Freitag, 31. Januar 2014

Klage gegen die Diözese Würzburg: „Wann ist ein Opfer ein Opfer?"

Diözese definiert Opfer anders

Rasche gehörte 2008 zu den ersten Missbrauchsopfern, die ihren Fall beim Bistum Würzburg anzeigten und auch öffentlich machten. Im Verlauf der Aufklärungsversuche der katholischen Kirche wurde Rasche entgegen seiner ersten schriftlichen und mündlichen Angaben gegenüber Kirchenvertretern immer wieder nur als Zeuge sexuellen Missbrauchs benannt, nicht aber als eigentliches Opfer.

den vollständigen Artikel auf "mainpost.de" lesen
Stockholm, 30.01.2014, Katholische Kathedrale


Info zur quantitativen Befragung von Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche im Rahmen der freiwilligen Fragebogenaktion (KFN)

"Ergebnisse der quantitativen Befragung von Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche (im Rahmen der freiwilligen Fragebogenaktion) werden voraussichtlich in einigen Wochen verfügbar sein. Diese werden gemeinsam mit Erkenntnissen der qualitativen Studie in einem Sammelband veröffentlicht und auf der Homepage des KFN frei zugänglich sein."

31.01.2014

Quelle: Auskunft KFN

Schweizer Bischöfe erneuern Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch

Die Schweizer Bischöfe erneuern die Richtlinien der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch. So tritt am Samstag, 1. Februar, die dritte Auflage der Bestimmungen mit dem Titel «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld. Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der Höhern Ordensobern der Schweiz» in Kraft, teilte die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) am Freitag mit. Der Geltungsbereich der Richtlinien werde damit deutlich erweitert, heisst es in der Mitteilung.

"Offenbar haben Missbrauchsopfer zur Erneuerung der Richtlinien beigetragen. Die SBK erklärt nämlich, die Aktualisierung der Richtlinien verdanke sich besonders Menschen, die sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld und das Schweigen darüber erleiden mussten, «- und die, Gott sei Dank, nicht aufgegeben haben, ihre verletzte Menschenwürde zum Thema zu machen».

den vollständigen Artikel auf "kipa-apic.ch" lesen

direkt zu den "Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz"

Donnerstag, 30. Januar 2014

Papst Franziskus fordert auf, "mit laisierten Priestern ins Gespräch zu kommen und zu prüfen, wie diese ins kirchliche Leben eingebunden werden können".

Grund zur Freude für Seine Exzellenz!

Bildquelle: cms.bistum-trier.de






Textquelle: "diepresse.com"








Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Staat muss auch Privatschulen bei sexuellem Missbrauch wirksam kontrollieren

Straßburg (jur). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Mitverantwortung des Staates auch für anerkannte Privatschulen betont. Der Staat müsse diese Schulen wirksam kontrollieren, um Kinder vor Misshandlungen und Missbrauch zu schützen, urteilte der EGMR am Dienstag, 28. Januar 2013, in Straßburg (Az.: 35810/09). Er sprach damit einer Irin eine Entschädigung zu, die 1973 an einer katholischen Grundschule Opfer sexuellen Missbrauchs wurde.

den vollständigen Artikel auf "juraforum.de" lesen

Mittwoch, 29. Januar 2014

sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche: Irland muss für sexuellen Missbrauch haften - Urteil könnte auch Auswirkungen auf Entschädigungszahlungen in Deutschland haben

Die Straßburger Menschenrechts-Experten gelangten nun zu einer anderen Bewertung als die irischen Richter. "Es gehört zu den ureigenen Pflichten einer Regierung, Kinder vor Misshandlung zu schützen, besonders in Grundschulen", unterstrichen sie.

Sie verurteilten den Staat Irland wegen Vernachlässigung seiner Schutzpflicht und sprachen der Klägerin 30.000 Euro Entschädigung zu. Dabei nahmen sie auch Bezug auf die Besonderheiten des irischen Schulwesens in den 70er Jahren. Damals wurde ein Großteil der Grundschulen vom Staat finanziert, aber von einer Kirche – hauptsächlich der katholischen – geleitet. Gerade in einem solchen System der Auslagerung hätte es staatliche Kontrollmechanismen geben müssen, betonten die Straßburger Richter. 

Dienstag, 28. Januar 2014

Missbrauchsstudie, 2. Versuch: "Über das Ergebnis wird noch geschwiegen"

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat sich in Würzburg-Himmelspforten zu einer zweitägigen Arbeitssitzung getroffen. Laut DBK-Sprecher Matthias Kopp war gestern das ausgeschriebene Forschungsprojekt "Sexueller Missbrauch" Thema. Über das Ergebnis wird noch geschwiegen.

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

"Es melden sich noch immer viele Opfer"

2010: Erstmals musste die katholische Kirche Stellung beziehen. Durch den Druck der Medien und der Bevölkerung wurden einige Ordensleute vom Dienst suspendiert und den Opfern Entschädigungzahlungen angeboten. Da viele der Taten 30 oder 40 Jahre zurück lagen, konnten nicht alle Opfer entschädigt werden. Der Grund: In Deutschland verjährt sexueller Missbrauch an Kindern zehn Jahre nach Vollendung des 18. Lebensjahres. Der Anspruch auf Schadensersatz verfällt drei Jahre nach Vollendung des 21. Lebensjahrs. Trotz dieser schwierigen Rechtslage melden sich noch immer viele Opfer.

den vollständigen Artikel auf "derwesten.de" lesen

Sonntag, 26. Januar 2014

Vollversammlung der Bischofssynode in Rom, 1971: Eine Studie, an der 1.500 Priester beteiligt waren, belegt, dass weniger als 15% der Priester in Europa und Nordamerika "voll emotional entwickelt" sind

.. von den restlichen 85%  leiden 20-25% unter "gravierenden psychischen Problemen".

Bereits 1971 legte Conrad Baars der Vollversammlung der Bischofssynode in Rom einen Bericht vor, der auf  einer Studie von 1.500 Priestern basiert.

Obwohl dieser Report vorschlug, dass angesichts dieser Problematik umgehend Maßnahmen ergriffen werden müssten und der Report sogar zehn Empfehlungen enthielt, erfolgte keinerlei Umsetzung dieser Vorschläge - auch nicht von einem besonderen Teilnehmer, der in der Synode als einer der Aktivsten galt: Kardinal Wojtyla, der am 16. Oktober 1978 zum Papst Johannes Paul II gewählt wurde. 

Quelle: "bishop-accountability.org"


sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche: "Die Opfer können sehen, wo sie bleiben"

Der Vatikan war informiert

Doch auch vier Jahre nach der Enthüllung und einer begonnenen Wiedergutmachung gibt es Gruppen von Opfern, die sich vom Orden im Stich gelassen fühlen. "Den Tätern geht es gut. Die Kirche fühlt sich als Vorreiter bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs. Und die Opfer können sehen, wo sie bleiben", beschreibt Matthias Katsch, Sprecher der Gruppe "Eckiger Tisch", die Lage.

Tatsächlich wurden die beiden Haupttäter aus dem Canisius-Kolleg, zu denen sich im Laufe der Aufdeckung zahlreiche weitere Priester vor allem aus dem Bonner Aloisius Kolleg gesellten, für ihre juristisch weitgehend verjährten Taten kaum zur Verantwortung gezogen.

