer

Im Fall des ehemaligen Nördlinger Dekans gibt es offenbar weitere Missbrauchsopfer. Das teilte die Staatsanwaltschaft Memmingen auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks mit.

Der Staatsanwaltschaft Memmingen liegt offenbar ein Protokoll eines Gesprächs des ehemaligen Nördlinger Dekans mit der Missbrauchsbeauftragten der Diözese Augsburg vor. Der Priester räumt in diesem Gespräch selbst ein, dass es zwei weitere Geschädigte geben soll.

Dienstag, 28. November 2017

Luxemburg: Ehemaliger Pfarrer von Belair in zweiter Instanz verurteilt

In zweiter Instanz ist am Dienstag der ehemalige Pfarrer aus Belair zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Die Strafe wird komplett zur Bewährung ausgesetzt. In erster Instanz war der Beschuldigte noch freigesprochen worden.

Der 61-jährige Emile A. musste sich für den Vorwurf verantworten, während einer Pilgerfahrt nach Taizé (F) im Jahr 2008 einen Messdiener missbraucht zu haben. Im Dezember 2016 war der suspendierte Geistliche dafür in erster Instanz freigesprochen worden. Das Berufungsgericht kam nun aber zu einer völlig gegensätzlichen Entscheidung. Laut diesem gebe es ausreichend Beweise dafür, dass die sexuellen Handlungen zwischen dem Erwachsenen und dem Kind unter Zwang erfolgten. 



Deutschland / Österreich / Italien / Polen / Schweiz: Ehemaliger Priester wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht

Ein ehemaliger katholischer Priester steht ab dem 18. Dezember vor dem Landgericht Deggendorf. Ihm werden unter anderem mehrere Sexualdelikte vor allem an Kindern vorgeworfen.

Nach umfangreichen Ermittlungen auch im Ausland wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, in Österreich bereits Ende 1995/Anfang 1996 versucht zu haben, eine 18 Jahre junge Frau aus seinem Bekanntenkreis zu vergewaltigen. Ab Sommer 1996 bis Sommer 2003 soll der Angeklagte zwei Brüder bei fast 90 Gelegenheiten sexuell missbraucht haben, wobei die Brüder zu den mutmaßlichen Tatzeiten jeweils zehn bis 14 Jahre alt gewesen sein sollen.

Auch nach Verbüßung einer mehrjährigen Haftstrafe wegen einer einschlägigen Verurteilung soll der Angeklagte im Jahr 2012 Kinder sexuell missbraucht haben. Die angeklagten Sexualstraftaten sollen in Österreich, Italien, Polen, der Schweiz, im Raum Mainz und im Landkreis Deggendorf begangen worden sein. Teilweise handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um schweren sexuellen Missbrauchs.

Der Angeklagte soll sich zudem unter Vorlage gefälschter Urkunden über einen tatsächlich nicht existenten Schul- und Hochschulabschluss in Polen die Priesterweihe erschlichen haben. Auch nach erfolgter Laisierung, also der Entlassung aus dem Klerikerstand, soll sich der Angeklagte mit falschem Namen ab dem Jahr 2013 weiter als Priester der römisch-katholischen Kirche ausgegeben haben. 

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  • Die Staatsanwaltschaft geht nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass der 53-Jährige "wegen Triebanomalie vermindert schuldfähig war". Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilt, hatte sich der Mann in Polen mit gefälschten Hochschulabschlüssen die Priesterweihe erschlichen, war jedoch später laisiert worden. Ab 2012 soll er dann als falscher Pater unterwegs gewesen sein und sich das Vertrauen von anderen Priestern und Hilfsbedürftigen erschlichen haben. Durch Spenden von "Strenggläubigen" habe er so rund 100.000 Euro eingesammelt und damit seinen Lebensunterhalt bestritten. ("pnp.de")

Freitag, 24. November 2017

Bistum Augsburg: Neuer Vorwurf gegen ehemaligen Stadtpfarrer

Gegen den früheren Stadtpfarrer und Dekan Paul E., der bereits einen Fall von sexuellem Missbrauch eingeräumt hat, gibt es einen neuen Vorwurf.

Nach einer Klassenfeier auf der Alten Bürg sei der damals 17jährige Hermann Keßler mit E., der damals Kaplan in Nördlingen war, nachts auf dem Weg zum Parkplatz gewesen. Völlig abrupt und unvorhersehbar habe der Geistliche Keßlers Hand genommen und sie sich selbst in den Hosenbund gesteckt. Keßler sagt, er habe seine Hand sofort weggezogen. Die ganze Szene habe sich in Sekunden abgespielt. Mit E. habe er danach nicht mehr gesprochen, sich auch an niemand anderen gewandt: „Ich habe das einfach verdrängt.“ Doch der Moment habe ihn lange beschäftigt. Auch andere hätten den Kontakt mit dem Kaplan plötzlich abgebrochen, Keßler vermutet: „Ich kann nicht ausschließen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.“...

Paul E. ist seit Montag im Ruhestand.  Vertraute berichten ihm vom neuen Vorwurf gegen ihn. Daraufhin meldet sich der Pfarrer per Telefon bei der Zeitung. Man habe sich damals üblicherweise umarmt, sagt er über seine Zeit als Kaplan in Nördlingen. Doch an eine Szene, wie sie Keßler schildert, könne er sich nicht erinnern: „Da war nichts.“


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  • Missbrauchsvorwürfe gegen Nördlinger Stadtpfarrer - mehrere Opfer? Nachdem sich ein weiteres Missbrauchsopfer des ehemaligen Nördlinger Stadtpfarrers gemeldet hat, ruft das Bistum Augsburg mögliche Betroffene auf, sich beim Bistum, der Staatsanwaltschaft oder der Polizei zu melden. Den vollständigen Artikel auf "br.de" lesen.

Mittwoch, 22. November 2017

#ChurchToo dokumentiert Übergriffe in der Kirche





Der erste Tweet mit dem Schlagwort #ChurchToo wurde am Dienstag von der Autorin Hannah Paasch abgesetzt, die sich selbst mittlerweile von der Kirche abgewendet hat.  Innerhalb der ersten 24 Stunden folgten tausende Tweets -  unter ihnen:  etliche Betroffene.


Montag, 20. November 2017

Bistum Augsburg: Dekan und Stadtpfarrer gesteht sexuellen Missbrauch an Jungen

Der Nördlinger Stadtpfarrer und Dekan Paul E. wurde in den Ruhestand versetzt. Er soll einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben. Die Tat liegt Jahrzehnte zurück und ereignete sich wohl im Unterallgäu. 

Die Tat sei erst Anfang November durch einen Brief ans Licht gekommen, heißt es in der Mitteilung weiter. Darin werde E. der sexuelle Missbrauch eines Minderjährigen zur Last gelegt.

Den Nördlinger Stadtpfarrer hat man mit diesen Vorwürfen konfrontiert, es habe in Augsburg ein Gespräch mit ihm gegeben. E. habe die Tat „vollumfänglich eingeräumt“, heißt es in der Mitteilung des Bistums weiter, sie liege mehrere Jahrzehnte zurück. Der heute 68-Jährige war bereits als Kaplan in Nördlingen, ab den frühen 80er Jahren arbeitete er als Seelsorger am Internat des Mindelheimer Maristenkollegs.

