Dienstag, 31. Mai 2016

Bistum Trier / Freisen: Betroffener: "Mir kam es vor wie eine Ewigkeit"



"Sexueller Missbrauch durch Kirchenvertreter auch im Freisener Pfarrhaus"



den vollständigen Beitrag aus dem "Aktuellen Bericht" (31.05.2016) in der SR-Mediathek ansehen (ab Minute 07:43)

Bistum Trier: "Das Missbrauchsopfer des Freisener Pfarrers spricht - 17 Jahre nach der Tat"




Es ist ein Fall, der wie kein anderer die Katholiken in Freisen und im Nachbarort Oberkirchen polarisiert: Das Bistum Trier ermittelt gegen den hochangesehenen Ex-Pfarrer M. wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs. Die einen sprechen von einer Schmutzkampagne, die anderen sind froh, dass Pfarrer M. nicht mehr in der Gemeinde ist. Der Mann, der alles angestoßen hat: ein Exil-Saarländer, der vor zehn Jahren den Freisener Pastor erstmals belastet hat. SR-Reporterin Barbara Spitzer hat Michael W., der in Wirklichkeit anders heißt, in Bayern getroffen.
"In Trier hätten sie schon viel früher müssen was tun - aber das ist eben das ... in meinen Augen: die machen ja, was sie wollen" (min.2.24)
den vollständigen Audiobeitrag auf "sr.de" hören

Bistum Speyer / St. Ingbert (Saarland): "Erziehung im Namen des Herrn - Was geschah im Fidelishaus?"

Das Fidelishaus war rund 70 Jahre lang ein Jungeninternat unter Leitung der Katholischen Kirche, federführend der Kapuzinerorden aus Bayern.

Drei Mönche führten das Internat über die Jahrzehnte. Doch ihre speziellen "Erziehungsmethoden" wirken bei vielen ihrer Zöglinge bis heute nach. Die Schüler waren einem strengen Regiment unterworfen, der Tagesablauf genau geregelt. Vor allem aber: Schon bei geringsten "Vergehen" drohten schwere Strafen. Ohne Zweifel wurden Kinder und Jugendliche bis in die 70er Jahre hinein auch in vielen Elternhäusern und Schulen erheblich härter angefasst als heute üblich und zulässig. Im Fidelishaus allerdings gingen die Methoden seelischer und körperlicher Strafen deutlich über das hinaus, was damals gesellschaftlich toleriert wurde. Viele suchten die Schuld bei sich selbst. Das zumindest erzählen ehemalige Schüler, die erst jetzt, Jahrzehnte später, ihr Schweigen brechen und vor der Kamera öffentlich über die damaligen Geschehnisse sprechen. 


den vollständigen Beitrag auf "sr.de" sehen und lesen

Montag, 30. Mai 2016

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Die Aufarbeitung sexueller Gewalt in der katholischen Kirche ist noch nicht gescheitert. Sie hat noch gar nicht richtig begonnen."

Ein Kommentar von Matthias Katsch

Zur Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Jungen und Mädchen in der Kirche gibt es kein Gesamtbild für Deutschland – und soll es wohl auch nicht geben. Die von den Bischöfen beauftragten Wissenschaftler werden erst im nächsten Jahr erste Berichte vorlegen. Die dabei genutzte Auswertung der von einigen Bistümern zur Verfügung gestellten Akten kann dabei schon jetzt getrost als gescheitert angesehen werden, weil sie, wenig verwunderlich, wenig Neues zu den zentralen Fragen beitragen können.

Wie viele Täter haben in den letzten Jahrzehnten in welchen Einrichtungen wie viele Jungen und Mädchen zu Opfern gemacht, wie groß ist dabei wissenschaftlich plausibel das Dunkelfeld? Wo liegen die Ursachen für die regelrechten Täterkarrieren und die zahlreichen Serientaten? Welche Mechanismen haben an der Verschleierung und dem Verschweigen mitgewirkt? Wer waren die Verantwortlichen? Welche Risikofaktoren lassen sich daraus für die heutigen Institutionen ableiten? Und durch welche Maßnahmen lassen sich diese Risiken reduzieren oder neutralisieren? All diesen Fragen weicht die Katholische Kirche beharrlich aus....

Sonntag, 29. Mai 2016

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Pädophilie in der Piusbruderschaft: Vertraue deinem Priester"

Wenig ist bekannt über Sexualdelikte in den Reihen der erzkonservativen katholischen Piusbruderschaft. SPIEGEL ONLINE hat mit Opfern und Angehörigen gesprochen - ihre Erfahrung der kirchlichen "Aufarbeitung" ist erschütternd.

Die Reaktion kam spät, denn: Der tatverdächtige Geistliche war seit Jahren als potenzielles Risiko bekannt. Schon 2005 wurde er in seinem Heimatland, der Schweiz, wegen Pädophilie in einem kanonischen Verfahren angeklagt und 2006 wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Der Tatverdächtige wurde von der Arbeit mit Kindern entbunden - doch  die Maßnahmen waren offenbar nicht effektiv: Der verdächtige Priester hat sich dem Verbot, mit Kindern zu arbeiten, widersetzt und es als ungerecht bezeichnet. Es sei wahr, dass der Priester wiederholt die ihm auferlegten Einschränkungen im Amt umgangen habe.

Beweise für einen Missbrauch zu liefern, ist schwer. Schweigen, falsche Solidarität mit den Tätern oder aktive Vertuschung durch Verantwortliche sorgen regelmäßig dafür, dass die Opfer keine Chance haben. Weil es erfahrungsgemäß viele Jahre braucht, bis Opfer sich zu einer Aussage durchringen, sind Zeugen oft schlecht aufzutreiben oder erinnern sich nur schlecht.


den vollständigen Artikel auf "spiegel.de" lesen


zur Erinnerung: Missbrauch durch Piusbrüder im Bistum Trier - wie Bischof Ackermann damals mit den Vorwürfen umging (2012)

In der 8seitigen Stellungnahme hieß es damals unter anderem: 
"Das Bistum Trier ist lange davon ausgegangen, dass es aus kirchenrechtlicher Sicht nicht in der Lage ist und auch nicht die Verpflichtung hat, gegen die beiden Priester eine kirchenrechtliche Voruntersuchung einzuleiten, da sie keine Priester des Bistums Trier sind und dem Bischof von Trier auch nicht unterstehen (Pater U. unterstand dem Bischof von Trier nur von Februar bis Juli 2007). Das Bistum Trier hat aber nach Medienveröffentlichungen und Medienanfragen im Frühjahr 2012 noch einmal überprüft, ob es nicht doch auch kirchenrechtliche Möglichkeiten gibt, gegen die beiden Priester vorzugehen und ob es nicht doch auch notwendig ist, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung einzuleiten."
  • Über den damaligen "Aufklärungswillen" im Bistum Trier berichtete u.a. auch "der SPIEGEL" in folgendem Artikel: Missbrauch im Bistum Trier: Aufklärung auf katholisch: "Bereits im März 2010, so berichtet Ittmann, hatte ihm der damalige Personalchef des Bistums Trier und Missbrauchsbeauftragte Rainer Scherschel am Telefon mitgeteilt: "Wir haben beschlossen, die Missbrauchsgeschichten in Köllerbach aus der Diözese raus zu halten". Er solle sich still verhalten und nichts weiter unternehmen. Pfarrer Ittmann erzählt, ihm sei fast der Hörer aus der Hand gefallen. "Ich konnte gar nicht fassen, dass dies die Reaktion des Bistums auf Missbrauchsverdacht sein konnte". Das "Wir" in Scherschels Satz habe sich ganz klar auf Bischof Ackermann bezogen." (den vollständigen Artikel auf "spiegel.de" lesen)
  • Pfarrer Ittmann, einer der beiden Pfarrer, die damals zur Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs beitrugen,  erklärte damals in einem  "offenen Brief" u.a. 
"Bereits mehrfach wurde in diversen Medien (Spiegel, SWR, Saarbrücker Zeitung) über die Pfarrei Herz Jesu, Püttlingen im Zusammenhang mit Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger berichtet. Als ehemaliger Pfarrer dieser Pfarrei habe ich im Sommer 2010 drei Sexualstraftäter angezeigt, darunter zwei ehemalige in der traditionalistischen Martingemeinde in Köllerbach tätige Priester sowie einen dort in einflussreicher Stellung tätigen Laien. Dies geschah auch auf dem Hintergrund, dass ein Betroffener einen der Täter ermorden wollte und mich darüber in Kenntnis setzte.(..). Der zu jenem Zeitpunkt für die Martingemeinde zuständige und unbescholtene Seelsorger, Pater Gorges, mit dem ich gemeinsam die Missbrauchsfälle aufgedeckt habe (....) wurde  von seinem Dienst entpflichtet, ohne eine neue Anstellung zu erhalten (...) Im Zeitraum von Herbst 2010 bis 2011 erhielt ich mehrere anonyme Drohbriefe. U.a. wird in diesen Briefen auch mit körperlicher Gewalt gedroht. Ostern 2011 flüchtete ich aus Köllerbach, da die von einigen wenigen Personen der Pfarrei mitgetragene Hetzkampagne gegen mich mehr und mehr eskalierte. (...)  Dieser teuflische Rufmord wirkte auf mich genauso wie er wohl wirken sollte: nämlich wie ein Mord. Bis zur Stunde ist die Bistumsleitung nicht bereit, diesen Rufmord öffentlich zu korrigieren. Und dies, obwohl auch mein ehemaliger Arbeitgeber, einer der renommiertesten Jugendhilfeeinrichtungen in Berlin-Dahlem, selbiges seit Monaten einfordert. Direktor Dr. Kneib ließ mich im Sommer 2011 darüber hinaus wissen, dass ich selbst die Drohbriefe geschrieben hätte und an einer Paranoia erkrankt sei. Die Falschbehauptung, ich litte unter einer paranoiden Schizophrenie wiederholte auch öffentlich vor den Pfarrgremien von Köllerbach Pfarrer Hans Thul, der bis zur Stunde dort als Pfarrverwalter eingesetzt ist. (...) Die Pfarrgremien in Köllerbach haben zusammen mit mir seit Ostern 2011 die Bistumsleitung mündlich wie schriftlich aufgefordert, die mit hoher krimineller Energie aufgeladene Causa mit den betroffenen Personen und Zeugen,  am runden Tisch abzuklären. Dies wurde seitens des Bistums abgelehnt.(...) Der Inhalt der Briefe ist im Grunde nicht zitierfähig. Auffällig ist, dass ich außer mit Adolf Hitler, mit allen übrigen Naziverbrechern in eine Reihe gestellt werde: „Ittmann Sie sind der Köllerbacher Adolf Eichmann und der größte … Volksverhetzer seit Goebbels und Göring und Himmler… Vor 70 Jahren hätte man Sie in Deutschland gut gebrauchen und einsetzen können… Roland Freisler war gegen Sie ein Waisenkind… Sie sind ein moderner Christenverfolger und beleidigen, morden mit Worten andere ehrenwerte Bürger und Christen… Haue Sie ab, Sie elender Bursche aus Westfalen“ Und so weiter und so fort… Ein Teil meiner jüdischen Verwandten wurde in Ausschwitz vergast. Das Schlimmste jedoch: Er wird zum Schaden der vielen tausend vergewaltigen Kinder in Deutschland ausgetragen. Sie werden weiterhin durch Kirchenobere verhöhnt, denunziert und im Stich gelassen. Wer ihnen hilft, gerät womöglich – wie in meinem Fall - selbst in Lebensgefahr. Dabei gibt es kein größeres Verbrechen und keine größere Sünde, als ein Kind zu vergewaltigen und die Seele eines Kindes zu töten. Wann stellt sich die Katholische Kirche in Deutschland endlich konsequent auf die Seite der Opfer? Längst übersteigen die bislang weltweit bekannt geworden Opferzahlen von Kindern, die durch kirchliche Mitarbeiter vergewaltigt wurden beispielsweise die Zahl aller Opfer, die nach derzeitigem Stand der Geschichtswissenschaft im gesamten Mittelalter durch die Ketzerprozesse und Hexenverfolgungen der Kirche ermordet wurden. Warum schweigen alle, die reden müssten? Warum haben so wenige noch ein Gewissen? Fürchtet niemand mehr Gott?
August 2012
 Guido Johannes Ittmann, Pfarrer"