Wolfgang Statt hatte seine Verfehlungen bereits gegenüber dem Vatikan zugegeben, als er 1991 den Orden verlassen hatte. In 30 Jahren habe er mehrere Hundert Kinder und Jugendliche missbraucht, gestand er nach der Enthüllung in Briefen an die Opfer. Der Vatikan hielt die Anfang der 90er-Jahre noch nicht verjährten Straftaten unter Verschluss.

Samstag, 25. Januar 2014

Interdisziplinäres Forschungsverbundprojekt: Unglaubwürdigkeit vorprogrammiert


Vollmundig behaupt Bischof Ackermann, er lege Wert darauf, dass für dass interdisziplinäre Forschungsprojektalle benötigten Akten zur Verfügung gestellt werden - auch jene, aus sogenannten Geheimarchiven. Doch - wie soll das funktionieren?






Was bedeutet: Das katholische Kirchenrecht schreibt vor, dass Akten, die Strafverfahren in Sittlichkeitsverfahren betreffen, nach dem Tod des Angeklagten, spätestens aber 10 Jahre nach der Verurteilung, zu vernichten sind:





Lediglich ein kurzer "Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils" ist aufzubewahren.

Aus einem "kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils" können jedoch nicht die für dieses Forschungsprojekt benötigten Angaben zu Tatgeschehen, Tatort, Vorgehensweise des Täters, besondere Merkmale des Täters und des Opfers hervorgehen. Ebenso wird nicht ersichtlich, wie sich die katholische Kirche gegenüber Opfer und gegenüber dem Täter verhalten hat.

Und genau dies war bereits ein Streitpunkt, warum die erste Missbrauchsstudie misslang. Pfeiffer gab an, man habe ihm vorenthalten, dass diese Akten laut kanonischem Recht vernichtet werden durften. Die Akteneinsicht war die Grundlage der vertraglich vereinbarten Untersuchung, die von August 2011 bis August 2014 dauern und alle 27 Diözesen umfassen sollte. Etliche Bistümer weigerten sich jedoch die notwendigen Daten herauszugeben. In ihrem zweiten Anlauf weist die Bischofskonferenz darauf hin, dass die Regelungen des weltlichen und des kirchlichen Datenschutz-  sowie des Archivrechts zu beachten sind. - Die Bestimmungen des kanonischen Rechts haben sich jedoch nicht verändert.

Hinzu kommt, dass bereits der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer bereits im Januar 2013 geäußert hat, "dass die katholische Kirche bewusst viele pikante Akten vernichtet habe". Auch im Bistum Trier wurde die Vollständigkeit der Täterakten angezweifelt.  Ebenso wies bereits im Dezember 2012 RA Westphal in ihrem Gutachten "Sexuelle und sonstige körperliche Übergriffe durch Priester, Diakone und sonstige pastorale Mitarbeiter im Verantwortungsbereich der Erzdiözese München und Freising in der Zeit von 1945 bis 2009" darauf hin, dass die Akten unvollständig seien. Auch Prof. Dr. Schüller, Kirchenanwalt im Bistum Limburg, antwortete auf die Frage des NDR: "Das heißt, Sie haben persönlich mit Leuten gesprochen, die Ihnen bestätigt haben, dass in den Kirchenarchiven geschreddert worden ist?", mit "Das kann ich bestätigen, ja.".


Es bleibt also die Frage: Wie will der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Dr. Ackermann, bereits vernichtete Akten untersuchen lassen?
Kommentar zu der Berichterstattung 
"Bistum Trier ermittelt gegen 21 Priester"



"Insgesamt waren seit 2010 mehr als 60 Priester im Bistum Trier des Missbrauchs beschuldigt worden."

Diese Angabe beinhaltet nicht, ob darunter auch die Anzahl der Ordensangehörigen im Bistum Trier erfasst wurde, die des Missbrauchs beschuldigt wurden bzw. werden. Diese wichtige Angabe verschweigt das Bistum.



"Die katholische Kirche in Trier ermittelt derzeit gegen 21 Priester wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen."

Diese Angabe beinhaltet lediglich, dass derzeit gegen 21 Priester kirchenintern ermittelt wird und bedeutet nicht, dass Bischof Ackermann keine Hinweise auf weitere Priester hat, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden und weiterhin eingesetzt werden.

Wären die 21 Priester derzeit nicht im Einsatz, müsste  im "kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier" angezeigt werden, dass diese Priester beurlaubt sind. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Priester, auch wenn kirchenintern gegen sie ermittelt wird, weiterhin Messen in der Öffentlichkeit zelebrieren.

Auch hier ist anzumerken, dass die Anzahl der Priester vermutlich nicht die Angehörigen von Orden, die im Bistum Trier ansässig sind, umfasst.


"Zwei Priester wurden aus dem Klerikerstand entlassen, einer beantragte selbst entlassen zu werden."

Hierbei handelt es sich um jene drei Priester, deren Opfer an die Öffentlichkeit gingen. Was bedeutet, dass in 100% der Fälle der mediale Druck dazu führte, dass diese Priester aus dem Klerikerstand entlassen wurden bzw. ein Priester erfolgreich um seine Entlassung bat. 



"107 Missbrauchsopfer haben sich in den vergangenen vier Jahren beim Bistum gemeldet."


Dies Zahl gibt lediglich an, wie viele Betroffene sich beim Bistum gemeldet haben. Nachweislich wurde Bischof Ackermann jedoch über weitere Betroffene in Kenntnis gesetzt. An sein Versprechen: "Wir werden jedem Hinweis nachgehen" will oder kann er sich offensichtlich nicht erinnern. Würde Bischof Ackermann angeben müssen, von wie vielen Betroffenen er Kenntnis hat bzw. über wie viele Betroffene er informiert wurde, würde sich der Zahl "107 Missbrauchsopfer" zwangsläufig erhöhen.



Die Angabe "107 Missbrauchsbetroffene" bezieht sich lediglich auf den Zeitraum zwischen 2010 und 2014

Etliche Betroffene berichten, dass sie bereits vor 2010 das Bistum darüber informierten, dass sie von Priestern sexuell missbraucht wurden. Für den Zeitraum zwischen 1945 und 2014 müsste sich daher die Zahl von 107 Betroffenen zwangsläufig enorm erhöhen.

Im Februar 2013 hieß es "56 Anträge seien bewilligt".  Wie viele Anträge bis dato überhaupt gestellt wurden, verschwieg das Bistum.


"Bis Ende 2013 seien 68 Anträge auf finanzielle Entschädigung bewilligt worden, sagte eine Sprecherin des Bistums. Insgesamt gingen 72 Anträge ein, vier seien noch in Bearbeitung."

Innerhalb von Februar 2013 bis Dezember 2013 wurden demnach mindestens 16 neue Anträge gestellt und diese - in Rekordzeit - bearbeitet.


"vier Anträge seien noch in Bearbeitung" 

Diese Anträge wurden zum Teil nachweislich vor Februar 2013 gestellt.  Irrenführenderweise lesen sich die Angaben des Bistums jedoch so, dass scheinbar bis Februar 2013 alle Anträge bewilligt worden seien und erst danach angeblich 16 weitere Anträge folgten, von denen 4 noch in Bearbeitung sind. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit.

Die Aussage des Bistums Trier von 10/2013, dass "alle bis Februar 2013 gestellten Anträge bewilligt worden seien", konnte widerlegt werden. 