Bischof Zdarsa wird wie folgt zitiert: „Zur näheren Prüfung der strafrechtlichen Relevanz wurde der Fall von unserer Missbrauchsbeauftragten umgehend an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet.“ Die hat ihren Sitz in Kempten. Des Weiteren wurden kirchenrechtliche Schritte gegen E. eingeleitet und die Glaubenskongregation des Heiligen Stuhls in Rom informiert.

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Donnerstag, 16. November 2017

Bistum Trier / Bistum Speyer: Vorwürfe gegen Pfarrer

Einem Pfarrer wird vorgeworfen, sich "unangemessen" im Umgang mit Kindern und Jugendlichen verhalten zu haben. Nach Angaben des Bistums Speyer nimmt sich der Pfarrer gerade eine "Auszeit".

Ein Bistumssprecher hat bestätigt, dass sich Gemeindemitglieder aus Schönenberg-Kübelberg an das Bistum gewandt haben. Die Menschen hätten sich darüber beschwert, dass der Pfarrer - so wörtlich - "unangemessen" mit Kindern und Jugendlichen umgegangen sei. Nach Angaben des Bistums geht es dabei nicht um sexuelle Übergriffe.

Der Pfarrer habe sich derzeit eine zweimonatige "Auszeit" genommen, sagt Markus Herr vom Bistum Speyer. Sein Dienstverhältnis bestehe weiterhin. "Der Pfarrer widerspricht den Vorwürfen. Er hat dem Bistum gegenüber erklärt, dass er sich zu den Vorwürfen nicht äußern möchte." 

Der Priester arbeitet erst seit etwa zwei Jahren in der Pfarrei. Davor war er fünf Jahre in der Südpfalz tätig. 

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  • Kusel: Vorwürfe gegen Pfarrer; Nach Informationen der "Rheinpfalz" erreichten das Speyerer Bistum Beschwerden, wonach sich der Pfarrer einem Jugendlichen „zu stark genähert“ habe. Was genau vorgefallen ist, darüber gibt das Bistum auch unter dem Hinweis auf Wahrung der Persönlichkeitsrechte keine Auskunft. Nach Informationen der RHEINPFALZ soll es sich um eine „Grenzüberschreitung“ gehandelt haben, nicht aber um einen sexuellen Übergriff. Der Pfarrer, 1964 in Neunkirchen geboren, ist gelernter Gärtner. Seine Lehre absolvierte er am St. Wendeler Missionshaus – damals noch von den Steyler Missionaren betrieben. Nach dem Theologiestudium war er Kaplan in Landau und St. Ingbert sowie Pfarrer in Gerbach am Donnersberg. 2004 wurde er zum Dekan im Dekanat Donnersberg gewählt. Nach einer Strukturreform war er anschließend fünf Jahre Kooperator einer Gemeinde in Rheinzabern. (rheinpalz.de)


Montag, 13. November 2017

Bistum Trier / Chile: "Katholisches Kartell" reicht bis ins Bistum Trier


Ein ehemaliger chilenischer Erzbischof, auf dem schwerste Vorwürfe sexuellen Missbrauchs lasten, lebt seit 2005 im Bistum Trier. Ausgerechnet im Bistum des Missbrauchsbeauftragten der DBK, Bischof Dr. Stephan Ackermann.  Recherchen bestätigen diese Angaben. 

Bereits 1992 wurden Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen den ehemaligen Erzbischof laut.  Es fanden jedoch über Jahre hinweg keine Untersuchungen der Vorwürfe statt. Erst 1997 erfolgte eine Untersuchung durch die Apostolische Nuntiatur.  Daraufhin trat er - ohne öffentliche Erklärung - von seinen Ämtern zurück.

2002 gab Erzbischof Francisco Javier Errázuriz Ossa erstmals öffentlich zu,  dass der Beschuldigte freiwillig wegen "unangemessenen Verhaltens"  im Zusammenhang mit seiner "etwas überschwänglichen Zuneigung insbesondere zu Kindern" zurückgetreten und versetzt worden sei.  Unklar bleibt, ob es sich tatsächlich um eine freiwillige Entscheidung oder um eine Auflage der Kirche handelte.  Gleichzeitig wurden Vorwürfe laut, die Kirche habe ihn geschützt, indem sie ihn nach Deutschland geschickt habe.

Der Generaloberer der Schönstatt-Patres,  P. Juan Pablo Catoggio sagte auf WDR-Anfrage, Cox sei von der Bischofkongregation in Rom den Schönstatt-Patres anvertraut worden. "Sollten die Fakten stimmen, müsste Cox angeklagt werden".  - Doch das ist bisher nicht geschehen.  

Weiter heißt es offiziell: Nach journalistischen Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren andauerten, verzichtete der ehemalige chilenische Erzbischof angeblich seit  Oktober 2002 auf jegliche pastorale Tätigkeiten. 

Nachdem er zuerst in die Schweiz ging, lebt er seit 2005 im Bistum Trier.  -  Zu diesem Zeitpunkt war der heutige Kardinal Reinhard Marx Bischof von Trier.