Donnerstag, 26. Mai 2016

Bistum Augsburg: Nach eingeleitetem Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs - Stadtpfarrer von Amt entbunden

Finsterer Fronleichnamstag für die katholische Stadtpfarrei Pfaffenhofen: Stadtpfarrer Peter W.  ist vom Augsburger Bischof Konrad Zdarsa von seinem Amt entbunden worden. Hintergrund dieser Entscheidung: Gegen den Geistlichen wurde bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Und dabei soll es laut dem Augsburger Generalvikar Harald Heinrich um den Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern gehen.

Mit dieser Nachricht schockierte der Generalvikar beim Fronleichnamsgottesdienst die zahlreichen Kirchenbesucher. Die traditionelle Fronleichnamsprozession sagte der Domkapitular im Anschluss ab, denn: „Es ist nicht angebracht, so zu tun, als ob nichts gewesen wäre“.

Diese Reaktion sei erfolgt, weil die Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegen W.  ein Ermittlungsverfahren wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern eingeleitet habe. Damit reagierte die Justizbehörde auf ein anonymes Schreiben, das Mitte März beim Bischöflichen Ordinariat einging und in dem laut Harald Heinrich ein solcher Übergriff des Stadtpfarrers geschildert wurde. Er habe die Beauftragte der Diözese für die Prüfung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt an Minderjährigen über dieses Schreiben informiert, sagte der Generalvikar. Denn gemäß den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger sei auch solchen Hinweisen nachzugehen – wenn sie denn Anhaltspunkte für Ermittlungen beinhalten. „Wir haben das anonyme Schreiben sehr ernst genommen und Pfarrer W. damit konfrontiert“, so Heinrich.

den vollständigen Artikel auf "donaukurier.de" lesen


  • "Massive atmosphärische Störungen": Stadtpfarrer suspendiert: Verdacht des sexuellen Missbrauchs - Gegen den katholischen Stadtpfarrer von Pfaffenhofen an der Ilm, Peter W. wird wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. (den vollständigen Artikel auf: "br.de" lesen)


  • Erzbistum München-Freising: Chiemgauer Pfarrer beurlaubt: Erst gestalkt, dann gezündelt?

    Fast genau sechs Jahre nach dem Fall des pädophilen Pfarrers Hullermann in Garching/Alz (Landkreis Altötting) wird die katholische Kirche in Südostoberbayern erneut von einem Skandal erschüttert. Es handelt sich um Pfarrer F. aus Altenmarkt/Alz (Landkreis Traunstein), der vom Erzbistum München-Freising vorerst für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen wurde und sich in der Nähe von Rosenheim erholen soll. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt gegen den Mann wegen Stalking und Brandstiftung. Das Opfer: Eine Messnerin.

    Die Erzdiözese München-Freising beurlaubte Pfarrer F. für vorerst zwei Jahre. Auf Anfrage der Heimatzeitung sagte der Beschuldigte gestern am Telefon: "Es gibt keine Spuren, keine Nachweise, es ist nichts entschieden, das Verfahren ist am Laufen und völlig offen. Mein Anwalt hat mir geraten, nichts zu sagen."

    Bistum Trier: "Opferverbände resigniert" - Wer auch immer diese "Opferverbände" sein mögen - Resignation herrscht gegenüber dem, was der "Trierische Volksfreund" wusste und NICHT veröffentlichte


    Quelle: "Trierischer Volksfreund", 26.05.2016


    Auf diesen heutigen Artikel im "Trierischen Volksfreund" werde ich nicht verlinken. AusGründen.

    Abgesehen davon, dass der Artikel in seiner Überschrift Fragestellungen aufwirft, die der "TV" selbst noch nicht einmal in der Lage ist, zu beantworten - entweder, weil er tatsächlich zu schlecht recherchiert hat, oder aber  auch,  weil er die Informationen, die ihm vorliegen, nicht veröffentlichen will oder möglicherweise darf.  Mögliche Gründe hierfür lasse ich an dieser Stelle bewusst offen. Die  Dokumentation, über welche Informationen der "Trierische Volksfreund" zu welchem Zeitpunkt in der "causa Freisen" informiert war, und welche wichtigen Details er NICHT veröffentlichte, wird zu gegebenem Zeitpunkt folgen. Dies beinhaltet zum Beispiel den wichtigen Aspekt, dass "innerkirchliche Kreise" selbst die Recherche in diesem Fall ins Rollen brachten.  Es geht in der "causa Freisen"  auch nicht "nur" um den Vorwurf, dass der ehemalige Pfarrer von Freiesen einem Kind in die "Unterhose fasste." - Was sich in diesem Fall  bei aller Tragik schon nahezu verharmlosend anhört.

    So schreibt der "TV": Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester des Bistums Trier wird nun Kritik an Bischof Stephan Ackermann laut." - Welch eine Verdrehung der Tatsachen:  Die Vorwürfe gegenüber dem Priester waren schließlich bereits seit Jahren bekannt.   Und die Kritik gegenüber Bischof Ackermann, über die der "Trierische Volksfreund" seit dem 18. März informiert war und welche im Fokus der Recherchen hätten stehen sollen, waren dem "TV" von Anfang an bekannt.  Nur wenige Tage nach Recherchebeginn wurden diese Stimmen bereits eingefangen. -  Und laut.

    "Der Fall: Dem mittlerweile 62-jährigen Priester wird unter anderem vorgeworfen, einen Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben." - so schreibt der "TV".  Über wie viele Betroffene durch den ehemaligen Freisener Pfarrer der "TV" tatsächlich informiert ist - nicht nur in diesem Fall - lässt er dabei aus.   Auch dies trägt zur Verharmlosung der "causa Freisen" bei.

    So zitiert der  "Trierische Volksfreund" in dem heutigen Artikel unter der Zwischenüberschrift "Niemand habe sich beschwert" lediglich aus der öffentlichen Stellungnahme des Bistums, anstatt klarzustellen, wer sich bereits zu welchem Zeitpunkt über den Umgang des ehemaligen Pfarrers mit Kindern und Jugendlichen beschwert hat und wer im Bistum Trier auch deswegen vorstellig wurde. - Und mit Bischof Ackermann persönlich darüber sprach. 

    Wer auch immer diese in der Überschrift erwähnten "Opferverbände" sein mögen:  Resigniert wurde hier lediglich dem "Trierischen Volksfreund gegenüber." -   Bestimmt nicht gegenüber Bischof Ackermann. So hätte auch u.a.  das Zitat, welches sich der TV erbat - und welches nicht veröffentlicht wurde - die "causa Freisen" in  ganz andere Richtung gelenkt: "Ein erneuter Schlag ins Gesicht. Sowohl für die Opfer, als auch für deren Angehörige. Ackermann, der nur wenige Wochen zuvor noch in einem Interview sagte, "Glaubwürdigkeit sei eine Frage des Handelns" hat sich somit selbst entlarvt. Dass dieser gravierende Fall ausgerechnet von dem Missbrauchsbeaufragten der DBK selbst vertuscht worden sei, zeigt erneut und zugleich auch umso deutlicher, was die Kirche tatsächlich unter "Auklärungswille" versteht.  Der Skandal geht weiter. " - Von "Resignation" ist hier keine Rede. Im Gegenteil.

    Der Fokus des Artikels sollte darauf ausgerichtet sein, dass der Umgang Bischof Ackermanns mit auffällig gewordenen Priestern erneut kritisiert wird.  Doch dies schien dem "TV" nicht zu gelingen, bzw. wurde durch die Veröffentlichung des Artikels der Fokus in eine anderer Richtung gelenkt. Interessant sind auch die "Labels", die der TV zu den jeweiligen Artikeln in der "causa Freisen" veröffentlichte.