Ebenso konnte die Aussage von Matthias Kopp, Sprecher der DBK: „Alle Anträge auf Opferentschädigung sind bearbeitet worden.“ (02/2012) widerlegt werden.

Die Aussage: "Unter den Betroffenen aus dem Bistum Trier ist ein Härtefall" (05/2011) entsprach nachweislich ebenfalls nicht der Wahrheit.

Auch, wenn das Bistum sich bis heute darüber ausschweigt, ob überhaupt ein Antrag abgelehnt wurde, berichten Betroffene darüber, dass das Bistum sie mit seiner Vorgehensweise "schier in die Verzweiflung treibe".  Ganz nach dem Motto: "Das Bistum Trier lehnt keine Anträge ab, sondern bringt die Betroffenen dazu, aufzugeben."


Claudia Adams



Donnerstag, 23. Januar 2014

2010 / 2014





Bistum Trier: Missbrauchsvorwürfe gegen 20 Priester

Im Bistum Trier sind zahlreiche neue Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt geworden, fünf davon wurden bereits der Staatsanwaltschaft übergeben. Das Ausmaß sei "erschreckend", sagte Bischof Ackermann.

Quelle: "spiegel.de", 03/2010




Bistum Trier: 21 beschuldigte Priester sind derzeit im Bistum Trier eingesetzt


Bilanz im Bistum Trier:  Inzwischen wurde die Zahl der beschuldigen Priester wie folgt angegeben: "Mehr als 60 beschuldigte Priester seit 2010", "20 beschuldigte Priester zwischen 1950 und 1990". Fünf kircheninterne Ermittlungen wurden seit 2010 abgeschlossen. Zwei Priester wurden aus dem Klerikerstand entlassen, ein Priester bat um die Entlassung. Zwei Priestern wurde verboten, Messen zu halten. Bischof Ackermann ist diesmal nicht erschrocken über das Ausmaß, sondern dafür verantwortlich, dass 21 beschuldigte Priester weiter im Einsatz sind.

Quelle: Zahlenangaben, "swr.de", 01/2014

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier: die Bilanz lt. Bistumsangaben


  • 107 Missbrauchsopfer haben sich in den vergangenen vier Jahren beim Bistum gemeldet.
  • 68 Anträge auf finanzielle Entschädigung sind bewilligt worden
  • seit 2010 wurden mehr als 60 Priester des Missbrauchs beschuldigt 
  • ein großer Teil ist bereits verstorben
  • gegen 26 Geistliche sind vom Bistum kircheninterne Ermittlungen aufgenommen worden
  • Fünf dieser Verfahren sind abgeschlossen
  • Zwei Priester wurden aus dem Klerikerstand entlassen
  • einer beantragte, selbst entlassen zu werden
  • Zwei Geistlichen wurde verboten, öffentlich Messen zu halten
  • Das Bistum ermittelt kirchenintern gegen 21 Priester
  • 350.000,- Euro zahlte das Bistum an "Entschädigung"

"Fast ein Jahr hat das Bistum Trier verstreichen lassen, bis es auf Anfrage des TV neue Zahlen zu den Entschädigungen für Missbrauchsopfer bekannt gibt"

Auch Missbrauchsopfer hatten die Kirche Anfang Januar kritisiert. Ihre Verbände sind der Meinung, dass der Trierer Bischof Stephan Ackermann Vertuschungen möglich gemacht habe, wie Thomas Schnitzler, Sprecher der Opferinitative Missbit und selbst Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche, dem TV sagte.
Vertreter der Opfer forderten außerdem strengere Konsequenzen - beispielsweise, dass alle Priester, die mit Jugendlichen arbeiten, ein Führungszeugnis vorlegen müssten. Laut Bistum Trier wird dies in einigen Fällen noch nachgeholt. 

den vollständigen Artikel auf "volksfreund.de" lesen

Bistum ermittelt gegen 21 Priester wegen Missbrauchsverdachts

Trier

Bistum ermittelt gegen 21 Priester wegen Missbrauchsverdachts

Das Bistum ermittelt kirchenintern gegen 21 Priester, die im Verdacht stehen Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Das bestätigte ein Bistumssprecher auf SWR-Anfrage. Insgesamt waren seit 2010 mehr als 60 Priester wegen Missbrauchs beschuldigt worden. Ein großer Teil von ihnen war bereits gestorben, gegen 26 Geistliche sind vom Bistum kircheninterne Ermittlungen aufgenommen worden. Fünf dieser Verfahren sind abgeschlossen. Zweu Priester wurden aus dem Klerikerstand entlassen, einer beantragte selbst entlassen zu werden. Zwei Geistlichen wurde verboten öffentlich Messen zu halten. Die Taten liegen teilweise Jahrzehnte zurück und sind strafrechtlich größtenteils bereits verjährt. 107 Missbrauchsopfer haben sich in den vergangenen vier Jahren beim Bistum gemeldet.


Bistum Trier zahlt 350 000 Euro an Missbrauchsopfer

Bis Ende 2013 seien 68 Anträge auf finanzielle Entschädigung bewilligt worden, sagte eine Sprecherin des Bistums am Donnerstag und bestätigte einen Bericht der Zeitung „Trierischer Volksfreund“. Insgesamt gingen 72 Anträge ein, vier seien noch in Bearbeitung. Zu der Höhe der einzelnen Summen wollte das Bistum keine Angaben machen. Vor einem Jahr hatte es geheißen, die meisten Opfer hätten 5000 Euro bekommen, der höchste bekannte Betrag lag bei 18 000 Euro.

den vollständigen Artikel auf "focus.de" lesen

Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen: Erste Erkenntnisse einer Interviewstudie mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche


„Weil ich die Widmung habe, alles als von Gott zu betrachten“ – Zur religiösen Deutung sexueller Missbrauchserfahrungen im kirchlichen Kontext
Sandra Fernau

Zusammenfassung: Im vorliegenden Beitrag werden erste Erkenntnisse einer qualitativen Interviewstudie mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche vorgestellt. Im Zentrum der Betrachtung steht der Einfluss einer religiösen Sozialisation auf die von den Betroffenen vorgenommenen Deutungen ihrer Viktimisierungserfahrungen. Dabei wird insbesondere der Rückgriff auf katholische Interpretationsvorlagen und Semantiken in der Auseinandersetzung mit der erlebten sexuellen Gewalt beleuchtet. Anhand von drei Fallbeispielen erfolgt eine exemplarische Rekonstruktion von Facetten religiöser Deutungsmuster der Missbrauchserfahrungen

Schlüsselwörter: sexueller Missbrauch, katholische Kirche, qualitative Interviewstudie mit Betroffenen, Religion, religiöse Sozialisation, Deutungsmuster 







"Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche bleiben ihren Glaubensvorstellungen verhaftet und ihren realen Empfindungen fremd "

Sandra Fernau diagnostiziert bei den Betroffenen, dass ihnen die katholisch geprägten Interpretationsvorlagen zur Abwehr der schmerzhaften Gefühle dienen. Dies führt zu einer Verschleierung oder Verdeckung der hervorgerufenen Affekte . "Die Elemente katholischen Glaubens entfalten demnach eine kontraemanzipative, tendenziell entmündigende Wirkung: Der Rekurs auf sie führt zu einer Unterdrückung der ursprünglich ausgelösten Gefühle; sie werden damit der Selbstreflexion entzogen, und es kommt zu einer Entfremdung von den realen eigenen Empfindungen ..."