  • "Im Vordergrund stehen die Barmherzigkeit und das Verzeihen, von dem die Täter profitieren. Einer der mutmaßlichen Täter ist der ehemalige chilenische Erzbischof Francisco José Cox, auf dem schwerste Vorwürfe sexuellen Missbrauchs lasten. Der heute 83jährige, ein Priester der Schönstatt-Bewegung lebt seit 2005 zurückgezogen in der Zentrale der Schönstattpatres in Vallendar bei Koblenz. Deren Generaloberer P. Juan Pablo Catoggio sagt auf WDR-Anfrage, Cox sei von der Bischofkongregation in Rom den Schönstatt-Patres anvertraut worden. Catoggio gibt weiter an, dass er die Vorwürfe gegen Cox wegen seines „unangemessenen effektiven Umgangs mit Jugendlichen“ kenne. Deswegen sei dieser als Erzbischof zurückgetreten. Allerdings habe es in Chile niemals eine formelle Anklage gegen Cox gegeben. Die von dem Zeugen beschriebene Vergewaltigung bezeichnete Catoggio als abscheulich und pervers. Sollten die Fakten stimmen, müsste Cox angeklagt werden – so der Generalobere der Schönstatt-Priester. - Doch das ist bisher nicht geschehen. 
  • José Andres Murillo von der Antimissbrauchstiftung findet den Fall Cox beschämend und kritisiert Kirche und Justiz:  "Die Kirche hat ihn geschützt, indem sie ihn nach Deutschland geschickt hat. Und es ist wirklich eine Schande, dass die chilenische Justiz den Vorwürfen gegen Cox nicht nachgeht." Unter seinen Opfern waren einige der ärmsten Kinder Chiles  direkt zum Audiobeitrag auf WDR5 (ab Minute 6:00)
  • "Das katholische Kartell - Wie die Kirche in Chile ihre Missbrauchs-Priester scheinbar straft und doch schützt: Die Figuren des chilenischen Regisseurs Larraín haben reale Vorbilder. Es sind jene Priester, von denen auch in Deutschland in den vergangenen Jahren oft die Rede war. Sie haben Minderjährige missbraucht und vergewaltigt, in ihrer jeweiligen Gemeinde wird getuschelt, Vorwürfe machen die Runde, Zeitungen berichten – und plötzlich sind die Täter verschwunden. So wie auch der chilenische Bischof Francisco José Cox abtauchte, nachdem Zeitungen berichtet hatten, dass er gegenüber Kindern und Jugendlichen übergriffig geworden sei. (...) Unglaublich, was für ein Leben der übergriffige Bischof hat. Ich konnte es nicht fassen, was für ein schönes Leben dieser Typ hat“, sagt Pablo Larraín beim Besuch in Berlin. Larraín, 39 Jahre, Drei-Tage-Bart, T-Shirt, Jeans, Sneakers, reicht sein Smartphone über den Tisch. Darauf ist eine Landschaft zu sehen wie aus der Schokoladenreklame: Berge, Wiesen, Kühe – und mittendrin ein schönes großes Haus. In diesem Haus in der Schweiz lebte Bischof Cox, nachdem er in Chile von seinen Ämtern zurückgetreten war. Larraín sah das Foto vor einigen Jahren in einer chilenischen Zeitung. Es ließ ihn nicht mehr los. „Warum sitzt der in der Idylle und nicht im Gefängnis?“, fragte er sich – und begann zu recherchieren. Er fand heraus, dass die katholische Kirche ihre Priester, die nicht mehr tragbar sind in ihren Gemeinden, in spezielle Häuser beordert, in eine Mischung aus Gefängnis und Altersheim. Zumindest in Chile und den USA gibt es diese Häuser. „Die Kirche schützt ihre Priester vom Priesterseminar bis zum Altersheim“, sagt Pablo Larraín. Vor einer Anklage vor einem weltlichen Gericht muss sich keiner ihrer Bewohner fürchten." (tagesspiegel.de, 11.2015)
  • "Dass die katholische Kirche mit solchen Häusern die staatliche Justiz umgeht und ihr eigenes Rechtssystem geschaffen und etabliert hat - das ist eines der Themen, die Pablo Larraín mit seinem Film "El Club" anspricht: "Die Kirche scheint mehr Angst vor der Presse zu haben, als vor der Hölle."" (dw.com)
  • "In 2002, bishop Francisco José Cox Huneeus, was ordered by the Church to retreat from pastoral life for “inappropriate behaviour” and made to go into seclusion in a German monastery." (CRIN - Child Rights Information Network, "Child Sexual Abuse and the Holy See")
  • "Die zurückliegenden Monate haben gezeigt, dass wir uns gezielter als bisher auch der Frage zuwenden müssen, wie wir mit Priestern verfahren, die zu sexuellen Missbrauchstätern geworden sind“, erklärte Bischof Ackermann 2012.  Während der Missbrauchsbeauftragte  2012 noch von den "zurückliegenden Monaten" sprach, hielt sich der ehemalige Erzbischof, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, bereits seit sieben im Bistum Trier auf. " Opfergerechter Umgang mit Tätern“ (Bistum Trier, Mai 2012)

Freitag, 10. November 2017

Bistum Essen: In 17 Personalakten Hinweise auf möglichen sexuellen Missbrauch gefunden - 11 Priester möglicherweise in anderen Bistümern tätig

11 Priester in andere Bistümer versetzt. - Erhebliche Lücken in den Personalakten lassen Dunkelziffer nicht abschätzen.

Das Bistum Essen hat neue Hinweise auf möglichen sexuellen Missbrauch durch Priester gefunden. Das ist das Ergebnis einer Überprüfung aller Personalakten des Bistums durch eine externe Anwaltskanzlei. Die sollte herausfinden, ob in den Akten Hinweise auf Missbrauch an Kindern zu finden sind.

Zwei der 17 Priester seien in der Vergangenheit bereits straf- und kirchenrechtlich verurteilt worden, sagte die Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Angelika von Schenk-Wilms. Bei weiteren vier Hinweisen seien die Betroffenen zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits volljährig gewesen. Die übrigen elf Priester gehören nicht mehr dem Bistum an. Deren neue Diözesen oder Orden seien vom Ruhrbistum über die Hinweise in den Akten informiert worde

Die Kanzlei untersuchte neben den Personalakten auch 100 Ergänzungsakten noch lebender Geistlicher, die normalerweise unter Verschluss stehen. In 30 dieser sogenannten Geheimakten seien aufgedeckte und verfolgte Missbrauchsvorwürfe dokumentiert worden. 

Nicht abzuschätzen ist aus Sicht der Anwälte, ob es eine Dunkelziffer nicht entdeckter Missbrauchsfälle geben könnte und wie hoch sie gegebenenfalls sei. „Insbesondere alte Personalakten wiesen teilweise erhebliche Lücken hinsichtlich der Lebensdokumentation des Geistlichen auf.“ Die Kanzlei nahm auch eine Neuorganisation der Akten vor. Die Seiten sind nun durchnummeriert. Manipulationsversuche etwa durch die Entfernung von Dokumenten werden damit erschwert.

Das Bistum Essen ist nach Angaben von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck nach dem Erzbistum München und Freising das zweite Bistum in Deutschland, das die Akten auf diese Weise hat untersuchen lassen.

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Donnerstag, 9. November 2017

Bistum Trier: Bischof Ackermann feuert Pressesprecher und Mediendirektor Andre Uzulis

25.10.2017

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat seinen Kommunikationsdirektor André Uzulis (52) gefeuert. Das Arbeitsverhältnis sei mit sofortiger Wirkung beendet worden, teilte das Bistum am Mittwoch mit.

Über den Grund der Trennung wurde offiziell nichts bekannt.

In den zurückliegenden Monaten hatte es aber wiederholt Kritik an der Arbeit des Mediendirektors gegeben. „Der hat sich gut verkauft, aber nicht das Bistum“, kommentierte ein hochrangiger Kirchenvertreter den Rauswurf. 

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Freitag, 27. Oktober 2017

Bistum Würzburg: Glaubenskongregation in Rom bestätigt Strafe

Die Glaubenskongregation in Rom hat ein kirchenrechtliches Verfahren gegen einen Pater der Franziskaner-Minoriten in Würzburg wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger abgeschlossen und die Strafen gegen den 83-Jährigen bestätigt. Nach Mitteilung eines Sprechers des Ordens vom Donnerstag hat die Glaubenskongregation dem Mann 2013 bereits wegen mehrerer Missbrauchsfälle unter anderem die öffentliche Feier der Eucharistie, den Kontakt zu Minderjährigen und den Aufenthalt in den Bistümern Köln, Bamberg und Würzburg verboten. Dagegen legte er Beschwerde ein. Diese sei nun zurückgewiesen worden, teilte der Orden mit.

Die Missbrauchsvorwürfe gegen den Pater wurden 2010 bekannt. Das Bistum Würzburg beurlaubte den Mann daraufhin. Die staatlichen Ermittlungen gegen den heute 83-Jährigen wurden den Angaben nach im August 2010 eingestellt, meist wegen Verjährung. 


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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Bistum Essen: Prävention auf katholisch: Essener missbrauchte sieben Kinder aus katholischem Kirchenchor

Das Ausmaß an sexuellem Missbrauch und an Vertrauensbruch übersteigt fast schon die Vorstellungskraft. Über Jahre hat ein 29 Jahre alter Essener seine Kontakte in einem hochrangigen katholischen Kirchenchor* genutzt, um Opfer für die Befriedigung seiner pädophilen Neigung zu finden. Am Mittwoch verurteilte ihn das Landgericht Essen zu acht Jahren Gefängnis, verhängte zusätzlich die anschließende Sicherungsverwahrung.