    Nach über 6 Jahren intensiver Zusammenarbeit meinerseits mit Printmedien, Fernsehen und Hörfunk ist das, was sich der "Trierische Volksfreund" mit seiner Berichterstattung über die "causa Freisen" hier leistete, mehr als dilettantisch.  Auch nich zielführend.  Eher  - und das nicht nur aus Betroffenensicht - nahezu verheerend.

    Mea culpa, dass ich mich in diesem Fall an den "TV" gewandt habe!

    Dass das Bistum Trier über die Recherchen des TV informiert war,  war dem Bistum spätestens bekannt, nachdem der TV zwei schriftliche Anfragen an das Bistum stellte. Diese wurden zwar beantwortet, doch der vollständige Wortlaut blieb unerwähnt. Dass der "TV" dazu nicht vepflichtet ist, darüber bin ich mir bewusst. Dennoch würden z.B. auch genau diese Antworten belegen,  dass es zu unterschiedlichen Aussagen des Bistums kam, was den Verbleib von Akten betrifft.  -   Ebenso bleibt fraglich, wieso sich dann noch die Veröffentlichung des Artikels so lange hinauszögerte und warum der "TV" Artikel zeitgleich mit der Sitzung in Freisen online veröffentlichte  und der Bistumsvertreter bereits angab, er habe den Artikel bereits ausgedruckt vor sich liegen.  Die Antwort des Bistums auf die Frage,  warum das Bistum Trier sich erst im Mai 2016 die Akte des Verfahrens aus dem Jahre 2006 zukommen ließ, nachdem das Bistum Trier über die Recherchen informiert war, bleibt bis heute zweifelhaft. - Wichtige Äußerungen und Nachforschungen, die es galt, das Bistum Trier zu hinterfragen, blieben unerwähnt. - Für das Bistum Trier, das den Fall inzwischen nicht mehr abstreiten konnte, ging es offensichtlich nur noch darum, eine Spagat an Formulierungen zu finden, zwischen dem, was inzwischen veröffentlicht werden sollte und was weiterhin nicht an die Öffentlichkeit gelangen soll.

    Auf die Fragen, die jedoch tatsächlich zur Aufklärung einer ehrlichen Chronologie in der "causa Freisen" hätten beitragen können und das Fehlverhalten des Bistums Trier hätten belegen können, hätte der "TV" wesentlich engagierter Bericht erstatten können.

    Fakt ist: Das Bistum hatte in der Zeitspanne von der Anfrage des "TV" bis hin zu der Sitzung in Freisen und damit auch bis zur Veröffentlichung des Artikels dadurch eine immense Vorlaufzeit, sich Antworten zurechtzubiegen, die das Verhalten aus Bistumssicht erklären sollten.

    In diesem Fall noch von einer "freien und unabhängigen Presse" zu reden, scheint mehr als zweifelhaft. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der "TV" und Kollegen wenige Wochen zuvor noch bei der Synode des Bistums selbst miterlebten, wie das Bistum mit Negativ-Schlagzeilen umgeht bzw. darauf reagiert. In diesem Fall setzte das Bistum Trier (darunter auch Bischof Ackermann persönlich und weitere Mitglieder aus dem Synoden-Gremium)  alles daran,  dass die erwähnte bistumskritische Schlagzeile nicht veröffentlicht wird. Dies ist in dem dem besagten Fall - wenige Wochen zuvor - auch gelungen... So war die Synodenkritische Schlagzeile zwar noch im Cache zu finden - veröffentlicht wurde der besagte Artikel jedoch unter einer anderen Schlagzeile.- Nachdem Ackermann selbst intervenierte.

    Der damalige Trierer Bischof (von 2002 -  bis 2008), der für das Verfahren von 2006 zuständig war,   ist übrigens Kardinal Dr. Reinhard Marx....  Auch hier hätte der TV hinterfragen können - wenn er denn gewollt hätte.

    Dass durch diese Kritik leider ein Nebenschauplatz eröffnet wurde, ist selbst für mich nicht einfach.  Dass dies nicht förderlich ist, darüber bin ich mir bewusst. Dennoch bleibe ich meinem Motto treu: ""Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist."(Frank Thies). Manchmal bedarf es aber mehrere Informationen, damit man auch die Hintergründe versteht.

    Wer stellt öffentlich die Frage, wie das Bistum mit den Betroffenen in diesem Fall umging? Auch dieser unangenehmen Frage wird sich das Bistum stellen müssen.

    Was nützt ein verpflichtendes Präventionsprogramm, wenn der ehemalige Freisener Pfarrer die Teilnahme an der Präventionsschulung mehrfach verschob und erst auf Intervention der Bistumsleitung an dem Kurs teilnahm.   Hätte man nicht hier auch stutzig werden können? Auch hier hätte es gegolten, beim Bistum nachzuhaken.

    Ebenso hätte man vom "TV" erwarten können, dass er auch die Hintergründe zu den Waffen hinterfragt. Anstatt lediglich die Antwort des Anwaltes der ehemaligen Pfarrers von Freisen zu zitieren, hätte der "TV" auch hier veröffentlichen können, zu welchem Zeitpunkt das Bistum bereits über die Waffen informiert war und welche Korrespondenz zwischen dem Bistum und denjenigen erolfte, die auf die Waffen hingewiesen haben. -

    Nicht der Täter sollte im Fokus stehen. In erster Linie die Betroffenen.

    Die, die zum Teil erst dadurch zu Betroffenen wurden, weil die Verantwortlichen nicht reagierten.

    Und dann sollte es darum gehen, einen Blick in diesen Sumpf (wenn er denn nur tatsächlich der Vergangenheit angehören würde!) zu werfen.  Auch dies gehört dazu. - Erst dann kann Aufarbeitung glaubwürdig sein.  Und erst dann kann Prävention beginnen.  Schließlich gehen die Tatvorwürfe des ehemaligen Freisener Pfarrers bis in die 80er Jahre zurück. Heute schreiben wir das Jahr 2016. Und es wird offensichtlich immer noch vertuscht.  Die Aufklärung der katholischen Kirche ist offensichtlich zum Scheitern verurteilt. Oder aber:  Bewusst inszeniert, damit weiter vertuscht werden kann.


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    Mittwoch, 25. Mai 2016

    Bistum Trier: Bruder des ehemaligen Pfarrers von Freisen schreibt Leserbrief an den "Trierischen Volksfreund"

    "Katholische Kirche
    Zum Artikel "Urlaubsreise mit dem Lieblingsmessdiener" und zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pfarrer aus dem Bistum Trier (TV vom 21. Mai):

    Der TV hat einen groß aufgemachten Artikel über Pfarrer "Z" veröffentlicht, wie ihn sich der Informant der Autorin Katja Bernardy, der saarländische Ex-Kripo-Mann Lang - der entgegen jeglicher Befugnis auch im Ruhestand noch den großen Ermittler spielt - schon seit langem erträumt hat. Aus guten Gründen hat die Saarbrücker Zeitung bis heute den Abdruck seiner peinlichen Ergüsse in Form eines Leserbriefes abgelehnt. Der TV jedoch schreckt vor Beihilfe zum Rufmord nicht zurück. Frau Bernardy sieht offenbar kein Problem dabei, mit Langs verleumderischen "Mutmaßungen" gegen Z Auflage zu machen, den er als evangelischer Christ aus einem Nachbardorf ebenso wenig kennt wie die Ministranten, über die er sich so gerne auslässt, ohne mit einem der "Opfer" auch nur ein Wort gewechselt zu haben. Als Staatsanwaltschaft beziehungsweise Polizei die Probe aufs Exempel machten und einem schweren Vorwurf Langs auf den Grund gingen, stellte sich die völlige Haltlosigkeit seiner Behauptung heraus, was ihn aber immer noch nicht zum Nachdenken gebracht hat. Lang wird sich daher in Bälde juristisch für sein Treiben verantworten müssen. Aller Voraussicht nach steht ein weiterer Prozess gegen ihn bevor, angestrengt von den mit Z bis heute solidarischen ehemaligen Mitgliedern der kirchlichen Gremien in Zs früherer Pfarrei unter Federführung eines Polizeibeamten. Zu den Klägern gehören Ministranten-Eltern und auch gerade solche Messdiener, die von Lang zu den "Missbrauchsopfern" gezählt werden, aber nicht etwa auf Z, sondern wegen Langs Unbelehrbarkeit auf ihn selbst eine Stinkwut haben. Davon weiß Frau Bernardy natürlich nichts. Audiatur et altera pars! - Auch die Gegenseite sollte gehört werden! So heißt ein unverzichtbarer Grundsatz menschlichen Umgangs. Darum hat sich Lang indes nie geschert, leider aber auch der TV nicht. "Pfarrer Z war nicht erreichbar." So, so. Warum weiß er dann von diesem angeblichen Kontaktversuch nichts? Und die Ermittlungen wegen angeblichen Waffenbesitzes wurden nur wegen einer "Formalie" eingestellt? Das ist eine irreführende Darstellung. Wegen Unzuständigkeit des anordnenden Richters rechtswidrig und aus weiteren Gründen anrüchig war die Überfallaktion eines Polizeikommandos in Zs Wohnung, aber die Begründung für die Einstellung des Verfahrens lautet nachweislich "gemäß § 170 Abs. 2 StPO", und das heißt wegen mangelnden Tatverdachts! Selbstverständlich hat man in der Sakristei keine "Waffen gehortet", vielmehr wurden dort versehentlich ein Luftgewehr und eine Luftpistole vergessen, mit denen vorher Tauben aus dem Kirchturm verscheucht worden waren, was die wirklichen Besitzer jederzeit bestätigen können. Extremer Schwachsinn sind Langs Auslassungen über "Entspannungsbäder" für Kinder aus Heimen, die nach heiligen Messen stattgefunden haben sollen und als eine Masche von Z dargestellt werden. Offenbar schreckt Lang vor keinem Horror-Szenario zurück. Auf die ebenso abstrusen wie klischeehaften Behauptungen einer gewissen Monika Oberringer-Brück kann aus prozessualen Gründen nicht näher eingegangen werden, aber hier deutet sich ein weiteres Verleumdungsverfahren an. Was schließlich die ach so skandalöse Fahrt mit einem kirchlich höchst engagierten und interessierten Messdiener zu Erzbischof Zollitsch angeht, so hat diese in der Tat stattgefunden. Als Pfarrer Z im letzten Jahr in seiner Pfarrei mit einer Standing Ovation im Kolpinghaus verabschiedet wurde, gehörte zu den Gästen auch die Mutter dieses Ministranten, die sich für die, wie ich finde, beispielhafte Hilfe, die Z während seiner Amtszeit diesem mir persönlich gut bekannten jungen Mann geleistet hat, ausdrücklich bedankte. Aber, wie gesagt, was kümmert das schon die Volksfreund-Redaktion … Hauptsache, es gibt eine reißerische Überschrift für den Artikel! Dr. Gerd Mentgen, Trier, Bruder von Z"


    Dienstag, 24. Mai 2016

    Bistum Trier: Vorwürfe gegenüber Bischof Ackermann - Bistum hätte früher reagieren müssen

    Betroffene haben dem Bistum Trier vorgeworfen, im Falle von sexuellem Missbrauchs durch einen Freisener Priester zu spät reagiert zu haben. In einem offenen Brief heißt es, das Bistum hätte bereits vor zehn Jahren auf erste Vorwürfe reagieren müssen.