Mittwoch, 22. Januar 2014

"Die Kirche hat an dem Missbrauch teilgenommen, indem sie die Täter in ihren Ämtern belassen hat"

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Priester

Mit neuen Erkenntnissen über sexuellen Missbrauch sehen sich etliche Priester der katholischen Kirche in den USA konfrontiert. Tausende im Internet veröffentlichte Unterlagen dokumentieren die Fälle von 30 Priestern der Erzdiözese Chicago. Die Kirche soll demnach versucht haben, die Skandale zu verschleiern, was weitere Kinder gefährdet habe.

Stattdessen hätte die Kirche an dem Missbrauch teilgenommen, indem sie die Täter in ihren Ämtern belassen habe. Die meisten der 30 Priester wurden laut "Chicago Tribune" nie verurteilt, weil die Kirche daran geglaubt habe, die Männer seien mittels Beratung von ihrer pädophilen Neigung zu heilen. Zudem habe die Führung um das Image der Kirche gefürchtet. (dpa)

Täter wurden von Würdenträgern der katholischen Kirche gedeckt

Erzbistum Chicago veröffentlicht Missbrauchs-Akten

Die meisten der Geistlichen, um die es geht, sind offenbar nie bestraft worden. Im Gegenteil: Würdenträger der katholischen Kirche schützten die Täter über Jahrzehnte hinweg.

den vollständigen Artikel auf "sueddeutsche.de" lesen

Montag, 20. Januar 2014

Leidlinien 2013


"Welche Gegenmaßnahmen habt ihr getroffen?"

Welche Gegenmaßnahmen habt ihr getroffen?" und "Warum gab es Vertuschungsversuche?": Das sind zwei der vielen kritischen Fragen, die der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes dem Vatikan stellt. Eine sechsköpfige Delegation des Heiligen Stuhls reiste vergangene Woche nach Genf und gab Auskunft über eines der delikatesten Themen der Katholischen Kirche: den Missbrauch an Kindern durch Geistliche.

Opferverbände halten das Vorgehen der katholischen Kirche für unzureichend. "Wir sind sehr enttäuscht, dass eine so große und mächtige Kirchenbürokratie weiterhin vorgibt, machtlos gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern zu sein", sagte Mary Caplan, Vertreterin des amerikanischen Netzwerks von Missbrauchsopfern.

Die Entlassung pädophiler Priester sei nur der Anfang, argumentierte die Organisation am Samstag. Franziskus müsse auch mit der Entlassung der Amtsträger beginnen, die Missbrauch vertuschten. "Bis das geschieht, wird sich wenig ändern", teilte der Verband mit. Die Kirche müsse überdies sicherstellen, dass Geistliche, die Kinder sexuell belästigten, strafrechtlich verfolgt würden.

Sonntag, 19. Januar 2014

ehemaliger Chefankläger der Glaubenskongregation im Vatikan: "Die Zahl der wegen Kindesmissbrauchs entlassenen Priester wird sich im Jahr auf 100 belaufen"

Die schlimmsten Fälle von Kindesmissbrauch durch katholische Priester seien seiner Ansicht nach aufgedeckt worden, sagte der ehemalige Chefankläger der Glaubenskongregation im Vatikan, Charles Scicluna am Sonntag. Er erwarte, dass sich die Zahl der wegen Kindesmissbrauchs entlassenen Priester auf etwa 100 im Jahr belaufen werde, sagte Weihbischof Scicluna der "Sunday Times of Malta". Aber: "Jetzt ist nicht die Zeit, nachzulassen." Der Malteser war bis 2012 in der Glaubenskongregation tätig, wo er für die Verfolgung von Kindesmissbrauch zuständig war.

Opferverbände kritisieren, die Kirche tue nicht genug zur Aufarbeitung des Skandals und für die Opfer. "Die Opfer werden nach wie vor ausgegrenzt, verschwiegen, verleugnet und vertuscht", erklärte das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt mit Sitz in Scharbeutz (Schleswig-Holstein) am Wochenende. "Dass eine Täterorganisation ihre eigenen Verbrechen aufarbeiten könnte, ist ein Irrglaube."

Anzahl der "Fälle"*, die dem Vatikan in den Jahren 2006 - 2012 gemeldet wurden





Jahr
Bemerkung
dem Vatikan gemeldete "Fälle"*
Konsequenz
2006
2006 verdoppelte sich die Zahl der Verfahren im Vergleich zum Vorjahr auf 43 und acht Berufungsverfahren. Gemeldet wurden der Kongregation 362 Fälle.
362 Fälle*
43 Verfahren
  8 Berufungsverfahren
2007
2007 wurden 365 Fälle verzeichnet. Es wurde aber nicht ausdrücklich gesagt, wie viele davon mit sexuellem Missbrauch zu tun hatten. Vatikankreisen zufolge waren es seit Bekanntwerden der Sexskandale in der katholischen Kirche in den USA 2002 300 bis 400 Fälle im Jahr. 2007 wurden 23 Fälle an die Diözesen mit der Anweisung zurückgeschickt, ein Verfahren zu eröffnen.
365 Fälle*
23 Fälle an Diözesen zurückgeschickt, mit der Anweisung ein Verfahren zu eröffnen
2008
2008 änderte sich der Umgang des Vatikans mit den Vorwürfen grundlegend. Papst Benedikt reiste in die USA und erklärte, er sei beschämt über das Ausmaß des Missbrauchs. Er könne es nicht fassen, wie Priester derart versagen könnten. Erstmals veröffentlichte der Vatikan 2008 die Zahl der Priester, die wegen solcher Vorwürfe in den Laienstand versetzt wurden: 68. Es wurden 191 neue Fälle gemeldet.
191 gemeldete* Fälle
68 Priester in den Laienstand versetzt
2009
2009 stieg die Zahl der Priester, die ihres Amtes enthoben wurden auf 103. Zugleich wurden 223 neue Fälle gemeldet - die große Mehrheit in Verbindung mit sexuellem Missbrauch.
223 neue Fälle*
103 Priester, die ihres Amtes enthoben wurden
2010
2010 stieg die Zahl der Vorwürfe mit Skandalen in Europa und anderen Teilen der Welt in die Tausende. 527 Fälle wurden der Kongregation gemeldet. Wie viele Priester in diesem Jahr ihres Amtes enthoben wurden, wurde nicht mitgeteilt. Das Verfahren für die Amtsenthebung wurde gestrafft.
527 neue Fälle*
Keine Angabe
2011
2011 stieg die Zahl der laisierten Priester auf 260, es wurden 404 neue Fälle gemeldet. Gegen 419 Priester wurden in Missbrauchsverfahren Strafen unterhalb der Amtsenthebung ausgesprochen.
404 neue Fälle*
260 Priester laisiert
419 Priester erhielten Strafen unterhalb der Amtsenthebung
2012
2012 wurden 124 Priester ihres Amtes enthoben und 418 neue Fälle gemeldet.
418 neue Fälle*
124 Priester laisiert

*bis heute konnte nicht einheitlich klargestellt werden, was "Fälle" überhaupt bedeutet.  Ob hiermit ein Priester gemeint ist, der mehrere Opfer sexuell missbraucht haben könnte, oder ob z.B.  ein einzelner Übergriff  durch einen Angehörigen der katholischen Kirche gemeint ist, geht also nicht aus der Angabe hervor (Anmerk. ca).