Insgesamt sieben Kinder, so wurde in den Ermittlungen bekannt, missbrauchte der Chorsänger und Orgelspieler. Hatte er sie erst einmal in seiner privaten Umgebung, begann er mit sexuellen Annäherungen, steigerte die Intensität. Fotos und Videos fertigte er von den Jungen, die zum Teil erst neun Jahre alt waren, und bot die Bilder im Darknet, einem anonymen und für die Polizei kaum zu kontrollierenden Bereich des Internets, zum Tausch an.

*Anm.: Der Chor wird nicht genannt, um die Opfer zu schützen.

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  • Laut Urteil hatte er sich an sieben Jungen im Alter von 6 bis 13 Jahren vergangen. (wdr.de)
  • Philipp G.s entsetzliche Fälle sexuellen Kindes-Missbrauchs lassen verstört zurück: Freunde, Kirche und ein Jugendamt, das früh Bescheid wusste. - Man bot intern Hilfe und Gespräche an, blieb nach außen aber schweigsam: „Der Schutz, die Hilfe und die Anonymität der Betroffenen“ stünden für die Kirche im Mittelpunkt, heißt es. (nrz.de)

Montag, 16. Oktober 2017

Bistum Trier: Kommentar zum Statement von Bischof Ackermann zum "Hildesheimer Gutachten"

Herr Bischof Ackermann - Mit Verlaub, aber wie perfide sind Sie?

In Ihrem Statement zum "Hildesheimer Gutachten" beschreiben Sie diesen Schritt in der kritischen Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich als "wichtig". Er ist für Sie also von wesentlicher und fundamentaler Bedeutung.  

Dieser Schritt war nicht "wichtig", Herr Ackermann - dieser Schritt war das Mindeste, was ein Bistum überhaupt tun muss. Er sollte - sieben Jahre nach 2010 - zur Selbstverständlichkeit geworden sein.  Und je mehr sie die "Wichtigkeit" betonen umso mehr lässt dies erkennen, wie unsagbar groß Ihr Versagen in den letzten Jahren war,  - und wie  groß die Kluft zwischen Ihrer Fehlwahrnehmung und der Realität offensichtlich heute noch ist. 

"Die Analyse des Gutachtens ist offen und schonungslos, beschämend und mahnend" lassen Sie mitteilen.  Wissen Sie was, Herr Ackermann? Hätten Sie diese Worte nicht schon vor Jahren immer und immer wieder völlig emotionslos  für sich geltend gemacht, klängen sie vielleicht heute nicht so abgedroschen. -  Und die Worte wären evtl. sogar noch mit Glaubwürdigkeit behaftet. Doch genau dies erscheint inzwischen nahezu unmöglich -  nutzten Sie sie doch jahrelang phrasenhaft und leiern Sie seit 2010 immer und immer wieder herunter!

Weiter schreiben Sie: "Umso wichtiger empfinde ich, dass die Verantwortlichen im Bistum Hildesheim, Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, und Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, öffentlich um Entschuldigung gebeten haben."-  Wie haarsträubend klingt dies von jemandem, der bis heute eine Entschuldigung ablehnt?   So behaupteten Sie im Jahr 2010:  "Die individuelle Schuld könnte durch eine Entschuldigung der Institution Kirche vernebelt werden." Genau dies erscheint Ihnen heute aber groteskerweise als "wichtig".  - Es geht nur noch selten um individuelle Schuld der Täter, Herr Ackermann. Es geht um Ihre Schuld! - Um Ihre Versäumnisse, um Ihren Umgang mit Betroffenen und um Ihr Versagen. Und hier können Sie sich nicht von Schuld freisprechen. Weder als Bischof von Trier - geschweige denn als "Missbrauchsbeauftragter" der DBK.

"Ich bin dem Bistum dankbar, dass es im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs und deren Aufarbeitung einen – wie das Gutachten sagt – Paradigmenwechsel eingeleitet und zahlreiche Maßnahmen, insbesondere im Präventionsbereich, getroffen hat." - Was für eine fadenscheinige Aussage Ihrerseits.

Der "Paradigmenwechsel", der Ihrer Meinung nach stattgefunden hat, entspricht übrigens keineswegs einer "phasenhaften Veränderung von bestimmten Fragestellungen und Problemlösungsstrategien, die typisch ist für bestimmte wissenschaftliche Disziplinen oder Disziplinengruppen", wie er definiert ist,  sondern wohl eher einer "phrasenhaften" Veränderung Ihrerseits. - Mehr nicht.

Und hören Sie endlich auf, ständig von Ihrer "Prävention" zu brabbeln. Ohne eine ernstzunehmende Aufklärung kann Prävention nicht gelingen! Selbst Weihbischof Bongartz gestand heute ein, dass er die Täterstrategien nicht erkannt habe. Ob dies zu seinem Aufgabenbereich gehörte wage ich zu bezweifeln.  - Falls doch, hätte er auf die Täterstrategie hochsensibilisiert reagieren müssen. Schließlich betonen Sie doch immer wieder, wie gut Ihre Schulungen seien.  - Scheinbar doch nicht!  Bongartz hätte schlicht und ergreifend den Betroffenen glauben müssen. Es lagen zahlreiche Hinweise vor, die nicht ernstgenommen wurden.  

Herr Ackermann, Ihnen als "Missbrauchsbeauftragter" gelingt es nicht einmal in Ihrem eigenen Bistum dafür Sorge zu tragen, dass diejenigen, die dazu verpflichtet wären, Ihre Präventionsmaßnahmen anerkennen!  Das Bistum Trier mit Ihnen als Missbrauchsbeauftragten repräsentiert das Versagen der Katholischen Kirche im Umgang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche beispiellos - im negativen Sinne.   -  Egal, welche Ihrer Aussagen man nimmt - es blieben und bleiben leere Versprechen. Ein einziges Trugbild. 

Noch einmal:  Mit Verlaub, Herr Bischof, aber es war nicht das Bistum Hildesheim, welches aufklärte! -  Und am wenigsten waren Sie es, der sich dafür einsetzte!

Es waren auch hier die Betroffenen, die ihr Schweigen brachen und sich hilfesuchend an die Öffentlichkeit wandten.  

Erst aufgrund des medialen Druckes entschied man sich für ein externes Gutachten.  - Genauso läuft es seit sieben Jahren in Ihrem eigenen Bistum. 

Schauen Sie genau nach Hildesheim, schauen Sie sich das traurige Versagen der Verantwortlichen in den letzten Jahre an und lassen Sie sich die Fragen beantworten, denen bei der heutigen Pressekonferenz ausgewichen wurde und die unbeantwortet blieben.

Sie als Missbrauchsbeauftragter, haben sich nicht zu dem Abschlussbericht der "Regensburger Domspatzen" gemeldet, und - was vielleicht noch wichtiger wäre - zu den aktuellen Vorwürfen in Ihrem eigenen Bistum Stellung bezogen.

Sich ausgerechnet jetzt mit dem Hildesheimer Gutachten zu brüsten und so zu tun, als sei dieses Gutachten auf Initiative der Katholische Kirche zurückzuführen ist ein weiteres Täuschungsmanöver.

Mit Verlaub, Herr Bischof, aber manchmal frage ich mich ernsthaft, inwiefern sich Ihre Strategie von der eines Täters unterscheidet!



Mit freundlichen Grüßen,

Claudia Adams


Bistum Hildesheim: "Naivität, Verantwortungslosigkeit, unklare Kommunikation"

Das Bistum Hildesheim und der Jesuitenorden haben über lange Zeit wissentlich in Kauf genommen, dass Minderjährige durch den pensionierten Priester Peter R. gefährdet wurden. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), das vom Bistum mit der Untersuchung beauftragt wurde und nun ein Gutachten vorgelegt hat.