    Aus den Akten der Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2006 seien widersprüchliche Aussagen hervorgegangen. Dem Bistum gegenüber habe der Priester die Missbrauchsvorwürfe damals abgestritten, nicht aber gegenüber der Staatsanwaltschaft. Daraufhin wurde das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Laut kirchlichem Recht wäre die Tat allerdings noch nicht verjährt gewesen.

    Betroffene äußern nun den Vorwurf, das Bistum habe die Aufklärung seit 2006 bewusst nicht vorangetrieben. Das Bistum distanziert sich von diesen Vorwürfen: Man habe erst jetzt Einblick in die Akten bekommen und werde diese nun aufarbeiten. Der Freisener Priester war bis zuletzt als sogenannter "Ruhestandspfarrer" tätig gewesen.

    Montag, 23. Mai 2016

    Bistum Trier: offizielle Pressemeldung zum "Voruntersuchungsverfahren gegen Pfarrer im Ruhestand"


    Montag, 23. Mai 2016

    Voruntersuchungsverfahren gegen Pfarrer im Ruhestand

    Trier - Bischof Dr. Stephan Ackermann hat gegen einen Pfarrer im Ruhestand ein kirchliches Voruntersuchungsverfahren gemäß den seit 2013 geltenden Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz eingeleitet. Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs bezieht sich auf einen Vorfall Ende der 1990er Jahre. Bis zum Abschluss der Untersuchung ist es dem Priester untersagt, öffentlich Gottesdienst zu feiern. Ebenso wurde ihm der Kontakt mit Kindern und Jugendlichen untersagt. Die ehren- und hauptamtlich Tätigen der betroffenen Pfarreiengemeinschaften sind über den Vorwurf informiert worden, sie können bei Bedarf Unterstützungsangebote des Bistums in Anspruch nehmen.

    Wie am 21.5.2016 Medien berichteten, können wir bestätigen, dass es in der Vergangenheit drei staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des sexuellen Missbrauchs gegen den Pfarrer gegeben hat: 2006, 2013 und 2016. Die Verfahren aus den Jahren 2013 und 2016 wurden jeweils wegen mangelnden Tatnachweises eingestellt. Das Bistum hat sich in besagten Fällen in enger Abstimmung mit den Ermittlungsbehörden befunden. Mit der Einstellung der staatlichen Verfahren sind diese Vorwürfe auch für das Bistum abgeschlossen. Insofern weisen wir den in den Medien entstandenen Eindruck zurück, dass es hier noch verbleibende Vorwürfe gibt, gegen die das Bistum vorzugehen hätte.

    Im Zusammenhang mit den in den Medienberichten beschriebenen Urlaubsfahrten des Pfarrers mit Jugendlichen hat es von deren Seite oder ihren Familien beim Bistum keine Beschwerden über Unregelmäßigkeiten oder gar Missbrauchsvorwürfe gegeben. Im Gegenteil stand diese Praxis bei vielen, insbesondere auch in den damals verantwortlichen Gremien, als Teil der Jugendarbeit in hohem Ansehen. Dennoch hat das Bistum, nachdem es im Jahr 2014 Kenntnis von dieser Praxis erhalten hat, diese dem Pfarrer unverzüglich entsprechend den geltenden Präventionsrichtlinien untersagt. Da sich der Pfarrer offenbar nicht exakt an diese Anweisung gehalten hat, war auch ein Grund für die Beurlaubung vom Amt des Kooperators in Freisen im April 2015.

    Zu den Vorwürfen aus dem Jahr 2006 liegt dem Bistum bis heute keine Meldung eines mutmaßlichen Opfers vor. Auf das damalige Verfahren wurden die heute Verantwortlichen im Bistum erst im Zusammenhang mit den jüngeren Verfahren aufmerksam. Wie inzwischen üblich und in den geltenden Leitlinien von 2013 vorgesehen, wurden auch diese Akten aus dem Jahr 2006 von der Staatsanwaltschaft angefordert. Sie liegen dem Bistum seit dem 6. Mai 2016 vor. Daraus ergibt sich ein hinreichender Anfangsverdacht für Taten gegen eine geschädigte minderjährige Person Ende der 90er-Jahre, die nach kirchlichem Recht auch heute noch nicht verjährt wären. Nach Sichtung der Akten wurden daher am 17. Mai 2016 das kirchliche Voruntersuchungsverfahren eröffnet und die oben genannten präventiven Maßnahmen ergriffen. Am 20. Mai 2016 wurden die Gremien der betroffenen Pfarreien informiert.

    Zum Zeitpunkt der Anzeige bei den staatlichen Stellen im Jahr 2006 waren die Taten nach staatlichem Recht bereits verjährt. Daher wurde das Verfahren eingestellt. Hierüber wurde das Bistum seinerzeit ohne weitere Hintergründe informiert. Weitergehende eigenständige Untersuchungen von kirchlicher Seite wurden zum damaligen Zeitpunkt nicht veranlasst. Hier hat man sicher aus den Erfahrungen gelernt.

    Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt auch hier die Unschuldsvermutung. Das Verbot der öffentlichen Zelebration und das Umgangsverbot mit Kindern und Jugendlichen stellen präventive Maßnahmen im Sinne der Leitlinien von 2013 dar. Der in den Medien mehrfach verwendete Begriff Suspendierung ist unzutreffend."


    Bistum Trier: 10 (!) Jahre nach Einstellung des Verfahrens - "Aktenstudium" ergibt Anfangsverdacht des Missbrauchs

    Informationen aus Akten der Staatsanwaltschaft von 2006 haben das Bistum Trier veranlasst, gegen den Freisener Ex-Pfarrer ein Voruntersuchungsverfahren wegen Missbrauchs einzuleiten. Die Unterlagen liegen laut Bistum diesem erst seit dem 6. Mai vor.

    Zum Zeitpunkt der Anzeige bei den staatlichen Ermittlungsbehörden 2006 waren die Taten nach staatlichem Recht verjährt. Daher sei das Verfahren eingestellt worden. Hierüber sei das Bistum seinerzeit ohne weitere Hintergründe informiert worden. Weitergehende eigenständige Untersuchungen von kirchlicher Seite seien zum damaligen Zeitpunkt nicht veranlasst worden: „Hier hat man sicher aus den Erfahrungen gelernt“, hieß es wörtlich in der Pressemitteilung.

    Was Urlaubsfahrten des Geistlichen mit Jugendlichen betreffe, habe es von deren Seite oder ihren Familien keine Beschwerden gegeben. Im Gegenteil habe diese Praxis bei vielen als Teil der Jugendarbeit in hohem Ansehen gestanden. Dennoch habe das Bistum, nachdem es 2014 davon erfahren habe, diese unverzüglich untersagt, entsprechend den geltenden Präventionsrichtlinien. Weiter hieß es: „Da sich der Pfarrer offenbar nicht exakt an diese Anweisung gehalten hat, war dies auch ein Grund für die Beurlaubung vom Amt des Kooperators in Freisen im April 2015.“


    den vollständigen Artikel auf "saarbruecker-zeitung.de" lesen



    Bistum Trier: Bistum Trier droht mit rechtlichen Schritten, falls Blogeintrag nicht unverzüglich gelöscht wird



    "Sehr geehrte Frau Adams,

    ich habe inzwischen auf Ihrem Blog gesehen, dass Sie aus dem Gespräch mit den Gremien der Pfarreiengemeinschaft Freisen-Oberkirchen am Freitag, 20.05.2016 viele Informationen veröffentlicht haben.

    Ich melde Ihnen hiermit deutlich zurück, dass mich dieses Vorgehen massiv verärgert und enttäuscht! Es war eine Sitzung ausschließlich für die betroffenen Gremienmitglieder. Wir haben Sie dennoch als Gast an der Sitzung teilnehmen lassen.

    Ich habe zu Beginn deutlich gesagt, dass die Sitzung nicht presseöffentlich ist und dass es damit untersagt ist, Inhalte über die Medien zu verbreiten.

    Ich fordere Sie hiermit nach Rücksprache mit dem Bischöflichen Generalvikar auf, die Inhalte aus dem Gespräch am Freitag Abend UNVERZÜGLICH aus Ihrem Blog zu löschen. Ansonsten behält sich das Bistum rechtliche Schritte vor.


    Mit freundlichen Grüßen,


    (...)

    Bischöfliches Generalvikariat Trier"
     ______________________________________________

    wenige Stunden später die Nachricht,  die Rechtsabteilung sei bereits mit der Sache befasst.

    "(...) Insofern fordere ich Sie erneut auf, die detaillierten Informationen von Freitag Abend aus Ihrem Blog zu löschen. Die Rechtsabteilung ist bereits mit der Sache befasst.