Quelle: "br.de"

Vatikan weist Verantwortung von sich

"Schande der Kirche" hält den Vatikan im Griff

Die Entlassung von 384 Priestern wegen Kindesmissbrauchs soll die harte Linie des Vatikans beweisen. Doch erst am Fall eines ranghohen Täters wird sich entscheiden, wie ernst es der Kirche damit ist.

den vollständigen Artikel auf "welt.de" lesen
"Es ist uns Bischöfen als Verantwortliche für unsere Diözesen ein Anliegen, alles zu tun, um dem sexuellen Missbrauch Minderjähriger stärker entgegen zu wirken und Wiederholungstaten zu verhindern."

sprachen sie - und versetzten die Täter weiter.


Fulda, den 26. September 2002

Quelle: "kirchensite.de"



Samstag, 18. Januar 2014

Vatikan-Papiere offenbaren Missbrauchsfälle. Und zugleich das Versagen der katholischen Kirche.



Brisante Papiere aus dem Vatikan sind jetzt bekannt geworden: Der alte Papst, Benedikt, hat in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit 400 Priester wegen Kindesmissbrauchs entlassen. Diese Zahlen sind bekannt geworden, weil sich der Vatikan vor einem UNO-Komitee in Genf wegen der Missbrauchsfälle befragen lassen musste. 

direkt zum Fernsehbeitrag auf "orf.at"

Leserkommentare zu "Papst entließ Hunderte Priester wegen Missbrauchsvorwürfen"