Die Gutachter wiesen anlässlich der untersuchten Fälle auch auf grundsätzliche Probleme und Unzulänglichkeiten der katholischen Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt hin.

Die Analyse des Falles Peter R. (im Gutachten "Anton P." genannt), der von 1982 bis 2003 im Bistum Hildesheim wirkte, "bringt gravierende Versäumnisse sowohl der Verantwortlichen des Bistums als auch des Jesuitenordens zutage", so die Gutachter. Demnach lassen sich insgesamt elf Fälle sexualisierter Gewalt nachweisen, die sich Peter R. während seiner Zeit in Hildesheim zuschulden kommen ließ. Mindestens sechs davon seien den Bistumsverantwortlichen bereits damals schon bekannt geworden.

Auch der Fall des jungen Mädchens wurde als "möglicher Fall einer Kindeswohlgefährdung nicht erkannt". Es sei nichts unternommen worden, um das Mädchen vor Kontaktaufnahmen durch Peter R. zu schützen. Und das, obwohl dem Bistum zu dieser Zeit alle Vorwürfe - sowohl im Bistum als auch im Berliner Canisiuskolleg - bekannt gewesen seien.

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Bistum Hildesheim: Pressekonferenz vom 16. Oktober 2017

Bistum Hildesheim: Schwerwiegende Versäumnisse - und Anlässe zum Nachdenken

Das Bistum Hildesheim hat heute den Bericht zu mehreren mutmaßlichen Missbrauchsfällen veröffentlicht, den das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München im Auftrag der Diözese erstellt hat. Das Gutachten benennt vor allem im Umgang mit verschiedenen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen den pensionierten Priester Peter R. deutliche Versäumnisse des Bistums.



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Erzbistum Köln: 50.000 Euro Schweigegeld für Missbrauchsopfer in Rheinbach

Am Rheinbacher Konvikt des Pallottiner-Ordens gab es Anfang der 1960er Jahre mindestens drei Fälle des sexuellen Missbrauch. Ein Täter soll sein Opfer mit 50.000 Euro abgefunden haben.

Konkret habe es im Jahr 2009, noch vor dem öffentlichen Bekanntwerden der Fälle, eine notarielle Vereinbarung zwischen dem mit dem Vorgang beauftragten Pallottiner-Pater Norbert Possmann und dem Opfer gegeben, die einerseits die Zahlung von 50 000 Euro vorsieht und andererseits im Gegenzug „Stillschweigen über die Sachverhalte des Vergleichs“ verlangt.

„Das hat der Betroffene als Schweigegeld verstanden“, sagt Becker. Das Opfer ist inzwischen verstorben und kann selbst nichts mehr dazu sagen. Allerdings bestätigte auch dessen Bruder dem General-Anzeiger, dass die Zahlung mit einem dauerhaften Schweigen über die gesamten Vorgänge assoziiert wurde. Pallottiner Norbert Possmann bestätigte jetzt den Sachverhalt, will die Zahlung aber anders verstanden wissen. „Es ist nicht üblich und war auch damals nicht üblich, Geld zu zahlen und damit verbunden Stillschweigen zu vereinbaren“, so Possmann. Dies sei nur in diesem einen Fall geschehen, man habe sich auf Anraten des Anwaltes auf diesen Passus geeinigt.


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Erzbistum Köln: Missbrauchsskandal in Bad Münstereifel - Erzbistum Köln zieht beschuldigten Priester ab

Knapp einen Monat nach der Vorstellung des Abschlussberichtes über sexuellen Missbrauch und Misshandlungen am Collegium Josephinum in Bad Münstereifel hat das Erzbistum Köln auch den letzten beschuldigten Priester aus dem aktiven Dienst genommen. Dabei dürfte es sich um einen Geistlichen handeln, der 1982 nach sexuellen Übergriffen in Bad Münstereifel versetzt worden war und anschließend noch einmal die Stelle wechseln musste.

Dass unter Verdacht auf sexuellen Missbrauch stehende Priester mitunter noch viele Jahre seelsorgerisch tätig seien, liege allgemein daran, dass man zunächst den Hinweisen nachgehe. Falls diese konkret genug seien, seien personalrechtliche Konsequenzen möglich. Es müssten aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, teilte Heckeley mit.

Freitag, 6. Oktober 2017

Bistum Trier / Bistum Würzburg / Klosterneuburg: Tragen die Verantwortlichen des Bistums Trier Mitschuld an Missbrauchsfällen? - Das Bistum schweigt sich aus

Bistum Trier schweigt sich aus

Die Fragezeichen im Lebenslauf von X. tauchen nicht erst 1993 auf, sondern sechs Jahre früher im Bistum Trier. 1987 hat X. das Priesterseminar nach vier Semestern „auf eigenen Wunsch verlassen“, bestätigt das Bistum Trier auf Anfrage. Eine nähere Erläuterung, warum er dies tat, gibt Bistumssprecherin Judith Rupp nicht. Sie bestätigt auch nicht die Aussage des damaligen Regens, die dieser bereits vor Monaten gegenüber Johannes Heibel geäußert hat. Er sagte, dass X. aufgrund des Gesamteindrucks seiner Persönlichkeit für das Amt des Priesters nicht geeignet gewesen sei. 

Das Bistum Trier bestätigt, dass es tatsächlich eine Anfrage mit Datum vom 14. Januar 1987 gab. Was das Bistum Trier dem Stift Klosterneuburg jedoch geantwortet hat, darüber schweigt es sich trotz Nachfrage aus.

Falls die Antwort so ausfiel wie die Einschätzung des damaligen Regens, dann verwundert, warum das Stift Herrn X. aufgenommen hat. Wenn eine positive Beurteilung nach Österreich gegeben wurde, dann muss sich nun das Bistum Trier fragen, warum es das getan hat und ob es womöglich Mitschuld an den Missbrauchsfällen hat. Verwunderlich ist auch, dass es sich nicht spätestens bei der Primizfeier, zu der X. 1996 ins Bistum Trier zurückgekehrt ist, dazu geäußert hat.

Jedenfalls hätte X. aufgrund der jüngsten Rechercheergebnisse niemals eine geistliche Karriere anstreben sollen und dürfen.



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Montag, 2. Oktober 2017

Bistum Trier / Stift Klosterneuburg: Ein skandalöses Lehrstück von Vertuschung und falscher Fürsprache, welches im Bistum Trier begann

Eine Journalistin der deutschen Tageszeitung "Mainpost“ berichtet vor einigen Monaten, schon im Priesterseminar in Trier habe sich abgezeichnet, dass M. nicht für das geistliche Amt tauge. Der Mann habe das Seminar verlassen, um seinem Ausschluss zuvorzukommen.

"1993 missbrauchte ein Augustiner Chorherr im Stift Klosterneuburg einen minderjährigen Messdiener. Danach wurde er Priester und erneut zum Täter. Ein skandalöses Lehrstück von Vertuschung und falscher Fürsprache" - welches im Bistum Trier begann und seinen Lauf nahm.

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Samstag, 23. September 2017

Bistum Trier / Freisen : Das Bistum hat erneut versagt - ein Kommentar





Die kirchenrechtliche Voruntersuchung in der "causa Freisen" ist abgeschlossen.

Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen hat sich erhärtet. - In mehreren Fällen.