    Mit freundlichen Grüßen,

    (...)

    _______________________________________________





    Sonntag, 22. Mai 2016

    Bistum Trier: offener Brief an Bischof Dr. Ackermann

    Beauftragter "für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich",

    Herr Bischof Ackermann!

    Ich kritisiere nicht nur Ihren bisherigen Umgang mit der Thematik "sexueller  Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier",  sondern inzwischen ebenso Ihren Umgang mit Priestern, die zur Aufklärung beitrugen.

    Bereits im Fall Köllerbach wurde 2012 deutlich, wie sehr die Priester unter Ihnen, Bischof Ackermann,  zu leiden haben. In dem SPIEGEL-Artikel „Aufklärung auf katholisch“ ist bereits von vergeblichen Hilfeersuchen von Priestern die Rede, die zur Aufdeckung verhalfen. Es werden unter anderem  Mobbingvorwürfe gegenüber den Priestern erwähnt, die sich wagten, entgegen Ihren Anweisungen ihr Schweigen zu brechen.  Dass Sie als  Bischof eine Fürsorgepflicht auch - und gerade - denjenigen Priestern gegenüber haben, die ihr Schweigen brechen und sich aktiv an der Aufklärung der Missbräuche beteiligen,  scheinen Sie sowohl als Vorgesetzter als auch in Ihrer Funktion als  „Missbrauchsbeauftragter“ offenbar "vergessen" zu haben. - Um es höflich zu formulieren.

    Daher möchte ich Sie auf diesem Weg daran erinnern:
    Bereits im März 2012 wusste man: innerkirchliche Aufklärer werden unter Druck gesetzt.  Anonyme Drohbriefe, in denen man im Bistum Trier Priestern körperliche Gewalt androhte, Tierkadaver im Weihwasserkrug der Kirche etc.  Gerüchte, dass die Priester, die zur Aufklärung beitrugen, sich selbst hätten etwas zu Schulde kommen lassen, wurden Ihrerseits nicht versucht, zu unterbinden.  Sie, Herr Bischof Ackermann, wurden mehrfach darum gebeten zu intervenieren. Doch Sie reagierten nicht. Sie ließen die Pfarrer völlig im Stich. So hat z.B. die Pfarrei Köllerbach bis heute keinen Frieden gefunden. Im Gegenteil: Immer wieder wird von neuen Querelen berichtet, die letztendlich auch auf Ihren Umgang mit den Priestern zurückzuführen sind.  Und Köllerbach ist nur ein Beispiel.

    Priester, die aufdecken wollten, wurden eingeschüchtert. Es wurden und werden "Maulkörbe" verpasst und genau diese Priester wurden und werden unter Druck gesetzt. Auch von Drohungen seitens des Bistums ist die Rede. Doch auch dies durfte - aus Ihrer Sicht verständlicherweise - nicht an die Öffentlichkeit. Wir reden hier von den Priestern, die sich als „Nestbeschmutzer“ bezeichnen lassen mussten und die bei unendlich vielen Gelegenheiten durch das Bistum deutlich zu spüren bekamen, was das Bistum tatsächlich von ihnen hält.

    Andere Priester konnten dadurch eine Vorstellung gewinnen, wie man mit ihnen selbst umgehen würden,  wenn Sie über das, was sie wussten, sprechen würden. Dies führte dazu, dass etliche Priester schwiegen. Wir reden hier von den Priestern, die aus Angst vor Repressalien Ihrerseits schwiegen, Bischof Ackermann. Damals wie heute. Von Priestern, die Sie bereits - indirekt und auf verschiedenen Wegen - eingeschüchtert haben und denen Sie gezeigt haben, wie Sie mit denjenigen umgehen, die sich an der Aufdeckung sexuellen Missbrauchs durch Priester beteiligen. Von Priestern, die ernsthaft daran erkrankten,  weil sie darunter litten, aus Angst, wie Sie als vorgesetzter  Bischof mit ihnen umgehen würden. Diesen Priestern wurden die Hände gebunden. Viele von ihnen sind daran zerbrochen. 

    Diese Priester leiden bis heute – jeder auf seine Art.  Warum, Bischof Ackermann, ließen und lassen sie diesen Priestern keinerlei  Unterstützung zukommen?  Was hat sich denn geändert, nachdem 2012 der verachtende Umgang mit den Priestern, die zur Aufklärung beitrugen, an die Öffentlichkeit geriet?  Man könnte hierbei fast den Eindruck gewinnen, Sie hätten einiges zu verbergen. Warum sonst würden Sie mit ihren eigenen Priesters so umgehen?  

    Umgangssprachlich würde man formulieren, "Sie gehen über Leichen", Herr Bischof Ackermann!

    Erneut wird deutlich, wie die Aufklärung – besonders im Bistum Trier – versagt:   Wie können Sie denn auf der einen Seite "Aufklärung" versprechen, wenn Sie auf der anderen Seite Aufklärung durch Priester zu unterbinden versuchen? Wer – außer den Betroffenen selbst – könnte denn noch zur Aufklärung beitragen? Sie tun es nicht!  – Sind es nicht die Bistumspriester selbst, die von Vorwürfen wissen?  Und ausgerechnet diese Priester werden von Ihnen angewiesen zu schweigen und mundtot gemacht. Auf vielfältige Methoden.

    Läge es nicht sowohl in Ihrer Verantwortung als auch in Ihrer Pflicht, genau das Gegenteil einzufordern? Nämlich die Priester dazu zu ermutigen, die „Achtsamkeit“, die Sie damals versprachen, in die Tat umzusetzen? Läge es nicht  ebenso in Ihrer Verantwortung und in Ihrer Pflicht den Priestern, die Kenntnisse über sexuellen Missbrauch haben,  die Möglichkeit zu geben,  sich vertrauensvoll (!)  an ihr Bistum wenden zu können und ihnen auch Schutz zu gewähren?   Selbst,  wenn Sie dies in der Theorie anbieten, wie sieht denn die Praxis aus? Wie wird denn tatsächlich mit den Pfarrern in Ihrem Bistum umgegangen,  die ihr Schweigen brechen und zur Aufdeckung Fälle sexuellen Missbrauchs beitragen?

    Und überhaupt: Wer deckt denn letztendlich auf und sorgt für Transparenz? Sie doch am allerwenigsten!  Wie lange soll denn diese Phase noch andauern, in der wir uns seit inzwischen sechs Jahren befinden?

    Die derzeitige Situation im Bistum Trier ist verheerend – für alle Beteiligten. Sowohl für die Betroffenen als auch für die Priester, die zur weiteren Aufklärung beitragen könnten.  Haben Sie überhaupt eine Vorstellung davon, welche wichtige Rolle die Priesterschaft auch in der eigenen Aufarbeitung von Betroffenen spielt? 

    Haben Sie, Bischof Ackermann, überhaupt eine Vorstellung,  wie schwer es fallen kann,  als Opfer einem Priester ohne Misstrauen gegenüber zu treten? Ihm die Hand zu reichen?

    Haben Sie auch eine Vorstellung davon,  wie sich ein unschuldiger Priester fühlt, der einem Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen anderen Priester gegenübersteht? Der Priester hat Angst, man könne auch ihn  für einen Täter halten!  - Von den Emotionen des Opfers ganz zu schweigen.  Hier finden erste zaghafte Schritte der Versöhung mit dem Priestertum statt.  Auf Augenhöhe. Von Mensch zu Mensch. Durch die Priester, die als "Nestbeschmutzer" gelten. Genau diese Priester, die unter Ihnen zu leiden haben, waren es, die uns Betroffenen Halt gaben - und geben. Fernab von der Versöhnung mit der Kirche,  von der Sie sprachen.

    Und genau diesen Priestern gegenüber, sollten Sie, Herr Bischof Ackermann, sich dankbar zeigen und sich wenigstens ihnen gegenüber moralisch korrekt verhalten. 

    Es ist höchste Zeit, dass Sie sich bei manchen Priestern entschuldigen, statt weiterhin einzuschüchtern.

    Meinen aufrichtigen Dank und meine volle Wertschätzung gilt daher den Priestern, die bisher dazu verholfen haben, dass Taten aufgedeckt wurden und die sich weiterhin dafür einsetzen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Auch, wenn es nicht immer einfach war und ist,  Mittel und Wege zu finden, um auf diese Fälle öffentlich hinzuweisen.  – Besonders vor dem Hintergund, dass die Priester persönliche Konsequenzen befürchten müssen,  wenn herauskäme,  dass sie ihr Schweigen gebrochen haben.  Es waren aber genau diese Priester, die uns Betroffenen zuhörten. Und sowohl unsere Wut auf Sie, Bischof Ackermann,  ertrugen, als auch halfen, Tränen zu trocknen. 

    Sie, Bischof Ackermann, könnten rehabilitieren. Nicht nur in Köllerbach.  Sondern auch in anderen Pfarreien im Bistum Trier, die bis heute darunter leiden, wie Sie mit den verantwortlichen und zugleich auch verantwortungsvollen Priestern umgegangen sind. Seit Jahren wartet man vergeblich darauf. 

    Eine Entschuldigung Ihrerseits gegenüber diesen Priester wäre nicht nur  angebracht:  Es wäre das Mindeste, was man von Ihnen als Vorgesetzten erwartet. 

    Dieser unhaltbare Zustand, der derzeit im Bistum herrscht, wird nur noch größere Katastrophen heraufbeschwören.

    Reichen denn die Verwundungen, die bisher stattfanden und uns ein Leben lang begleiten werden, nicht aus?  Warum fügen Sie ihren eigenen Priestern, die aufklären helfen, weitere Wunden zu?

    Sie brauchen auch keine Angst zu haben, dass Sie weiterhin an Glaubwürdigkeit oder Vertrauen verlieren. Da gibt es nichts mehr, was Sie aus Betroffenensicht verlieren könnten. Bildlich gesprochen stecken Sie nicht nur in einer Sackgasse. Sie haben die "Karre" inzwischen auch gegen die Wand gefahren - und zwar mit vollem Karacho. -  Das wird auch keine "Missbrauchsstudie 2" mehr retten können.