  • "Die verantwortlichen Priester, Bischöfe und Laien hätten "keine Verbindung zu Gott" gehabt, sondern ihre Positionen in der Kirche ausgenutzt.". -Demnach hat die Kirche und der Vatikan dann wohl auch keine "Verbindung zu Gott", sonst hätten sie das Treiben ja nicht jahrzehntelang gedeckt, vertuscht und Strafverfolgung der Nationalstaaten behindert.
  • Erst als mediale Aufmerksamkeit enstand und einige Aufschreie durch die Welt gingen(z.B. in USA und Irland gab es großes Echo ), sah es die kath. Kirche in irgendeiner Weise angebracht zu Handeln.Sie kümmert sich mehr um ihr Image und ihren Selbsterhalt, als um die von ihrem Personal geschändeten Kinder.
  • "Die harte Linie des Vatikan gegen überführte Priester zeigte 2011 und 2012 erstmals Wirkung: 384 Geistliche wurden wegen des Missbrauchs von Minderjährigen in den Laienstand versetzt" - Ohne volle Akteneinsicht für die Strafverfolgungsbehörden beweist das gar nix; kann genau so gut einem Anstieg der Deliktzahlen entsprechen.
  • "in gravierenden Fällen können der Pädophilie überführte Priester entlassen werden." Das heißt mithin, die der Pädophilie überführten Priester werden in der Regel nicht entlassen.Nur in 'gravierenden Fällen'.Ist das jetzt Ironie oder Menschenverachtung in ReinUnkultur?
  • Das Personal einer Kirche muss absolut integer sein. Die Kirche hätte von Beginn an Härte zeigen müssen und hätte so dem Umfang des Missbrauchs entgegengewirkt. Es ist eine Schande für eine Institution so den Glaubensvorschuss im wahrsten Sinne des Wortes missbraucht zu haben. Misshandler gehören immer vor Gericht und in Psychologische Behandlung, aber "barmherziges" Verstecken oder Versetzen ist hier am falschen Platz. Kinderschänder sind keine arme Sünder.
  • Die Betreffenden gehören nicht nur in den Laienstand, sondern in den Gerichtsstand.
  • Als es nichts mehr zu vertuschen und zu leugnen gab, als der kath. Kirche das Wasser bis zum Halse stand, war Benedikt offensichtlich bereit, Konsequenzen zu ziehen. Die kath. Kirche hat über Jahrhunderte immer vorrangig nur sich selber geschützt. Täter und Opfer wurden geschont bzw. ignoriert. Denn noch im Jahre 2001 hatte Ratzinger als damaliger Chef der Glaubenskongregation das Schreiben „De delictis gravioribus“ (Von den schwersten Verbrechen) veröffentlicht. Das Schreiben hatte nur ein Ziel: nichts aus den Gemäuern der katholischen Kirche nach außen dringen zu lassen. Es besteht überhaupt kein Grund, Papst Benedikt wegen der Entlassung von 400 klerikalen Pädophilieverbrechern in den Himmel zu loben.
  • Aber wie viele von diesen Verbrechern wurden auch der Polizei ausgehändigt? Oder ist und bleibt ein internes Disziplinarverfahren das Schlimmste, was ein pädophiler Priester zu befürchten hat?
  • Schon allein das Gebaren, solche Zahlen zuerst wieder zu dementieren, nur um sie später dann doch zuzugeben, provoziert ein Kopfschütteln. Weiterhin schockierend bleibt die große Anzahl an Fällen, die m. E. darauf hindeuten, dass es zumindest strukturelle Gründe für Kindesmissbrauch ihn der katholischen Kirche gibt, wenn nicht gar Methode ist. Das ist der wahre Aufreger!
  • Jetzt ist die Frage: Wurden die auch bei den Strafverfolgungsbehörden des jeweiligen Tatortlandes angezeigt oder wurdem die still und leise aus dem Amt gesetzt und dann Schwamm drüber?
  • Die Frage ist doch, warum diese "Priester" nicht der Weltlichen Justiz übergeben wurden?
  • Es ist nicht zu fassen: Jetzt werden die Amtsenthebungen der katholischen Kirche auch noch als löblich hingestellt . Dabei hätte der Papst dafür sorgen müssen, dass diese Kinderschänder bei der Polizei angezeigt werden statt sie in den geschützen Ruhestand zu schicken. Warum wird immer mit zweierlei Maß gemessen, wenn es um Vergehen der Kirche geht?
  • Wann werden endlich auch Kirchenvertreter dem Gesetz zur Verfuegung stellen? Berufsverbot ist das eine, die strafrechtliche Betrachtung das andere. Wieso wird hier den Kinderschaendern eine andere Gerichtsbarkeit erwiesen, als den normalen Buergern? Mit welcher Berechtigung muessen die nicht in den Knast? Ihre Vergehen sind sehr weltlich begangen worden!
  • Die Amtsenthebung der 400 Priester hätte Papst Benedikt XVI. ruhig öffentlich machen dürfen. Allerdings: war's das schon? Bekamen die Ex-Priester noch andere Strafen als die, nicht mehr länger Priester sein zu dürfen? Oder war hierfür die weltliche Gerichtsbarkeit zuständig? Und wie - falls überhaupt - wurden die Opfer entschädigt? Wie wurde sichergestellt, dass die Kinderschänder sich nicht erneut an weiteren Kindern vergreifen konnten? Diejenigen, die jetzt den Altpapst für sein "hartes Durchgreifen" loben, sei gesagt, dass 400 Kinderschänder, die auch die Kirche nicht mehr decken wollte, eine beachtliche Anzahl sind. Und jeder dieser Männer hat vermutlich mehr als ein Opfer auf dem Gewissen... das ist durchaus eine Schande für die Kirche.
  • Die 400 Fälle sind nur die Spitze eines Eisberges. 
  • Die 400 Fälle sind für 2 Jahre gerechnet - das macht für die letzten 50 Jahre eben hochgerechnet schon mal 200*50= 10.000 Priester. Hinzu kommen noch die zigtausenden Fälle wo die kath. Kirche sich "freigekauft hat" - wie in den USA , wo mit 100'then von Mio die Strafverfahren eingestellt wurden , und natürlich keine weiteren Entlassungen nötig waren! Und, - Staaten wie die USA und D. wo so ein Missbrauch überhaupt auffliegt sind immer noch die Seltenheit auf dem Planeten, in den meisten Ländern der Welt dürfen diese Sekten , und dazu gehört auch die kath. Kirche immer noch schalten und walten ohne irgendwas befürchten zu müssen! Die kath. Kirche ist eben die größte Schutzorganisation für Frauen und Kinderschänder weltweit. 
  • Msg. Scicluna führte zu den 3000 Fällen bis 2010 aus: „....Wir können sagen, dass es sich grosso modo in sechzig Prozent dieser Fälle vor allem um Akte von Ephebophilie handelt, das heißt: Akte, die mit dem sexuellen Hingezogensein zu Heranwachsenden desselben Geschlechts zusammenhängen. Weitere dreißig Prozent beziehen sich auf heterosexuelle Beziehungen, und zehn Prozent sind tatsächlich Akte der Pädophilie... ...dass es in zwanzig Prozent der Fälle einen richtigen Prozess gegeben hat, ob straf- oder verwaltungsrechtlich, und normalerweise ist er im Herkunftsbistum – immer unter unserer Aufsicht – durchgeführt worden und nur in sehr seltenen Fällen hier in Rom....in sechzig Prozent der Fälle vor allem wegen des fortgeschrittenen Alters der Beschuldigten keinen Prozess gegeben; allerdings wurden gegen sie Verwaltungs- und Disziplinarmassnahmen ergriffen wie etwa die Auflage, keine Messen mit den Gläubigen mehr zu feiern, keine Beichte mehr zu hören, ein zurückgezogenes Leben des Gebets zu führen....In zehn Prozent der Fälle, nämlich den besonders schwerwiegenden und bei denen erdrückende Beweise vorliegen, hat der Heilige Vater die schmerzliche Verantwortung auf sich genommen, ein Dekret über den Rückzug aus dem Klerikerstand zu autorisieren.“ 
  • SPON zitiernt nur die Anzahl der verstoßenen Piester aus den letzten zwei Amtsjahren (2011 & 2012) des Altpapstes. Die ZEIT nennt weitere Zahlen: 2008 und 2009 sind nur 170 Priester entlassen worden, vor 2008: 68. Gegen 419 Priester wurden 2011 in Missbrauchsverfahren Strafen unterhalb der Amtsenthebung ausgesprochen. Jeder, der die Missbrauchsfälle verfolgt hat, weiß, dass die Täterzahlen weitaus höher sind als die vom Vatikan tatsächlich entlassenen Priester. 
  • Jetzt wo sich der Vatikan erstmals in seiner Geschichte vor der UNO - und nicht nur vor sich selbst oder Gott - verantworten musste, gehen bei einigen Leuten dort sicherlich bestimmte Dinge auf Grundeis. Man weiss, dass man als weltweit agierende Organisation auch Pflichten hat und sehr schnell als für die Weltgemeinschaft gefährlich angesehen werden kann. Schliessilch will die universale, einzig wahre Röm.-Kath. Kirche nichts anderes, als ein anderes weltweites System in dem nur noch sie alleine regiert. Andere Organisationen die so etwas wollen - und nicht wie durch ein Zweites Vatikanisches Konzil relativiert haben/ relativieren konnten, sind längst verboten! 
  • Eine - umstrittene - Untersuchung (Kröber, König, Leygraf, Pfäfflin) im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz auf Grundlage von forensischen Gutachten, die Kirchenbehörden in den Jahren 2000 - 2010 in Auftrag gegeben hatten, hat gezeigt, dass es bei 47 Prozent (!) der Priester, die übergriffig gegen Kinder/Jugendliche geworden sein sollen bzw. Kindesmissbrauchsabbildungen (so genannte „Kinderpornos“) genutzt haben sollen, keine Bedenken gegen einen weiteren Einsatz in der Kirche gegeben hat. Die Studie hat übrigens auch ergeben, dass bei JEDEM ZWEITEN (verdächtigen) Geistlichen Kindesmissbrauchsabbildungen (so genannte „Kinderpornos“) gefunden wurden. Umstritten ist die Metastudie u.a. deshalb, weil nur 21 der 27 Bistümer bereit waren, Akten zur Verfügung zu stellen, die Untersuchungsbasis also mehr als dünn ist (78 verdächtige Geistliche) und die Taten teilweise Jahrzehnte zurückliegen. 
  • Das so genannte „Kirchenrecht“ sieht u.a. „Strafen als ausschließlich letzte Möglichkeit des Umgangs mit problematischem Verhalten“ vor, und zwar erst dann, „wenn alle anderen rechtlich-seelsorgerischen Methoden versagt haben“ (Buch VI des kanonischen Rechts). Diese „Strafen“ bestehen laut dem englischen Menschenrechtsanwalt Geoffrey Robertson („Angeklagt: Der Papst“, 2010) „in der Regel aus zusätzlichen Gebeten“. Wer erneut Straftaten begeht oder nicht reumütig genug ist kann demnach mit Bußen belegt werden wie Gebete, Fasten, Almosenspenden, Exerzitien oder gemeinnützige Dienste. „Das Schlimmste, was einem Priester passieren kann“, so Robertson, „ist die Rückversetzung in den Laienstand“. Anschuldigungen gegen einen Priester führen überhaupt erst zu einer (geheimen) Untersuchung, wenn diese in den Augen des Bischofs „wahr zu sein scheinen“. Nach Ende der Voruntersuchungen erlegt Can. 1341 dem Bischof auf, in ein Verfahren, das zur Verhängung von Strafen führen könnte, nur dann überzugehen, „wenn er erkannt hat, dass weder durch mitbrüderliche Ermahnung noch durch Verweis noch durch andere Wege des pastoralen Bemühens das Ärgernis (…) behoben (…) und der Täter gebessert werden kann“ (Robertson).
  • Verschärft werde die Problematik des Kanonischen Rechts noch durch Verfahrensregeln aus dem Jahr 1922, die 1962 unter dem Titel „Crimen Sollicitationis“ (Anhang B) nochmals bestätigt wurden. Dieses Dokument legt die Verfahrensregeln für Fälle des „unaussprechlichen Verbrechens“ fest; das Verfahren findet ausschließlich schriftlich statt (!), die Durchführung liegt völlig in den Händen von Priesterkollegen und wenn der mit der Anklage betraute Priester die Anklage für unbegründet hält, muss der Bischof sämtliche Spuren der Untersuchung vernichten, berichtet Robertson. Selbst wenn gewichtige Beweise vorliegen, müsse der Bischof immer noch kein Verfahren einleiten, sondern könne beschließen, dem Priester zunächst eine mündliche Verwarnung zu erteilen. Alle offiziell Beteiligten an einem kanonischen Verfahren – Richter, Promoter und Protokollführer – müssen Priester sein, das Verfahren muss unter absoluter Geheimhaltung stattfinden, bei Strafe der Exkommunikation SELBST DES KINDLICHEN OPFERS (Hervorheb. durch mich), sollte es zu einem späteren Zeitpunkt einem Anwalt oder der Polizei davon berichten. Es fehlten, so das Fazit des Rechtsanwalts Robertson, die grundlegenden Verfahrensregeln eines echten Gerichts, das kanonische Recht erfülle nicht das erste Kriterium eines ordnungsgemäßen Verfahrens, nämlich die „Existenz eines unabhängigen und unparteiischen Gerichts“. (Quelle: Geoffrey Robertson „Angeklagt: Der Papst“, 2010)
  • In den Laienstand versetzt! Was bringt das? Nichts. Den Opfern nicht und der Institution Kirche nicht. Einzig eine rechtliche, weltliche Bestrafung unter gnadenloser Anwendung des Strafrechts für die Täter im Kirchenrock, inklusive einer angemessenen Wiedergutmachung (falls das überhaupt möglich ist) bringt hier was.Auch die neue Schelte des amtierenden Papstes Franziskus ist nur wieder warme Luft, wenn nichts gravierendes geschieht.