Das Bistum empfiehlt dem Vatikan, ein kirchenrechtliches Strafverfahren gegen den Pfarrer einzuleiten.


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Unglaublich schwere  Jahre liegen hinter den Betroffenen. 

Und ein unglaublich schweres Jahr hinter denjenigen, die den Betroffenen glaubten - und an sie glaubten.

Ein schweres Jahr liegt hinter uns, die wir für eine ernsthafte Aufklärung sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche kämpfen. Ein schweres Jahr für alle, die gegen das System der Vertuschung kämpfen. - 

Selten war ein Fall so anspruchsvoll, waren die Zusammenhänge so ausufernd, waren so viele Personen bis in die höchste deutsche Kirchenhierarchie involviert. Selten wurden so viele Fragen aufgeworfen.

Diejenigen, die den Betroffenen glaubten, litten mit ihnen. - Tag für Tag.  Manche von ihnen aus eigener Erfahrung heraus. Aber nicht nur sie litten.  -  Es litten auch diejenigen, die sich hilfesuchend an ihren Bischof und Vorgesetzten wandten -  und bittere Erfahrungen machen mussten.

Die Emotionen, die während dieser Monate durchlebt wurden, werden erneut Narben hinterlassen.

Besonders die Emotionen, die durch die Worte der Verantwortlichen ausgelöst wurden.  Die Verantwortlichen, die uns keinen Glauben schenkten, die sich herausredeten, die sich nicht mehr erinnern wollten , die abstritten. Die Verantwortlichen und Beteiligten, die schlicht und einfach logen - ebenso wie die Verantwortlichen und Beteiligten, die wegsahen und schwiegen.   Diejenigen, die die Wahrheit sich selbst gegenüber,  vor ihrem Gott und  den Betroffenen gegenüber leugneten.

Darunter haben wir besonders gelitten. 

Wir standen  aber auch einer Institution gegenüber,  die bei uns Betroffenen dieselbe Ohnmacht hervorrief, die wir damals empfanden. Die Unfähigkeit, sich wehren zu können. - Ausgeliefert zu sein. Dieses Gefühl wurde uns immer und immer wieder - und mehr als deutlich - sowohl in Gesprächen als auch in Korrespondenzen mit dem Bistum Trier vermittelt. Besonders jedoch schmerzte das Verhalten des Bistums denjenigen gegenüber, die sich wiederholt in schriftlicher oder mündlicher Form vertrauensvoll an das Bistum wandten -  und offensichtlich nicht ernst genommen wurden.  

Dennoch wagten die, die noch Kraft besaßen, diesen schweren Weg zu gehen.  Die lähmende Ohnmacht zu überwinden. Den Kampf aufzunehmen. Nicht aufzugeben.  Und die Hoffnung nicht zu verlieren. - Selten erfuhr ich über einen so langen Zeitraum eine so gute, vertrauensvolle, und Mut machende Zusammenarbeit unter denjenigen, die sich entschlossen haben, diesen beschwerlichen und strapaziösen Weg auf sich zu nehmen. 

Es gilt an dieser Stelle denjenigen zu danken, die uns während dieser Zeit begleitet haben:

In erster Linie den Betroffenen, die ihr Schweigen brachen.

Weiterer besonderer Dank gilt den Priestern,  aber auch Geistlichen aus dem Generalvikariat,  die uns Hinweise gaben, bei der Aufklärung halfen, die ihr Schweigen brachen - uns Mut zusprachen und dabei selbst große Risiken eingingen.

Ein großer Dank an diejenigen, die sich in dieser Causa schriftlich  an Rom wandten. - Und an diejenigen, die sich vor Ort begaben.

Ich danke jedem Einzelnen, der uns half,  die „Causa Freisen“ nicht aufzugeben. 

Ebenso danke ich den Journalisten, die uns vertrauensvoll begleiteten  und von denen ich weiß, dass sie die "Causa Freisen" weiterverfolgen werden.   - Es werden noch etliche Fragen von den Verantwortlichen zu beantworten sein. Nach all dem Versagen der letzten Jahre in diesem Fall sind die Verantwortlichen  es den Betroffenen schuldig.

- Die zu Beginn des Missbrauchsskandals versprochene Transparenz, der "echte" Aufklärungswille, den Bischof Ackermann im Jahr 2010 versprach, lässt inzwischen -  sieben Jahre nach diesen Versprechen - auch den letzten Funken Hoffnung im Keim ersticken.  Bischof Ackermann zog und zieht bis heute ausschließlich dann Konsequenzen, nachdem die Medien veröffentlichen.   Auch über die Geschehnisse in der  "causa Freisen" war das Bistum seit Jahren informiert - und reagierte erst, als der Fall öffentlich wurde. 

Desgleichen wirft die "Causa Freisen" auch die Frage auf, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte selbst einen Priester  aus seinem eigenen Bistum über Jahre hinweg schützt und verteidigt, der in den vergangenen Jahren acht (!) Mal bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wurde. (Die Vorwürfe reichen von illegalem Waffenbesitz bis hin zum schweren sexuellen Missbrauch einer Grundschülerin. )

Die Vorgehensweise von Bischof Ackermann verdeutlicht in diesem langwierigen Fall aber auch erneut,  dass der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz noch nicht einmal in der Lage ist, die Fälle in seinem eigenen Bistum "aufzuklären". Dort, wo Vertrauen zu Bischof Ackermann als Vorgesetzten bestehen sollte. Allein schon seiner Biografie her wegen.  Doch dieses Vertrauen in den Vorgesetzten Bischof Ackermann scheint weiter zu bröckeln. - Auch im Generalvikariat selbst.

"Aufklärungswille zeigen"  hätte für Bischof Ackermann bedeutet:  Hinsehen und nicht wegsehen. Den Betroffenen Glauben schenken und sie nicht übergehen.  Hinweise ernst nehmen und nicht ignorieren. Dies hätte für Bischof Ackermann auch bedeutet, die Wahrheit nicht zu leugnen und sich selbst einzugestehen, dass das, was uns widerfuhr, keine Einzelfälle sind.  Es ist offensichtlich, dass von Seiten des Bischofs bis heute versucht wird, Aufklärung  um jeden Preis zu verhindern. Und das System fortzuführen, das über Jahrzehnte galt: Vertuschung.  

Die Frage, ob  überhaupt ein Wille erkenntlich ist, der eine ehrliche Aufklärung verspricht, mag jeder für sich selbst beantworten. - Schließlich hat zu dem Erkenntnisgewinn dieses Abschlussberichtes wohl jeder, dem Aufklärung am Herzen liegt, seinen Teil dazu beigetragen. - Aber gewiss nicht die Verantwortlichen im Bistum Trier. 

Das Mindeste und das, was jetzt unmittelbar erfolgen muss, ist eine Entschuldigung seitens des Bischofs. Und zwar all denjenigen gegenüber, denen der Bischof keinen Glauben schenkte. Denjenigen gegenüber, die direkt und indirekt unter der Vorgehensweise Ackermanns litten.  - Und das sind viele. - Angefangen bei den Betroffenen.


Claudia Adams

Sonntag, 17. September 2017

Bistum Trier: ehemaliger Trierer Priesterseminarist: Missbrauch von 1991 wurde jetzt öffentlich

Der Fall aus dem Jahr 1991 wurde bekannt, da der Geistliche erneut einen Buben missbraucht haben soll.