    Reißen Sie dabei aber nicht noch diejenigen mit in eine größere Misere, die das Thema "sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche" ernst nehmen, Betroffene unterstützen, und sich dafür engagieren, weiteren Missbrauch zu verhindern.

    Schützen Sie  lieber die oben erwähnten Priester in Ihrem Bistum  - anstatt die Täter.



    Claudia Adams


    ps. Grüße auch an die Leser aus Rom, die diese Seite in den letzten Tagen mehrfach aufriefen.
    Abyssus abyssum invocat. - Difficile est satiram non scribere! Ave!

    ps2:  Zudem wäre es sinnvoll von Ihnen, Bischof Ackermann, ihr Möglichstes zu tun, um  sicherzustellen, dass der ehemalige Freisener Pfarrer  tatsächlich nicht mehr im Besitz der Waffen ist, über deren Existenz das Bistum bereits seit längerem informiert war.  Nachweislich.  - Aus Gründen.

    Samstag, 21. Mai 2016

    Bistum Trier: Vorgehensweise von Bischof Ackermann stößt auf Unverständnis und harsche Kritik

    Man habe die Sitzung in Freisen kurzfristig einberufen, um die zuständigen Gremien darüber zu informieren, dass gegen den ehemaligen Freisener Kooperator ein „Kirchliches Voruntersuchungsverfahren“ aufgrund Vorwürfen sexuellen Missbrauchs eingeleitet worden sei.

    Mit diesen Worten  leitet  Ulrich Stinner in seiner Funktion als stellvertretender Priesterreferent und stellvertretender Abteilungsleiter  die Versammlung in Freisen ein.

    Stinner weist daraufhin, dass die aktuelle Entwicklung im Fall von Pfarrer M. absolut nicht in Verbindung mit den seit Wochen laufenden Recherchen zu bringen sei.  Dies sei reiner Zufall.  Man könne dies glauben – oder auch nicht. Dies betont er mehrmals an diesem Abend. Er selbst sei davon überrascht worden,  dass der „Tierische Volksfreund“ zufällig wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung den Artikel über Pfarrer M. online veröffentlichte. - Den ausgedruckten Artikel hatte er da bereits schon vor sich liegen.

    Das Verfahren der kirchlichen Voruntersuchung sei drei Tage zuvor, am Dienstag, dem 17. Mai 2016, eingeleitet worden.  Seit diesem Tag habe Pfarrer M. Zelebrationsverbot.  Auch werde sich der ehemalige Kooperator einem forensischen Gutachten unterziehen müssen (2x3h, Anmerk.ca).

    Der Kontakt zu Kindern und Jugendlichen sei Pfarrer M. seit dem 17. Mai ebenfalls untersagt. Genau an diesem Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen werden allerdings Zweifel laut. Schließlich habe Pfarrer M. schon seit Jahren die Anweisung des Bischofs ignoriert,  intensiven Kontakt zu Jugendlichen zu unterlassen. Selbst als das Bistum in den Folgejahren mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass Pfarrer M. sich nicht an die bischöfliche Anweisung hielt, reagierte das Bistum nicht. Warum solle man diesmal davon ausgehen, dass Pfarrer M. sich tatsächlich an das Kontaktverbot halte?  Gehe es nicht auch darum, weitere Kinder vor Übergriffen zu schützen? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gab es nicht. "Wir müssen darauf achten, dass das Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen eingehalten wird" räumte Stinner ein.

    Grundsätzlich dürfe Pfarrer M. derzeit „nirgendwo“ mehr zelebrieren.  Weder in einem anderen Bistum. Noch im Ausland. Auch nicht als Vertretung. –  Ob und in welcher Form dies kontrollierbar sei? Auch diese Frage konnte man nicht klar beantworten.

    Ebenso blieb die Frage offen, von wie vielen mutmaßlich Betroffenen bei Pfarrer M. inzwischen die Rede ist. 
    Hierbei verweist Stinner  darauf, dass  man an diesem Abend nur von dem Fall spreche, der Anlass zu der kirchenrechtlichen Voruntersuchung gegeben habe. Und dabei handele es sich um ein mutmaßliches Opfer.  Auf erneutes Nachhaken über die Gesamtzahl der mutmaßlichen Betroffenen von Pfarrer M., über die das Bistum informiert sei, weicht Stinner erneut aus.

    Weiter informierte Stinner: „Das Bistum Trier wird im Fall des ehemaligen Freisener  Kooperators von einer öffentlichen Stellungnahme bzw.  Pressemitteilung  zu den Vorwürfen absehen.“  - Begründung: Pfarrer M. befände sich schließlich im Ruhestand. Er sei kein „aktiver“ Priester mehr (!).  Nach einer kurzen Denkpause räumt Stinner ein, dass dies aber nicht bedeute, dass er als Ruhestandsgeistlicher keine Messen mehr zelebriert habe. Zeitgleich zu dieser Informationsveranstaltung in Freisen würden auch die Gremien in Piesport  über den aktuellen Stand informiert.

    Warum das Bistum Trier sich erst jetzt zu diesem Schritt entschloss und nicht bereits 2006, als erstmals gegen Pfarrer M.  wegen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs staatsanwaltschaftlich ermittelt wurde?
    Stinner verweist immer wieder darauf,  dass die bisherigen staatsanwaltschaftlichen Verfahren ja letztendlich zu keinem Ergebnis geführt hätten,  welches Pfarrer M. belastet hätte: „Es lag ja nichts gegen ihn vor“.  Außerdem habe Pfarrer M. dem Bistum immer wieder glaubhaft versichert, an den Vorwürfen sei „nichts dran“.   Dies habe er sogar schriftlich dem Bistum vorgelegt.  Warum also hätte man misstrauisch sein sollen bzw. an der Glaubwürdigkeit von Pfarrer M. zweifeln sollen?

    Nachdem auch das letzte Verfahren wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegenüber Pfarrer M.   eingestellt wurde und das Bistum die Akten durchsichtet, fällt dem Bistum angeblich auf, dass bei dem letzten Verfahren immer wieder auf die Vorwürfe aus dem eingestellten Verfahren von 2006 hingewiesen wird. Daraufhin lässt sich Stinner im Mai dieses Jahres selbst die Akten von 2006 von der Staatsanwaltschaft aushändigen. Bei Durchsicht stellte man plötzlich fest, dass Pfarrer M. nicht – wie er bisher dem Bistum Trier gegenüber versicherte – die Vorwürfe abstritt. Im Gegenteil. Stinner: "Es gab unterschiedliche Aussagen. Die Angaben, die Pfarrer M. dem Bistum gegenüber machte widersprachen den Aussagen, die in dem Vernehmungsprotokoll zu lesen waren."

    Dies sei der ausschlaggebende Moment gewesen, in dem das Bistum Trier erstmals an den bisherigen Aussagen von Pfarrer M.  zu zweifeln begann.  10 Jahre nach den ersten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. -  30 Jahre nachdem Pfarrer M. laut Zeugenaussagen erstmals übergriffig wurde. Was davor geschah, weiß niemand.

    Inzwischen ist die Rede davon , es habe sich ein weiteres mutmaßliches Opfer gemeldet. (Anmerk. ca: Die Hinweise auf ein mutmaßliches weiteres Opfer an diesem Abend stammen nicht von Herr Stinner!)

    Unwillkürlich stellt sich die Frage: Hätte Missbrauch verhindert werden können, wenn das Bistum früher reagiert hätte?

    Auch dass  Pfarrer M. im Besitz von Waffen (die Rede ist von einer Lang- und einer Kurzwaffe und zugehöriger Munition) war, war dem Bistum Trier nachweislich bekannt. Dies belegt die Korrespondenz mit dem Bistum Trier.  Auch hier wurde das Bistum Trier gebeten, zu intervenieren und dafür Sorge zu tragen, dass Pfarrer M. gegenüber aufgezeigt werden müsse, dass er kein Recht habe, diese Waffen zu besitzen.  Doch auch hier reagierte das Bistum auf sehr kulante Weise. Erst als eine Hausdurchsuchung wegen möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz stattfand, waren die Waffen plötzlich verschwunden. Wo sie heute sind? Auch diese Frage bleibt unbeantwortet - wie viele andere Fragen auch.

    Als der als  Moderator anwesende St. Wendeler Dechant Volker Teklik in seinen Abschlussworten nahezu lapidar von  "einer unangenehmen Missbrauchsgeschichte" spricht kann, man nur noch mit dem Kopf schütteln, -  Wieviel er begriffen hat und ob er sich über das Ausmaß des Schadens, welches Pfarrer M. in der Gemeinde hinterlassen hat,  auch nur annähernd bewusst ist,  bleibt ebenso fraglich.

    ca





    Bistum Trier: Missbrauchsskandal im Bistum Trier? Priester soll Kinder missbraucht haben - Staatsanwaltschaft ermittelte mehrmals

    Ein Priester einer saarländischen Pfarrei soll während seiner Amtszeit Kinder sexuell missbraucht haben. Zudem soll er Waffen in der Sakristei gebunkert haben. Doch der Geistliche darf weiter Messen halten. Gegen das Bistum Trier werden nun schwere Vorwürfe laut.

    2006, 2013 und 2016 hat die Staatsanwaltschaft gegen den inzwischen in den Ruhestand versetzten katholischen Pfarrer ermittelt. Das berichtet der "Trierische Volksfreund" online. Doch passiert ist nie etwas.

    Bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken heißt es zu dem Fall: Drei Mal sei gegen den Pfarrer wegen schweren sexuellen Missbrauchs ermittelt worden. Doch wegen mangelnder Beweise und in einem Fall wegen Verjährung seien die Verfahren bald eingestellt worden, wie die Zeitung erfuhr.

    Das Bistum Trier hält sich zu den massiven Vorwürfen bedeckt: Mit Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte könnten zu konkreten Personalfällen oder laufenden Verfahren keine Auskünfte erteilt werden, sagte ein Bistumssprecher.

