Mittwoch, 20. Juni 2012

Bischof weist Missbrauchsvorwurf zurück



04.06.2012 Der Trierer Bischof Ackermann weist den Vorwurf gefährlicher Milde gegenüber pädophilen Priestern zurück. Diese dürften in seinem Bistum nur auf Basis eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens und „in eingeschränkten Feldern mit Auflagen“ arbeiten.


"Nicht mit Kindern allein im Zimmer"
Generell, betonte Kronenburg weiter, sei der Einsatz pädophiler Priester in der Kinder- und Jugendarbeit ebenso ausgeschlossen wie eine Tätigkeit in der Pfarrseelsorge. Dort sei sichergestellt, dass der Geistliche nicht allein mit Kindern sei, etwa in der Sakristei. „Ein Feld, wo Kinder und Jugendliche überhaupt nicht auftreten, gibt es aber nicht“, so Kronenburg weiter.
Ackermann widersprach dem Eindruck, das Prinzip der Nulltoleranz zu unterlaufen. „Es gibt keine Abstriche von der ‚Nulltoleranz‘ gegenüber dem Verbrechen der sexuellen Gewalt“, betonte der Bischof. Dieser Grundsatz gelte aber nicht für die Täter, mit denen er „als Menschen, als Priester“ umzugehen versuche, ohne ihr Verbrechen zu tolerieren. Das sei eine „Gratwanderung“, räumte der Bischof ein. „‘Wegsperren und Schluss!‘ – so einfach dürfen wir es uns nicht machen.“.
Prävention: Kirche "überwacht" Täter
Unter dem Gesichtspunkt der Prävention sei es zudem besser, wenn ein Täter in Verbindung mit der Kirche bleibe und als Mitarbeiter „unter Überwachung“ stehe, als ihn ins soziale Nichts zu entlassen.
Ein Geistlicher müsse dann endgültig aus dem Dienst entfernt werden, wenn er keine Einsicht in die Schwere seines Vergehens zeige, so Ackermann. Ansonsten sähen auch die nach umfassenden Beratungen mit externen Fachleuten verabschiedeten Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Raum der Kirche nirgends vor, dass Täter nie wieder als Geistliche eingesetzt werden dürften.
Bei seiner Entscheidung gehe er im Vergleich mit den forensischen Gutachten „auf Nummer sicherer“, so Ackermann. Sein Sprecher erläuterte, dass pädophile Priester in der Regel selbst dann nicht mehr mit Kindern und Jugendlichen arbeiten dürften, wenn dies aus Sicht der Forensiker bedenkenlos möglich wäre.  




"Bischof weist Missbrauchsvorwurf zurück" ? Das ist aber jetzt auch ziemlich unglücklich formuliert....