Der Geistliche soll sich im Jahr 1991 im Stift Klosterneuburg an einem minderjährigen Ministranten vergangen haben. Es wurde damals allerdings keine Anzeige erstattet. "Es sollte nur sichergestellt werden, dass Herr [...] aus dem Stift Klosterneuburg entfernt wird, was auch unmittelbar mit aller Konsequenz des Kirchenrechtes erfolgte."

Nach Missbrauchsfall zum Priester geweiht

„Das Stift hat den Chorherrn damals sofort suspendiert und ihn aufgefordert aus dem Orden auszutreten“, sagt Pressesprecher Walter Hanzmann gegenüber noe.ORF.at. Trotzdem wurde der Beschuldigte fünf Jahre später in Rumänien zum Priester geweiht.

Die Diözese in Rumänien habe sich nicht beim Stift über den Mann erkundigt, so der Sprecher, sonst hätte er nie zum Priester geweiht werden dürfen.

Nach seiner Weihe war der Beschuldigte in Basel und in Würzburg in Deutschland als Priester tätig. In Würzburg soll er sich dann erneut an einem Minderjährigen vergangen haben.

Vor dem Eintritt des Geistlichen in das Stift Klosterneuburg habe man sich über den Herren im Priesterseminar in Trier erkundigt. „Dort haben wir aber keine negative Auskunft erhalten, die eine Aufnahme in das Noviziat des Stiftes in Frage gestellt hätte." 


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Eigene Recherchen ergaben jedoch, dass der damalige Personalverantwortliche im Bistum Trier bereits dem Seminaristen von einer Laufbahn als Priester abriet. Weitere Überprüfungen der biografischen Daten sowie vorliegender Schriftwechsel weisen eindeutig darauf hin, wie nachlässig die Kirche vor und nach den Missbräuchen mit den Tätern umgeht. - Auch heute noch. / ca


  • 1996 wurde der pädophil veranlagte Mann in Rumänien eilig zum Priester geweiht. Die Umstände der Zeremonie, die der Diözesanbischof von Oradea vornahm, verharren im Dunkeln. Laut profil brachte das Stift Klosterneuburg den Mann nach dem Übergriff noch mehrere Jahre lang in einer Wohnung in Wien-Döbling unter (!), die im Besitz des Stiftes steht. Bernhard Backovsky, der Novizenmeister war, als der Übergriff passierte, soll sich laut profil-Recherchen noch 1997 bei ehemaligen Augustiner Chorherren in Deutschland für den Pfarrer eingesetzt haben. Unklar ist, wer dem pädophil veranlagten Geistlichen zur Priesterweihe in Rumänien verholfen hat. Das Stift Klosterneuburg bestreitet jede Beteiligung im Hintergrund. Im Jahr 2000 bekam der Pfarrer im Bistum Würzburg eine kleine Gemeinde und vergriff sich hier erneut an einem Minderjährigen. (den vollständigen Artikel auf "profil.at" lesen)
  • Ungereimtheiten im Missbrauchsfall Klosterneuburg :Übergriffiger Pfarrer noch bis 1998 in Wiener Wohnung gemeldet. Profil berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über weitere Ungereimtheiten in der Missbrauchscausa des Stiftes Klosterneuburg. Laut Darstellung des Stiftes sei der Kontakt zum ehemalige Ordensbruder, der sich 1993 an einem minderjährigen Messdiener vergriffen hatte, im Jahr darauf – also 1994 – abgebrochen.  Laut Meldeamt war der Mann aber noch bis 1996 in Klosterneuburg gemeldet und anschließend in einer Wohnung in Wien-Döbling, die dem Stift gehört. Dort sei er bis 1998 gemeldet gewesen. (den vollständigen Artikel auf "profil.at" lesen)

Donnerstag, 14. September 2017

Bistum Köln: Jungen in katholischem Internat über Jahrzehnte gequält

In einem katholischen Internat in der Eifel haben kirchliche Mitarbeiter über Jahrzehnte Jungen gequält und missbraucht. Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftlicher Bericht im Auftrag des Erzbistums Köln, der am Vormittag vorgestellt wurde.


Demnach gab es am Collegium Josephinum in Bad Münstereifel bis in die Siebzigerjahre hinein Gewalt gegen Minderjährige in unterschiedlicher Form und ein "System des Machtmissbrauchs".

Es habe sexuellen Missbrauch, physische und psychischer Gewalt gegeben, heißt es zusammenfassend im Abschlussbericht. "Gewalt in allen drei Erscheinungsformen war keine Ausnahmenerscheinung in der Geschichte des Konvikts nach dem Krieg."

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Mittwoch, 13. September 2017

Erzbistum Köln: Streit über Missbrauchsstudie - Veranstaltung am Knabenkonvikt nach Drohungen abgesagt

Schrille Misstöne überlagern die geplante Präsentation einer groß angelegten Studie über jahrzehntelangen Missbrauch von Schülern am erzbischöflichen Konvikt „Collegium Josephinum“ in Bad Münstereifel. Nach Drohanrufen sagten die Leiterinnen des vom Erzbistum Köln in Auftrag gegebenen Projekts, die Pädagogik-Professorin Claudia Bundschuh (Hochschule Niederrhein) und die Kölner Rechtsanwältin Bettina Janssen, eine Information für Betroffene zum Abschlussbericht ab.

Zur Begründung für die Absage erklärte Bundschuh dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, sie könne den Schutz und die Integrität der primär Betroffenen nicht garantieren. 

den vollständigen Artikel auf "ksta.de" lesen


  • Um zu verhindern, dass Betroffene und Gegner der vom Erzbistum in Auftrag gegebenen Studie aufeinander treffen, habe man sich für eine Absage der öffentlichen Info-Veranstaltung entschieden, sagte Heckeley.  ("rp-online.de")

Dienstag, 12. September 2017

Bistum Münster: Befunde auf Datenträgern weisen deutlich unangemessenes Verhalten des Priesters gegenüber Kindern und Jugendlichen nach - Bischof Genn: "Kirchenrechtliches Verfahren eingestellt, da keine nachweisbaren kirchenrechtlichen Straftatbestände vorliegen, die eine Weitergabe an die Glaubenskongregation in Rom nötig machen"

Nachdem die Staatsanwaltschaften Oldenburg und Hannover die Verfahren gegen einen 74-jährigen Lohner Priester wegen des Verdachtes des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen bzw. wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften eingestellt haben, hat jetzt auch Bischof Dr. Felix Genn die kirchliche Voruntersuchung per Dekret eingestellt. 

Es lägen keine nachweisbaren kirchenrechtlichen Straftatbestände vor, die eine Weitergabe an die Glaubenskongregation in Rom nötig gemacht hätten, begründet der Bischof seinen Schritt. 

Gleichwohl sei ein deutlich unangemessenes Verhalten des Priesters gegenüber den betreffenden Kindern und Jugendlichen zu konstatieren, was die Befunde auf seinen Datenträgern nachweisen. 

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Donnerstag, 17. August 2017

Bistum Hildesheim: Gutachten zu Missbrauchsvorwürfen gegen verstorbenen Hildesheimer Bischof Janssen und gegen pensionierten Priester R. liegt vor - Öffentlichkeit wird erst über Inhalt des Gutachten informiert, wenn der Verantwortliche in Bezug auf den Umgang des Bistums mit den Vorwürfen, Bischof Trelle, vermutlich nicht mehr im Amt ist

Ein Jahr nach der Erteilung des Auftrags liegt jetzt das Gutachten zu Missbrauchsfällen im Bistum Hildesheim vor. Das teilte die Diözese am Mittwoch mit. Die Ergebnisse will das Bistum allerdings erst im Oktober der Öffentlichkeit mitteilen. "Wir werden das Gutachten jetzt genau lesen und schauen, welche Schlüsse wir aus den Ergebnissen ziehen müssen", sagte Weihbischof Heinz-Günter Bongartz.