    Montag, 16. Mai 2016

    Bistum Trier: sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche - Bischof Ackermann: vom Missbrauchsbeauftragten zum Vertuscher - Ein Kommentar

    Bischof Ackermann:
    vom Missbrauchsbeauftragten zum Vertuscher




    Am 25. Februar 2010 wurde Bischof Dr. Stephan Ackermann von der Deutschen Bischofskonferenz zum Missbrauchsbeauftragten ernannt. Bereits drei Wochen später räumt Ackermann jahrzehntelange Vertuschung seiner Vorgänger ein und verspricht Aufklärung und Transparenz. Man wolle mit „all den zur Verfügung stehenden Mitteln zur Aufklärung beitragen.“

    Aufgrund des öffentlichen Drucks vereinbart die Deutsche Bischofskonferenz im Juni 2011 einstimmig, zusammen mit dem renommierten Kriminologen Prof. Dr. C. Pfeiffer (KFN) eine „Missbrauchsstudie“ zu initiieren. Betroffene sowie die Öffentlichkeit wurden dadurch weitere Jahre vertröstet und hingehalten. Im Nachhinein sollte sich herausstellen, dass die Studie von Anfang an nicht realisierbar war. Unter anderem wurde der innerkirchliche Widerstand - über den Ackermann bereits zu Beginn der Studie informiert war -  zu groß für den Missbrauchsbeauftragten.

    Im März 2012 wurde bekannt, dass Ackermann selbst weiter pädophile Priester, die zum Teil vorbestraft waren, in seinem Bistum beschäftigt. Dies wurde sowohl von Betroffenen als auch von Kirchenmitarbeitern als unhaltbar kritisiert.

    Es folgten Entschuldigungen: Priester hätten sich angeblich nicht an die Auflagen des Bischofs gehalten. Das Bistum habe – entgegen der Bestimmungen der Leitlinien – versäumt, die betreffenden Pfarreien über die Vergangenheit der Priester aufzuklären. Verantwortliche Pfarreien hätten falsch reagiert. Es habe Pannen bei der Kommunikation gegeben. Es seien Formulierungen vom Bistum Trier veröffentlicht wurden, die man sich heute nicht mehr erklären könne etc. etc. 

    Seinem Motto blieb Ackermann jedoch stets treu: Die Schuld tragen die anderen.

    Erstmals als sich im Fall des Burbacher Pfarrers K. nach der Veröffentlichung 2011 innerkirchliche Mitarbeiter zusammenschlossen und öffentlich mit Hilfe medialer Unterstützung ihren Unmut ausdrückten, gestand Ackermann einen „gravierenden Fehler“ ein, für die er als Bischof selbst Verantwortung trage. Gleichzeitig versuchte er zu beschwichtigen. Bat um Vertrauen. Und sprach erneut von „ehrlichem Aufklärungswillen“. Dies sei man schließlich auch den Opfern gegenüber schuldig. Was er mit den Tätern machen solle, wisse er allerdings auch nicht.

    Im Bistum Trier war inzwischen bereits von einem Generalverdacht die Rede. Auch den Trierer Bistumspriestern gegenüber. Als Konsequenz für den passiven Umgang von Bischof Ackermann mit auffällig gewordenen Priestern.

    Im März 2012 sah sich Bischof Ackermann erneut mit Vorwürfen zum Umgang mit pädophilen Priestern konfrontiert, als in einer Gemeinde des Bistums ein Priester mit Kommunionskindern einen Gottesdienst feierte. - Der Priester war allerdings 17 Jahre zuvor verurteilt worden, weil er Mädchen in mindestens 40 Fällen sexuell missbraucht hat.

    Daraufhin ließ Bischof Ackermann durch seinen Pressesprecher Kronenburg ausrichten: "Er (der Priester, Anmerk. ca) befand sich ja in einem öffentlichen Raum. Er hat diesen Gottesdienst auch aushilfsweise in einer anderen Pfarrei gehalten als der, in der er normalerweise im Einsatz ist. Von daher gehen wir davon aus, dass man das schon kontrollieren kann. Wenn man das nicht könnte, dann würden wir das ja auch nicht zulassen."

    Im Januar 2013 wurde die Missbrauchsstudie mit dem KFN von der Kirche gekündigt: „Mission Aufklärung“ gescheitert. Die Glaubwürdigkeit der Kirche nach „ehrlichem Aufklärungswillen“ sowie die Versprechen von Bischof Ackermann gerieten erneut in scharfe Kritik. Der Leiter des KFN, Christian Pfeiffer, erklärte im Januar 2013, die Studie sei „an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert“. Ackermann gab ab: "Wir waren unter einem immensen Druck vor drei Jahren, als die Missbrauchsfälle bekannt wurden. Im Nachhinein kann man kritisch sagen: Wir hätten erst alle Vorklärungen treffen müssen, bevor wir eine Kooperation unterschreiben." 

    Auch das Bistum Trier sollte nicht zur Ruhe kommen. In den Folgejahren (2013, 2014, 2015) wurden erneut Einsätze von Trierer Bistumspriestern enthüllt, gegen die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erhoben worden waren und die weiterhin, ohne jegliche Einschränkungen, ihren Dienst ausübten. Mittlerweile konnte Ackermann die Verantwortlichkeit allerdings nicht mehr seinen Vorgängern anlasten. Bischof Ackermann schwieg und zog sich aus den Medien zurück. Nach Statements oder Aussagen zu dem Versagen in anderen Bistümern suchte man von dem Missbrauchsbeauftragten vergeblich. 

    Im März diesen Jahres das erste Interview. Der Oscarprämierte Film „Spotlight“ wirft Fragen auf, denen sich auch Bischof Ackermann als Missbrauchsbeauftragter nicht entziehen kann. Die Antworten in diesem Interview überzeugen jedoch nicht. Im Gegenteil: Aufmerksame Leser konnten bei den Antworten nur mit dem Kopf schütteln. 


    Keine Einzelfälle, sondern System

    Die Serie der Anschuldigungen gegenüber katholischen Priestern hört nicht auf: Auch in anderen Bistümern wurden schwere Vorwürfe erhoben. Nicht nur gegen die Täter, sondern inzwischen auch gegenüber den Bischöfen, die die Täter weiter im Einsatz ließen. Ein weiterer Beleg dafür, dass es sich nicht mehr nur um „Einzelfälle“  handelte, sondern um ein System der Vertuschung. Nicht damals. Sondern heute. - Nicht nur Priester wurden mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontiert, sondern inzwischen auch ein verstorbener Bischof. In Würzburg werden sogar schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Personalverantwortlichen und Missbrauchsbeauftragten selbst erhoben. Ein Ende? - Nicht in Sicht. Dass sich die Opfer nicht mehr an die Bistümer selbst wenden, nach allem, was sie in den Medien mitverfolgen konnten, scheinen die Bistümer auszuklammern.  Wie hoch die Dunkelziffer sein könnte? Auch darüber schweigt Bischof Ackermann.

    Zweierlei Maß

    Auffallend: Der unterschiedliche Umgang mit Priestern, die mit Vorwürfen konfrontiert werden. Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Auf der einen Seite werden Priester mit vollständiger Namensnennung den Medien "zum Fraß" vorgeworfen und umgehend suspendiert, obwohl nur vage Vermutungen  Dritter im Raum stehen. So wurde z.B. im Bistum Fulda 2015 ein Pfarrer versetzt, der als Betreuer einer Ferienfreizeit pflichtbewusst bei zwei Jungen eine Zeckenkontrolle durchführte. "Die Mutter eines Jungen, der davon gehört hat", informierte das Bistum, welches wiederum umgehend die Staatsanwaltschaft einschaltete. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Absurderweise versetzte das Bistum daraufhin den Pfarrer mit der Begründung: "Er habe gegen die Präventionsordnung verstoßen".  Auch hier geriet das Bistum Fulda in heftige Kritik. Auf der einen Seite argumentierte das Bistum mit einem Verstoß gegen die Präventionsordnung, auf der anderen Seite, sollte der Priester genau aus diesem Grund in eine andere Pfarrei versetzt werden. - Wenige Monate später wurde im Bistum Würzburg der ehemalige Personalverantwortliche und Missbrauchsbeauftragte selbst mit Vorwürfen schweren sexuellen Missbrauchs konfrontiert.  Der renommierte Rechtswissenschaftler, Kriminologe und Richter Prof. Dr. K. Laubenthal stufte die Vorwürfe sogar als "plausibel" ein.  Das Bistum Würzburg stellte sich öffentlich demonstrativ hinter seinen ehemaligen Personalverantwortlichen und Missbrauchsbeauftragten - und setzte alles daran, die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers in Frage zu stellen. 

    Offensichtlich scheint die persönliche Beziehung zwischen dem jeweiligen Bischof und einem mutmaßlichen Täter eine sehr große Rolle zu spielen. Diese augenscheinliche Vorgehensweise beargwöhnen auch seit geraumer Zeit Priester aus dem Bistum Trier und beziehen sich dabei auf den Umgang von Ackermann mit auffällig gewordenen Priester aus dem eigenen Bistum. Als Vermutung für den unterschiedlichen Umgang werden Erpressbarkeit, Kumpanei sowie Zugehörigkeit zu diversen klerikalen Gemeinschaften benannt.

    Ackermann definiert Schuldfrage und wird dadurch selbst zum Schuldigen

    Die Begründungen, mit der Ackermann wenige Jahre zuvor die „Vertuschung der Kirche“ definierte und eingestand, scheinen ihm jetzt allerdings selbst zum Verhängnis zu werden.

    So muss sich Ackermann jetzt selbst vorwerfen lassen, auffällig gewordene Priester versetzt zu haben, und dem Missbrauch dadurch weiteren Raum eingeräumt zu haben. Das Wort „Glaubwürdigkeit“ kann im Kontext mit Bischof Ackermann nicht mehr verwendet werden. Von „ehrlichem Aufklärungswillen“ kann keine Rede mehr sein. Geschweige denn von „Vertrauen“.