    Quelle: Kommentare großer Online-Magazine

Nach UN-Fiasko: Wie sich die katholische Kirche versucht, sich mit irreführenden und widerlegbaren Zahlen ihrer Verantwortung zu entziehen

Nur einen Tag, nachdem die Medien veröffentlichten, dass das "UN-Komitee für die Rechte des Kindes" den Vatikan scharf kritisiere und - berechtigterweise - von fehlender Transparenz sprach, lancierte der Vatikan medienwirksam ein neues Dokument.

Aus diesem Papier gehe angeblich hervor, dass der ehemalige Papst Benedikt XVI. in den Jahren 2011 und 2012 knapp 400 Priester wegen Missbrauchsvorwürfen in den Laienstand versetzt habe. 

Offensichtlich versuchte die katholische Kirche mit diesem Dokument, die Wogen des UN-Skandals etwas zu glätten. 

Doch:  die Angaben der katholischen Kirche sind irreführend - und widersprechen sich selbst!
  • „UN-Experten haben den Umgang der katholischen Kirche mit den zahlreichen Missbrauchsfällen scharf kritisiert. Der Kirchenstaat weigere sich nach wie vor, die von den UN geforderten genauen Angaben zu Umfang des Skandals und zu Tätern zu machen, bemängelten sie bei der öffentlichen Anhörung vor dem UN-Komitee für die Rechte des Kindes in Genf...“16.01.(meta.tagesschau)
  • Einen Tag später taucht plötzlich ein Papier auf,in dem konstatiert wird, 2011 und 2012 seien 400 Priester „defrocked“ worden. 
  • (http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/vaticancityandholysee/10580939/Vatican-defrocked-400-priests-for-molesting-children.html)
  • Im Artikel heißt es: „ 2011 nahm die Zahl der verstoßenen Priester auf 260 zu, 404 neue Fälle wurden gemeldet“
  • Interessanterweise meldete der Vatikan 2012 für 2011: “400 Untersuchungen gegen Kirchenleute eingeleitet.In 125 Fällen legte die Glaubenskongregation Papst Benedikt XVI. dem Bericht zufolge 2011 einen Antrag zur Versetzung eines Klerikers in den Laienstand vor.“ (http://aktuell.evangelisch.de/artikel/7337/vatikan-rund-400-faelle-von-sexuellem-missbrauch?destination=node/7337)
  • „A total of 555 priests were defrocked from 2008 to 2012, according to the Vatican figures, though data from 2010 was not included.“ (http://www.cbc.ca/news/world/pope-benedict-defrocked-400-priests-in-2-years-document-reveals-1.2500967)
  • Der vorherige „Anwalt der Gerechtigkeit“ der Kongregation für die Glaubenslehre, Msg. Scicluna, hatte 2010 detaillierter berichtet: „Insgesamt haben wir in diesen letzten neun Jahren (2001 bis 2010) Anzeigen beurteilt, die etwa 3.000 Fälle von Diözesan- und Ordenspriestern betrafen. Sechzig Prozent dieser Fälle vor allem um Akte von Ephebophilie handelt, das heißt: Akte, die mit dem sexuellen Hingezogensein zu Heranwachsenden desselben Geschlechts zusammenhängen. Weitere dreißig Prozent beziehen sich auf heterosexuelle Beziehungen, und zehn Prozent sind tatsächlich Akte der Pädophilie...dass es in zwanzig Prozent der Fälle einen richtigen Prozess gegeben hat, ob straf- oder verwaltungsrechtlich, und normalerweise ist er im Herkunftsbistum – immer unter unserer Aufsicht – durchgeführt worden und nur in sehr seltenen Fällen hier in Rom....in sechzig Prozent der Fälle vor allem wegen des fortgeschrittenen Alters der Beschuldigten keinen Prozess gegeben; allerdings wurden gegen sie Verwaltungs- und Disziplinarmassnahmen ergriffen wie etwa die Auflage, keine Messen mit den Gläubigen mehr zu feiern.In zehn Prozent der Fälle, nämlich den besonders schwerwiegenden und bei denen erdrückende Beweise vorliegen, hat der Heilige Vater die schmerzliche Verantwortung auf sich genommen, ein Dekret über den Rückzug aus dem Klerikerstand zu autorisieren.“ (http://www.vatican.va/resources/resources_mons-scicluna-2010_ge.html)
  • Noch mehr widersprüchliche Zahlen aus dem Vatikan:
  • "... 2011 nahm die Zahl der verstoßenen Priester auf 260 zu, 404 neue Fälle wurden gemeldet...." s.o.
    "Der Vatikan behandle jährlich etwa 600 Missbrauchsvorwürfe, gab Oliver an. Die Tendenz sei rückläufig, die meisten Fälle bezögen sich auf den Zeitraum 60er bis 80er Jahre. Der bisherige Höhepunkt sei mit 800 neuen Vorwürfen im Jahr 2004 erreicht worden, so der Kirchenanwalt. In den vergangenen drei Jahren sei die Zahl auf 600 pro Jahr zurückgegangen." (06.02.2013) (http://de.radiovaticana.va/articolo.asp?c=662390)
  • „“Based on information provided in the published volume "Activity of the Holy See," according to Scicluna, there were 135 priests in 2011 who voluntarily requested dismissal from the clerical state and 125 for whom laicization was imposed as a penalty....For 2012, the numbers were 67 voluntary dismissals and 57 cases in which laicization was imposed.....“ (http://ncronline.org/blogs/ncr-today/retraction-vat-now-confirms-almost-400-priests-defrocked-sex-abuse)
  • „.....Earlier this evening, Vatican spokesman Fr. Federico Lombardi initially denied that report, saying that it was based on confusion between cases reported to the Vatican and the end result of those cases.Lombardi later told NCR, however, that the AP report was "correct" and not based on "a confusion with reported cases." (nrconline)

Fazit: Was für eine Verquickung von „freiwilligen“ Rücktritten von Klerikaltätern, die dann vom Papst akzeptiert werden und andererseits von Strafen , die als Zwang verhängt werden, summiert unter dem Titel: „Papst Benedikt verstieß Hunderte Priester wegen Missbrauchs“!

Vatikan-Papiere: "Der Vatikan bestritt die Zahl zunächst, musste dann aber umschwenken"

Wie die britische BBC berichtet, hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi die Zahlen, die die Nachrichtenagentur AP publik gemacht hat, zunächst bestritten. Später habe er dies jedoch gegenüber der BBC zurückgezogen, so der Sender. Die Statistiken seien demnach korrekt.