Das Bistum Hildesheim hatte das Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) im August 2016 beauftragt, die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Bischof Heinrich Maria Janssen, der 1988 starb, sowie gegen den pensionierten Priester Peter R. zu prüfen. Auch sollte geklärt werden, ob es mögliche weitere Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch die Geistlichen gibt.

Wenn die Öffentlichkeit im Oktober über die Erkenntnisse der Gutachter informiert wird, ist der heutige Bischof Norbert Trelle womöglich nicht mehr im Amt: Er wird im September 75 Jahre alt und reicht dann sein Rücktrittsgesuch beim Papst ein. Trelle ist der Verantwortliche in Bezug auf den Umgang des Bistums mit den Vorwürfen gegen Janssen und R ...

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Mittwoch, 2. August 2017

Bistum Magdeburg: Pfarrer wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilt

Der ehemalige katholische Pfarrer von Braunsbreda ist wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Der Strafbefehl des Amtsgerichtes Merseburg ist rechtskräftig. Letztlich verurteilt wurde der Angeklagte aufgrund des Besitzes von mindestens 30.000 Bilddateien und knapp 300 Videodateien mit Kinderpornografie. 

Die Vorwürfe gegen den damals 66-jährigen Geistlichen, der seit Herbst 2008 als Pfarrer in Braunsbedra arbeitete, waren im April 2016 bekanntgeworden. Die amerikanische Bundespolizei FBI ermittelte damals gegen den Betreiber einer einschlägigen Internetseite und war dabei auf Daten des Braunsbedraers gestoßen.

Das Bistum Magdeburg war zuvor schon krisenerprobt, musste es doch in der Vergangenheit bereits auf mehrere ähnliche Vorfälle reagieren.  Der Pressestelle des Bistums zufolge gab es in den 60 Jahren bis Mitte 2016 acht Fälle von nachgewiesener sexueller Gewalt von Geistlichen an Kindern und Jugendlichen oder Besitz kinderpornografischer Schriften. Sieben seien Priester gewesen, vier von ihnen seien bereits verstorben. – „Die Vorwürfe bedeuten ganz klar einen Imageschaden“, hatte Thomas Lazar von der Pressestelle des Bistums gleich zu Beginn der Ermittlungen gegenüber der MZ gesagt.

Mittwoch, 26. Juli 2017

aktualisierte
Reaktionen  auf den  Abschlussbericht 
der "Regensburger Domspatzen"
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Montag, 17. Juli 2017

Bistum Trier / AKO Bad Godesberg: Missbrauchsopfer des Aloisiuskollegs kämpft gegen Verjährung - mutmaßlicher "Täter Nr. 2" war bis 2006 im Bistum Trier tätig und soll sich bereits schon am Jesuitenkolleg in Büren sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben



"(...) Der 2007 verstorbene zweite Jesuit war von 1952 bis 1955 Präfekt und von 1969 bis 1995 Lehrer am Ako. In der Zeit dazwischen soll er sich dem Zinsmeister-Aufklärungsbericht von 2011 zufolge „sexueller Übergriffe“ am Jesuitenkolleg Büren schuldig gemacht haben. Für seine Jahre am Ako verzeichnet der Bericht strafbare Körperverletzungen. (...) (Quelle: "general-anzeiger-bonn.de")                                   


 "(...) Er lebte wie auf der Überholspur des Lebens, sah die Arbeit und sprang hinein: sowohl von Koblenz aus, wo er zwei Jahre als Beichtseelsorger wirkte, wie seit 2001 von Trier aus, als er den deutschsprachigen Raum für die Gebetsmeinungen des hl. Vaters erschließen wollte (...)   Die Umsiedlung von Trier nach Köln im November 2006 hatte sein Bruder H.  übernommen (...)  (Quelle: "con-spiration.de", Nachruf, 2007) 

Quellen:
"volksfreund.de", "general-anzeiger-bonn.de", "con-spiration.de", "jesuiten.org" ("Zinsmeister-Bericht")


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Im Fall des Ex-Schülers des Aloisiuskollegs (Ako), der schwere Missbrauchsvorwürfe gegen zwei frühere Patres erhebt, hat die Bonner Staatsanwaltschaft frühere Angaben korrigiert: Der Betroffene habe sich seit November 2016 doch mehrfach an Strafverfolgungsbehörden gewandt, so Behördensprecher Sebastian Buß. Erst erstattete der Mann in seiner Heimatstadt Strafanzeige gegen die Jesuitenpatres, die ihn in den Jahren 1980 bis 1983 gemeinschaftlich missbraucht haben sollen. Einen dritten Pater zeigte er wegen gefährlicher Körperverletzung an.

Der Betroffene berichtet dem GA, er habe dem Ako Anfang 2010, als der Missbrauchsskandal ausbrach, die Taten schriftlich mitgeteilt, aber nie eine Antwort erhalten. Ako-Schulleiter Manfred Sieburg erklärt dazu, man wisse nichts davon, dass dieses Schreiben im Ako angekommen sei...



Sonntag, 16. Juli 2017

Bistum Trier / Solothurn: ehemaliger Trierer Priesterseminarist: "Als die Kirche in Erschwil ihre Unschuld verlor"

  • "Priester wegen sexuellem Missbrauch verurteilt – schon im Schwarzbubenland verhielt er sich komisch"
In der römisch-katholischen Kirchgemeinde Erschwil war Ende der 90er-Jahre ein Priester tätig, der später in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Doch bereits im Schwarzbubenland legte er ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Reinhard Hänggi betont, dass der Kirchgemeinderat damals über allfällige Belästigungen durch den aus dem Saarland stammenden Kaplan nachgeforscht habe. «Heute müsste man auf jeden Fall Ansprechpersonen für sexuelle Übergriffe über das ungewöhnliche Verhalten des Geistlichen informieren», sagt Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Basel. Als sich Ende der 1990er-Jahre die Geschehnisse zutrugen, sei die Sensibilisierung für möglichen Missbrauch aber noch nicht so gross gewesen wie heutzutage. 

  • "Als die Kirche in Erschwil ihre Unschuld verlor"

In der römisch-katholischen Kirchgemeinde Erschwil war Ende der 90er-Jahre ein Priester tätig, der später in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Bereits im Schwarzbubenland legte er ein merkwürdiges Verhalten an den Tag.


  • "Verurteilter Missbrauchstäter arbeitete in Erschwil als Kaplan"
Laut einem Bericht der «Schweiz am Sonntag» (16. Juli) war ein Priester, der 2002 in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, zuvor in der solothurnischen Pfarrei Erschwil als Kaplan tätig. Der damalige Kirchenratspräsident machte zwar seltsame Beobachtungen, aber nicht mehr. Auch wenn für den damaligen Kaplan von Erschwil für die Zeit in der Schweiz die Unschuldsvermutung gilt, gab es doch Anzeichen von unkorrektem Verhalten. So habe der Priester zugegeben, mit Ministranten von seinem Bett aus fern gesehen zu haben....