    Ackermann äußerte sich zu der Frage nach den Schuldigen im März 2010 wie folgt:  „Die Schuldfrage sieht der Bischof dabei weniger bei der Kirche als Institution, sondern bei den Tätern und denjenigen, die als Vorgesetzte ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden seien." 

    Durch diese Definition hat sich Ackermann inzwischen selbst als Schuldigen identifiziert.

    Dass es sich bei den zahlreichen Vorfällen, die seit spätestens 2010 im Bistum Trier an die Öffentlichkeit gerieten, nicht um Einzelfälle handelt, sondern um genau das System der Vertuschung, das Bischof Ackermann Jahre zuvor selbst anprangerte, davon berichten inzwischen auch Insider aus dem Bistum Trier. 


    Die Macht des Bischofs

    Allerdings stehen Priester, die ihr Schweigen brechen wollen, vor einem weiteren Dilemma: Die Erfahrung der letzten Jahre lehrte, dass diejenigen, die es wagten, ihr Schweigen zu brechen, als „Nestbeschmutzer“ diffamiert werden. Es ist von Mobbing-Vorwürfen die Rede. Vorwürfe, von denen sich auch Bischof Ackermann nicht freisprechen kann. Von harschen Auseinandersetzungen im Generalvikariat, von Drohungen und sogar von Anbieten von (Schweige-)Geldern. Insider-Priester, die über prekäre Situationen im Bistum Trier berichten, haben Angst, von Bischof Ackermann härter sanktioniert zu werden als manche Täter – sollten sie ihr Schweigen brechen und die Informationen, über die sie verfügen, nach außen dringen. "In Trier herrscht ein System von Macht und Angst."

    Mit 'all den zur Verfügung stehenden Mitteln' wurde keine Aufklärung betrieben - sondern vertuscht. 

    Verantwortlich im Bistum Trier: Bischof Dr. Stephan Ackermann. - 
    Nicht die anderen.

    ca

    (aktualisiert am 19.05.2015)

    Donnerstag, 12. Mai 2016

    Bistum Würzburg: "Kirchliche Opfer können Entschuldigungen nicht mehr glauben"

    Erika Kerstner  im Interview:

    Thomas Keßler, Generalvikar der Diözese Würzburg, hat sich aktuell in einer Pfarrgemeinde bei den Gläubigen entschuldigt– für den Ruhestandspriester, dem Missbrauch vorgeworfen wird, für die Diözese, deren Umgang mit dem Fall „nicht gerade supertoll“ gewesen sei. Diözesanrichter Klaus Schmalzl sagte dort, dass die Kirche grundsätzlich Missbrauch mit aller Entschiedenheit verfolgen und nach ihren Möglichkeiten aufklären werde. Klingt das nicht positiv?
    Kerstner: Ja, das klingt zunächst positiv. Aber viele kirchliche Opfer können den Entschuldigungen nicht mehr glauben. Sie haben schon zu viele gehört und zu wenig wirkliche Veränderung im Verhalten der Kirchenverantwortlichen erfahren. Auch Menschen, die in nicht-kirchlichen Kontexten Opfer wurden, schauen aufmerksam auf das Verhalten der Kirche. Ich weiß um nicht wenige Opfer, die sich inzwischen verletzt und hoffnungslos abgewandt haben.
    Wo stößt Seelsorge an ihre Grenzen?
    Kerstner: Dazu gehört zum Beispiel die Frage nach dem Warum des Leides. Diese stellen Missbrauchsopfer immer wieder. Seelsorger müssen das aushalten, auch, dass es keine Antwort auf diese Frage gibt – und die Frage dennoch gestellt werden muss. 

    das vollständige Interview auf "mainpost.de" lesen

    Bistum Rottenburg-Stuttgart: Vorwürfe schweren sexuellen Missbrauchs gegenüber verstorbenem Parrer Alfons L.

    Rottenburg-Ergenzingen - Mit Bestürzung reagierten am Mittwoch viele Ergenzinger auf die Nachricht von ihrem früheren Pfarrer Alfons Leykauf. Ihm wurde die Ehrenbürgerschaft entzogen. Der Grund: schwerer sexueller Missbrauch.

    Uwe Renz, Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart, informierte auf Anfrage über das Vorgehen. So hätten sich drei Frauen bei der vom Bischof gegründeten "Kommission Sexueller Missbrauch" gemeldet und Leykauf angezeigt.

    Laut Renz könne man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die damaligen Mädchen im Alter von sechs bis 16 Jahren mehrmals Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden – zum Teil sogar über Jahre hinweg.



    • Für die Kommission sexueller Missbrauch der Diözese Rottenburg Stuttgart war der Fall nach eingehender Prüfung eindeutig: Der frühere Pfarrer von Ergenzingen hatte sich in seiner Zeit als Seelsorger in einem Kinderheim im oberschwäbischen Hürbel an Mädchen vergangen.
               den vollständigen Artikel auf "swr.de" lesen



    Dienstag, 10. Mai 2016

    Bistum Würzburg / Bistum Trier: Über die Unglaubwürdigkeit des "ehrlichen Aufklärungswillens" der Kirche im Jahr 2016


    Fotoquelle: Bistum Würzburg

    Diözesanrichter Dipl.Theol, lic.iur.can Klaus Schmalzl:

    "Grundsätzlich werde die Kirche Missbrauch mit aller Entschiedenheit verfolgen und nach ihren Möglichkeiten aufklären." 
     Mai 2016 


    Dass dies nur ein Wunschgedanke sein kann und wie weit dieser Gedankengang von der Realität abweicht,  wird in den kommenden Tagen ein brisanter Fall aus dem Bistum Trier belegen. Verantwortlich: Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann, selbst. / ca





    Bistum Würzburg: Generalvikar Kessler entschuldigt sich für "nicht funktionierendes Krisenmangement"

    Keßler entschuldigte sich mehrfach. Für den mutmaßlichen Täter. Für die lange Zeit vom ersten Hinweis bis zum entschlossenen Umgang damit. Für das späte Gespräch mit der Gemeinde. Und für das „nicht funktionierende Krisenmanagement“ der Diözese.

    Dass der Generalvikar mittlerweile als Sanktion das Verbot, öffentlich priesterlich zu wirken, ausgesprochen hat, erzielt nach Angaben von Besuchern des Gesprächsabends noch nicht die volle Wirkung. Außerhalb der ehemals eigenen Pfarrgemeinde habe er trotzdem Seelenämter gehalten. Für die Zukunft werde das „zu verhindern sein“, sagte Keßler.

    den vollständigen Artikel auf "mainpost.de" lesen






    Bistum Würzburg: Erneut versagt: Pfarrer gab bereits im September 2015 jahrelange sexuelle Übergriffe zu - und zelebriert weiterhin Messen

    Der Fall: Eine Stadt in Polen. 1968. Der damals 32-jährige Pfarrer vergeht sich an einem damals 15 Jahre alten Teenager. Nicht einmal, das Ganze zieht sich über mehrere Jahre hin. Das Martyrium für die junge Frau endet erst, als der Geistliche Mitte der 1970-er Jahre nach Deutschland und die Diözese Würzburg kommt. 40 Jahre später, im Herbst 2014, meldet sich die Frau schließlich.

    Als erster erhielt der damalige Dekan und Bad Kissinger Stadtpfarrer Thomas Keßler den Anruf des Opfers. Er schaltete Klaus Laubenthal ein. Der Professor für Kriminologie und Strafrecht an der Universität Würzburg ist Ansprechpartner in der Diözese für Opfer sexuellen Missbrauchs. Es sei wichtig, so Generalvikar Keßler, dass ein Außenstehender Fachmann solche Fälle betreut. Laubenthal hat erst mit einiger Verzögerung im Jahr 2015 Kontakt mit dem Opfer aufgenommen....
    Es gab am 1. September 2015 ein erstes Gespräch mit der Frau, am 29. September folgte ein Gespräch mit dem Geistlichen. "Er gab die sexuellen Übergriffe weitgehend zu", stellte Keßler fest und sei des Weiteren während der Ermittlungen "sehr kooperativ gewesen."

    Der Generalvikar hat inzwischen den betroffenen Geistlichen mündlich angewiesen, Bad Kissingen zu verlassen und ihm "öffentliches priesterliches Wirken" untersagt. Daran hält die der Pfarrer aber scheinbar nicht, wie ein Mann bei der Versammlung sagte. Er habe unlängst ein Seelenamt in einer Nachbargemeinde gehalten. Wie das anginge, wollte der Mann wissen. Generalvikar Keßler dazu: "Das geht nicht und entspricht auch nicht dem, was ich gesagt habe." ...

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    Montag, 9. Mai 2016

    sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Kardinal Lehmann "Manchmal habe ich den Eindruck, den Opfern gehe es heute nicht zuletzt um die Entschädigung."

    Kardinal Lehmann
    Fotoquelle: ksta / dpa


    "....Manchmal ist es für den Bischof gut, wenn er eine Stütze hat. (lacht) Die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester, die mich bis in die jüngste Zeit erreichen, erschüttern mich jedes Mal aufs Neue, auch wenn sie sehr lange zurückliegen und ich manchmal den Eindruck habe, es gehe den Opfern heute nicht zuletzt um die Entschädigung." 


    Freitag, 6. Mai 2016

    sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Institution Katholische Kirche für Missbrauch mitverantwortlich

    Nachdem in den vergangenen Monaten mehrere Opfer ihr Schweigen brachen, hat der weltweite Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche nun auch Frankreich erreicht. Nach Ansicht der französischen Freidenkervereinigung Fédération nationale de la libre pensée ist die katholische Kirche für die Missbrauchsfälle mitverantwortlich.

    Mitverantwortlich an den Missbrauchsfällen sei die katholische Kirche als Institution darüber hinaus, weil sie die kriminellen Taten und jene, die sie begehen, decke und die Straftaten nicht zur Anzeige bringe, da sie solche Dinge als interne Fragen betrachte, bei denen sie weder der Gesellschaft noch deren Vertretern Rechenschaft schulde.

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