Eine solch konkrete Auflistung von Amtsenthebungen, über Jahre hinweg und basierend auf den Daten des Vatikans selbst, ist durchaus bemerkenswert. Bisher hatte der Vatikan nur die Anzahl der Missbrauchsvorwürfe und der folgenden Verfahren veröffentlicht - nicht aber, wie viele Priester tatsächlich ihr Amt verloren haben.

In Genf muss sich derzeit der Uno-Gesandte des Vatikans, Erzbischof Silvano Tomasi, vor einem Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche befragen lassen. Allein am Freitag stand für ihn eine achtstündige Befragung auf dem Programm. Unter anderem für die Anhörung hatten die Statistiker des Vatikans die brisanten Zahlen aufbereitet.

In den Jahren 2011/2012 wurden lediglich 400 Priester des Amtes enthoben, die sich an Kindern vergriffen haben sollen

2006 verdoppelte sich die Zahl der Verfahren auf 43 und acht Berufungsverfahren. Gemeldet wurden der Kongregation 362 Fälle.

2007 wurden 365 Fälle verzeichnet, aber wieder wurde nicht ausdrücklich gesagt, wie viele davon mit sexuellem Missbrauch zu tun hatten. Vatikankreisen zufolge waren es seit Bekanntwerden der Sexskandale in der katholischen Kirche in den USA 2002 300 bis 400 Fälle im Jahr. 2007 wurden 23 Fälle an die Diözesen mit der Anweisung zurückgeschickt, ein Verfahren zu eröffnen.


Und erstmals veröffentlichte der Vatikan 2008 die Zahl der Priester, die wegen solcher Vorwürfe verstossen wurden:


2008             68 Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verstoßen wurden           191 neue Fälle

2009           103 Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verstoßen wurden            223 neue Fälle

2010                                                   keine Angabe                                                527 neue Fälle

2011          260 Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verstoßen wurden             404 neue Fälle



Gegen 419 Priester wurden in Missbrauchsverfahren Strafen unterhalb der Amtsenthebung ausgesprochen.


So wurden 2011 und 2012 fast 400 Priester wegen Kindesmissbrauchs des Amtes enthoben. Es ist die aktuellste Zahl der Priester, die wegen sexueller Verfehlungen verstossen wurden. Das war eine erhebliche Zunahme gegenüber 2008 und 2009, als 170 Priester verstossen wurden.
Quelle: "tagesanzeiger.ch"


Anmerkung: Was für eine Verquickung von „freiwilligen“ Rücktritten von Klerikaltätern, die dann vom Papst akzeptiert werden und andererseits von Strafen , die als Zwang verhängt werden, summiert unter dem Titel: „Papst Benedikt verstieß Hunderte Priester wegen Missbrauchs“!

Freitag, 17. Januar 2014

Bistum Trier: Priester wehrt sich mit Flugblatt gegen Missbrauchsvorwurf

Koblenz - Er soll einen damals 16-Jährigen sexuell missbraucht haben - und wehrt sich jetzt öffentlich: Der Priester, gegen den das Bistum in einem internen Verfahren wegen Vorfällen im Jahr 1985 ermittelt, hat in Koblenz Flugblätter an die Gläubigen verteilt.

Die überraschende Flugblatt-Aktion stößt auf wenig Gegenliebe beim Bistum. "Für die Vorgehensweise des Priesters haben wir kein Verständnis", sagt die stellvertretende Pressesprecherin Judith Rupp auf Nachfrage der RZ.

Der Koblenzer Dechant Thomas Hüsch will sich auf Anfrage der RZ zu der Flugblattaktion des Priesters nicht äußern. Er aber habe das Thema einer Beurlaubung bis zur Klärung der Vorwürfe in die Gespräche mit der Bistumsleitung eingebracht. Der Einsatz des Beschuldigten im Dekanat Koblenz sei im Übrigen "sehr begrenzt". Hüsch sagt: "Der Priester reist punktuell zur Feier einer Messe im außerordentlichen Ritus im Kloster Bethlehem an. Ansonsten ist er in Koblenz nicht eingesetzt."

den vollständigen Artikel auf "rhein-zeitung.de" lesen

Verzögerungen: Bistum Trier gerät in Missbrauchsfall unter Druck

Koblenz - Er soll einen damals 16-Jährigen im Saarland sexuell missbraucht haben - und wehrt sich jetzt öffentlich. Ein Priester, gegen den das Bistum in einem internen Verfahren wegen Vorfällen im Jahr 1985 ermittelt, hat nach einer Messe im Dezember in Koblenz Flugblätter an die Gläubigen verteilt.

den vollständigen Artikel auf "rheinzeitung.de" lesen

Laut Scicluna habe der Heilige Stuhl zu langsam auf die Missbrauchsfälle reagiert. "Nun fühle sich der Vatikan aber der Aufarbeitung verpflichtet". - Hätte der Vatikan sich ein Beispiel an Bischof Ackermann nehmen müssen! Schließlich sieht dieser seine Aufgaben als "nahezu" abgearbeitet an....


Der Kirche wird vor allem vorgeworfen, nicht energisch genug eingeschritten und die Taten vertuscht zu haben.

Sara Oviedo, die Chefermittlerin für Menschenrechte in dem Ausschuss, sagte, die Kirche habe sich Mühe gegeben, die Missbrauchsfälle verborgen zu halten. "Und warum wird nicht mehr für Transparenz getan?", fragte sie. Der Vatikan hatte die Weigerung, konkrete Angaben zu Missbrauchstätern vorzulegen, unter anderem damit begründet, dass er keine staatliche Verantwortung für Kircheninstitutionen und deren Angestellte in anderen Ländern habe. Komiteemitglieder erwiderten, der Vatikan habe jedoch sehr wohl eine "moralische Verantwortung". Sie äußerten auch Kritik daran, dass manche Geistliche trotz Missbrauchshandlungen nicht aus dem Kirchendienst entfernt worden seien.

"Der Heilige Stuhl hat es kapiert"

Bischof Charles Scicluna, der frühere Ankläger für Sexualverbrechen im Vatikan, gestand ein, dass der Heilige Stuhl zu langsam auf die Missbrauchsfälle reagiert habe. Nun fühle sich der Vatikan aber der Aufarbeitung verpflichtet. "Der Heilige Stuhl hat es kapiert", sagte der Bischof. Es gebe "bestimmte Dinge, die anders getan werden müssen".




Donnerstag, 16. Januar 2014

Stift Admont: Missbrauchsprozess neu aufgerollt

Stift: Staat als Schulerhalter zuständig

"Der ehemalige Zögling wollte danach auf dem zivilrechtlichen Weg vom Stift Admont und den beiden mittlerweile pensionierten Patres 410.000 an Schadenersatz einklagen - mehr dazu in Missbrauch: Stift Admont vor Gericht (16.9.2013). Das Stift war jedoch der Ansicht, dass die Republik Österreich als Schulerhalter des Stiftes zu klagen sei. Der Richter schloss sich dieser Ansicht an. Er sah eine „Unzulässigkeit des Rechtsweges“ - mehr dazu in Missbrauchsklage gegen Stift Admont abgewiesen (15.11.2013). Der Zögling legte gegen dieses Urteil Berufung ein, dieser wurde vom Oberlandesgericht (OLG) stattgegeben.

den vollständigen Artikel auf "steiermark.orf.at" lesen